16.09.2021 - 20:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Bürgerbegehren gegen Ratsbegehren – Fronten in Amberg verhärtet

Die Podiumsdiskussion bei Oberpfalz-Medien zum Bürgerspitalareal ist beendet. Die Fronten zwischen den Kontrahenten sind verhärtet. Am 26. September haben die Amberger die Chance, in zwei Bürgerentscheiden Klarheit zu schaffen.

Zum Bürgerspitalareal steht ein Bürgerbegehren an.
von Markus Müller Kontakt Profil

Eigentlich sind es zwei Bürgerentscheide, die die Amberger zeitgleich mit der Bundestagswahl zur Abstimmung präsentiert bekommen. Der erste geht auf das Bürgerbegehren der IG Menschengerechte Stadt zurück und trägt den Titel „Keine Brutalarchitektur in der historischen Altstadt“. Mit „Brutalarchitektur“ meint er das geplante Bauwerk, mit dem die Regensburger Niederlassung des Projektentwicklers Ten Brinke den Wettbewerb der Stadt Amberg für die Neubebauung des Bürgerspitalareals gewonnen hat. Diese Bebauung will das IG-Bürgerbegehren verhindern.

Der zweite Bürgerentscheid – zur besseren Unterscheidbarkeit auf dem Stimmzettel auch als „Ratsbegehren“ gekennzeichnet – basiert auf einer Initiative der Stadtratsfraktionen von CSU und ÖDP. Auch er gibt im Titel schon deutlich die Richtung vor: „Ja zum Leben am Spitalgraben – für eine Ende des Stillstandes“. Dieses Begehren möchte das Projekt mit dem offiziellen Namen „Leben am Spitalgraben“ endlich umsetzen.

Online-Podiumsdiskussion beendet

Die zwei Varianten des Entscheids, denen zusätzlich noch eine Stichfrage angehängt werden muss, weil theoretisch beide eine gültige Mehrheit bekommen könnten, machen die Angelegenheit kompliziert. Dazu kommen die umstrittenen Einzelheiten der schon seit Jahren laufenden Planungen. Für Aufklärung und eine Konzentration auf die wichtigsten Argumente hat Oberpfalz-Medien mit einer Online-Podiumsdiskussion am Donnerstag, 16. September, ab 19 Uhr gesorgt. Es diskutierten im Konferenzraum der Amberger Zeitung die Stadträte Matthias Schöberl (CSU) und Klaus Mrasek (ÖDP) mit den IG-Vertretern Achim Hüttner und Wolfgang Schimmel. Moderator war AZ-Redakteur Andreas Ascherl.

9215 Briefwahlunterlagen angeforder

Bereits am Dienstag hatten 9215 Abstimmungsberechtigte beim Wahlamt der Stadt Amberg zum Bürgerentscheid ihre Briefwahlunterlagen angefordert. Das sind etwas weniger als die 12.054 für die Bundestagswahl; allerdings wurden die Wahlbenachrichtigungen auch zeitversetzt versandt. Damit ein Bürgerentscheid eine gültige Mehrheit hat, muss diese aus mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten bestehen. Bei einer Gesamtzahl von rund 34.000 Stimmberechtigten in Amberg wären das knapp 7000 Stimmen.

Nähere Informationen zum Inhalt der beiden Bürgerentscheide

Amberg
So sieht der Stimmzettel für den Amberger Bürgerentscheid am 26. September aus.

 

 

Kommentare

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Stefan Reuther

erstmal Lob an den Moderstor Andreas Ascherl: Das war souverän uund ausgewogen.

Dann Anmerkung zur Technik ( ein Redaktionsraum ist kein Fernsehstudio) Der Ton war teils furchtbar -ständiges Knacken und Knistern) -später wurde es besser.

17.09.2021
Alexander Unger

Sehr geehrter Herr Reuther,

danke für die Kritik zum Ton. Wir hatten eine Störquelle. Es hat leider lange gedauert, bis wir diese Störquelle identifizieren konnten. Wir konnten sie zwar nicht ganz ausschalten -  aber ich hoffe, wir haben zumindest das Störgeräusch so weit reduziert, dass es besser verständlich war. 

Ihr Team vom Stream.

20.09.2021
Anton Eismann

Roland Seissler oder Sandra Kainz hätten der Diskussion sicher auch nicht geschadet, gerade wenn es um die angebliche "Brutal- oder Brachialarchitektur" geht.

16.09.2021
Stefan Reuther

Was wäre besser, wenn die Ten Brinke- Sprecher dabei gewesen wären ? Zu einer ausgewogenen Diskussion, hätten sie nichts beizutragen gehabt . Im Gegenteil, die üblichen Schönfärbereien und Werbesprüche ( ist ja auch mit ihr Job) wären da zu hören gewesen.

17.09.2021