10.06.2021 - 10:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Bei der Bergwirtschaft wird der Stillstand zur Normalität

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Sitzen auf der Terrasse der Bergwirtschaft mit Blick über Amberg - das wäre jetzt schön. Doch das Gasthaus auf dem Mariahilfberg ist seit knapp einem Jahr zu. Daran wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern.

Seit fast einem Jahr ist die Bergwirtschaft geschlossen. Je länger dieser Zustand andauert, umso heftiger vermissen die Amberger das Lokal mit dem phantastischen Blick über die Stadt Amberg.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Der Tagesordnungspunkt der Bauausschusssitzung war mit Spannung erwartet worden: Mündliche Bekanntgabe AM 153 "Sanierung und Erweiterung der Gaststätte auf dem Mariahilfberg"; hier : Verfahrensstand. Denn seit Juli 2020 ist die beliebte Bergwirtschaft mit ihrer herrlichen Terrasse geschlossen. Sie soll saniert und erweitert werden. Wogegen die Interessengemeinschaft (IG) Unser Berg aber ein Bürgerbegehren gestaltet hat. Sie will nur die Sanierung, nicht die Erweiterung. Nun war mit Spannung erwartet worden, was Baureferent Markus Kühne zum aktuellen Stand des Verfahrens sagen würde.

Bürgerbegehren liegt beim Verwaltungsgericht

Das Bürgerbegehren wurde ja vom Stadtrat wegen vorgeblicher Mängel in den Formulierungen mehrheitlich abgelehnt, die IG Unser Berg hat daraufhin vor dem Regensburger Verwaltungsgericht gegen diese Entscheidung geklagt. Aktueller Stand laut Kühne ist hier, dass es keinen aktuellen Stand gibt. Das Verfahren liegt beim Gericht, Klagebegründung der IG Unser Berg sowie die Klageerwiderung der Stadt Amberg sind eingereicht, trotzdem passiert seit über einem Jahr nichts, wie Jasmin Hannich, die Stellvertreterin des Baureferenten am Mittwoch dem Ausschuss darlegte.

Ungeachtet dessen hat es laut Markus Kühne in der Zwischenzeit archäologischen Vorschürfungen im geplanten Baufeld gegeben. "Wir wollten ja möglichst früh wissen, was uns dort erwartet." Der Befund sei aber negativ ausgefallen, die Bodenschichten seien dort ungestört. "Höchstwahrscheinlich sind dort also keine archäologischen Funde zu erwarten." Vergeben wurde laut Kühne im Februar dieses Jahres die Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung, die für die Verträglichkeit der Baumaßnahme hinsichtlich des Artenschutzes unabdingbar ist. Hier erwartet die Verwaltung ein Ergebnis am Ende des dritten Quartals.

Amberger vermissen Bergwirtschaft

"Je länger dort oben zu ist, desto mehr vermissen die Amberger ihre Bergwirtschaft", bedauerte Oberbürgermeister Michael Cerny den verwaltungsjuristischen Stillstand des Verfahrens. Zum Glück habe aber der Investor noch einmal versichert, dass er trotz der Verzögerungen bei der Stange bleiben wolle. Der Bauausschuss nahm die Informationen zur Kenntnis, genauso wie die Aktivisten der IG Unser Berg im Publikum.

So war der Stand im August 2020

Amberg
Info:

Projekt Bergwirtschaft

  • Die Kirchenstiftung Mariahilfberg suchte im Frühjahr 2018 nach einem Investor, um die Bergwirtschaft im Erbbaurecht neu zu vergeben.
  • Im Herbst 2018 war ein Kandidat gefunden: Michael Fellner, Schreinermeister und Gastro-Investor aus Massenricht.
  • Im Mai 2019 stimmt der Bauausschuss den Plänen zur Sanierung und Erweiterung einstimmig zu.
  • Im August 2019 kündigte eine neu gegründete Interessengemeinschaft Unser Berg ein Bürgerbegehren gegen die Pläne an.
  • Das Bürgerbegehren wird im Februar 2020 bei der Stadt eingereicht, vom Stadtrat aber anschließend nicht zugelassen.
  • Die Klage gegen diesen Beschluss liegt zur Entscheidung beim Verwaltungsgericht Regensburg.

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