25.02.2020 - 09:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Barrierefreiheit für Amberger Bahnhof hat jetzt höchste Priorität

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Rund 70 Bahnhöfe in Bayern müssen barrierefrei ertüchtigt werden. Amberg ist jetzt bei den 12 dabei, die priorisiert behandelt werden sollen. Und zwar im ersten Schritt mit der entsprechenden Planung, für die es jetzt grünes Licht gibt.

Auch wenn sich die CSU-Vertreter am Bahnhof versammelt haben, sie kamen nicht zum Verreisen hierher, sondern zum Verkünden.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Es war die sogenannte "politische halbe Stunde", ein neues Format für Parteiveranstaltungen, bei der Kreisvorsitzende Michaela Frauendorfer, der Oberbürgermeister und CSU-Landtagsabgeordneter Harald Schwartz bekanntgaben, dass Amberg vom Freistaat mit höchster Priorität für das Bundesprogramm zur Barrierefreiheit der Bahnhöfe angemeldet wurde. Die entsprechende Mitteilung war zwar von der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer aus München ins Rathaus geflattert, aber vor allem der MdL war nicht unbeteiligt an diesem Erfolg, wie bei dem Ortstermin am Bahnhof betont wurde.

Harald Schwartz hatte nach eigener Schilderung beim involvierten Innenminister Joachim Herrmann signalisiert, dass er die ursprünglich priorisierte Liste eigentlich ablehnen müsse und somit keine Einstimmigkeit erzielt werde, weil Amberg fehlt. Nur wenige Tage später stand die Vilsstadt dann drauf, berichtete der Abgeordnete schmunzelnd (und damals, als er das wahrnahm, selber etwas überrascht), wobei er sich natürlich im Prinzip seit langem immer wieder für die Aufnahme Ambergs in diese Liste eingesetzt habe. Dass es geklappt hat, sei wohl auch dem von der Stadt gut vorbereiteten Anforderungsprofil zu verdanken gewesen. Gelobt wurde Schwartz am Freitagmittag so oder so - vom OB und von Michaela Frauendorfer.

Fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof: Das sind die Probleme im Alltag

Amberg

Letztere ließ nicht unerwähnt, dass seit dem Abbau der Gepäckförderbänder an den Treppen zu den Gleisen die Situation am Amberger Bahnhof eine neue Stufe der Tristesse erreicht hat und für viele Reisende "unerträglich" sei. Nun aber kommt aus Sicht der CSU das richtige Signal mit dem Beginn der Planungen, die bis Ende 2021 abgeschlossen sein sollen. Michael Cerny wies darauf hin, dass andere Städte vergleichbarer Größe, wie zum Beispiel Weiden, noch nicht in diesem Stadium seien - ein zeitlicher Vorteil, den Amberg nun durch die Hochpriorisierung habe und der mit diesem Vorsprung, wenn es um die Finanzierung geht, erhalten bleibe. Was die Realisierung des Ausbaus angeht, blieb der OB allerdings realistisch, sprach von 2025 als frühestmöglichem Zeitpunkt, mit dem man rechnen könne.

Ein futuristischer Entwurf für einen neuen Bahnhof

Amberg

Dennoch: Die Stadt hat nach seiner Auskunft zwar schon rund vier Jahre Abstimmungsphase mit Bahn und Bund hinter sich, sehe aber jetzt insgesamt klare Fortschritte: Einmal, dass die Elektrifizierung der Strecke kommen soll. Aber auch durch das Einstufen in den vordringlichen Bedarf für den Ausbau und die jetzt erreichte priorisierte Barrierefreiheit. Fehlt quasi nur noch die Taktverdichtung der Fahrzeiten nach Nürnberg, die aber auch schon immer wieder Thema ist.

Summa summarum sind der OB und die Amberger CSU derzeit mit den Entwicklungen zufrieden, vor allem wenn man das sonstige Tempo der Bahn kennt und zugrundelegt. Damit meinten auch die weiteren anwesenden Stadträte und Stadtratskandidaten nicht die Geschwindigkeit der Züge, sondern der Entscheidungen, die oft alles andere als ein D-Zug sind.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.