08.02.2021 - 16:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Darum bekommen alle vier Amberger Gymnasien einen neuen Chef

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Diese Konstellation ist bis dato einmalig: Alle vier Amberger Gymnasien bekommen in diesem Jahr einen neuen Direktor. Bekannt ist das seit November, jetzt stehen die ersten Personalien fest. Die ersten Chef-Wechsel gibt es schon in dieser Woche.

Alle vier Amberger Gymnasien bekommen neue Direktoren. Oben von links: Karl Bösl, Christian Weiß-Mayer und Joram Clemens (alle EG). Unten von links: Georg Meyer (MRG), Peter Welnhofer (GMG) und Günter Jehl (Decker-Schulen).
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Zwei Verabschiedungen in den Ruhestand, eine seltene Beförderung und ein Todesfall sind die Gründe dafür, warum sich heuer in den Direktoraten der Amberger Gymnasien das Personalkarussell heftiger dreht als jemals zuvor. Hier alle Personalien im Überblick:

Erasmus-Gymnasium

Karl Bösl, Chef des Erasmus-Gymnasiums, geht am 13. Februar 2021 in Ruhestand.

Am Erasmus-Gymnasium wechselt bereits zum Halbjahr die Schulleitung. Der bisherige Stellvertreter Christian Weiß-Mayer (48) tritt am Samstag, 13. Februar, die Nachfolge von Oberstudiendirektor Karl Bösl an, der sich am Freitag, 12. Februar, in den Ruhestand verabschiedet. Der 65-Jährige ist seit 2015 am Erasmus-Gymnasium tätig, wo er 2017 als Chef die Nachfolge von Peter Seidl antrat. Vor seiner Zeit in Amberg arbeitete Bösl, ein gebürtiger Nürnberger, sechs Jahre an der deutschen Botschafts-Schule in der iranischen Hauptstadt Teheran. Sein bisheriger Stellvertreter ist seit August 2018 Teil der Schulleitung. Mit ihm übernimmt ein Mann die Verantwortung, der die Schule bestens kennt, schließlich hat Christian Weiß-Mayer sein Abitur am Erasmus-Gymnasium bestanden.

Vom Stellvertreter zum Direktor: Christian Weiß-Mayer.

Die Stelle des Stellvertreters übernimmt am 13. Februar Joram Clemens. Der 57-Jährige kehrt nach sieben Jahren Auslandsschuldienst nach Deutschland zurück. Nach seinem Engagement am Ostendorfer Gymnasium in Neumarkt wechselte Clemens an das Colegio Goethe, die Deutsche Schule in Paraguays Hauptstadt Asunción. Er war dort als Mitglied der erweiterten Schulleitung sowie als Fachleiter Deutsch für die Schulentwicklung und die Prüfungen für das Deutsch-Sprachdiplom zuständig. Laut Karl Bösl wird der Neuzugang am Erasmus-Gymnasium die Fächer Deutsch und Geschichte unterrichten.

Joram Clemens, der neue Stellvertreter am Erasmus-Gymnasium.

Gregor-Mendel-Gymnasium

Schulleiter Peter Welnhofer vom Gregor-Mendel-Gymnasium macht im Sommer 40 Dienstjahre voll.

Auch am Gregor-Mendel-Gymnasium wechselt der Chef. Allerdings noch nicht jetzt im Februar, sondern zu Beginn des neuen Schuljahres im September. Oberstudiendirektor Peter Welnhofer (65) macht im zweiten Schulhalbjahr seine 40 Dienstjahre voll und geht dann in Ruhestand. Der Amberger leitet seit 2011 die Schule, die er als Kind und Jugendlicher selbst besuchte. Die Ausschreibung des ab August frei werdenden Postens erfolgt erst in der zweiten Hälfte des Schuljahres.

Max-Reger-Gymnasium

Georg Meyer war bisher kommissarisch Chef des Max-Reger-Gymnasiums.

Die Trauer war groß, als am 8. September vergangenen Jahres der Direktor des Max-Reger-Gymnasiums starb. Wolfgang Wolters (60) hatte die Leitung der Schule 2009 übernommen. 2019 war bei ihm eine Tumor-Erkrankung festgestellt worden. Ab November 2019 übernahm Stellvertreter Georg Meyer als kommissarischer Leiter die Regie. Daraus wird nun ein offizieller Chef-Auftrag: Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres am 13. Februar tritt der 55 Jahre alte gebürtige Hirschauer, der in Kümmersbruck wohnt, die Wolters-Nachfolge an. Meyer kann mittlerweile auf fast 25 Jahre MRG-Erfahrung zurückblicken. Im September 1996 kam er als Lehrer an das musische Gymnasium. Wer am MRG neuer Stellvertreter wird, steht noch nicht fest. Die Stelle kann erst ausgeschrieben werden, wenn der bisherige Vize Georg Meyer offiziell Chef ist.

Max-Reger-Gymnasium trauert um Wolfgang Wolters

Amberg

Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium

Der Nachfolger von Günter Jehl steht noch nicht fest.

Günter Jehl (53), Chef der Dr.-Johanna-Decker-Schulen, wird eine besondere Ehre zuteil. Der Schwandorfer wird ab August 2021 als Direktor der Schulstiftung des Bistums Regensburg für die Finanzierung und den Unterhalt von 14 katholischen Schulen mit rund 6000 Schülern zuständig sein. Gleichzeitig beruft ihn Bischof Rudolf Voderholzer zum Leiter der Hauptabteilung Schule und Hochschule des Bistums. Damit ist Jehl für die Ausbildung und Betreuung aller katholischer Religionslehrer in der Diözese zuständig. Auch seine Stelle ist noch nicht ausgeschrieben. Günter Jehls Wechsel nach Regensburg ist insofern bemerkenswert, da bisher nur Geistliche diesen Posten innehatten. Jehl tritt die Nachfolge von Domdekan Johannes Neumüller an, der in den Ruhestand geht.

Kommentar:

Mehr denn je auch Krisenmanager

Es ist Zufall, dass die Veränderungen in den Direktoraten der Amberger Gymnasien mitten in die Corona-Zeit fallen. Das Alter von Peter Welnhofer und Karl Bösl hat mit der Pandemie ebenso wenig zu tun wie der Tod von Wolfgang Wolters und die Beförderung von Günter Jehl. Dennoch spielt das Virus bei dem vierfachen Wechsel eine Rolle. Wer auch immer künftig die Schulen leitet, muss nicht nur Pädagoge, Organisator, Führungskraft, Gestalter und Verwalter sein. Mehr denn je sind auch Fähigkeiten gefragt, die über den Schulalltag weit hinausgehen. Jetzt sind Chefs vonnöten, die vor Ort das reibungs- und geräuschlos umsetzen können, was die Politik verlangt. Da wird so ein Direktor sehr schnell zum Krisenmanager.

Thomas Kosarew

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