03.01.2021 - 07:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Cerny blickt in die Zukunft: Vorfreude auf ein neues Altstadtfest

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Freilich kann der Amberger Oberbürgermeister nicht in die Zukunft blicken. Aber er kann Vorstellungen davon haben, wie sich das neue Jahr 2021 für die Stadt wohl entwickeln wird. Wir haben mit ihm in die Glaskugel geschaut.

Was das neue Jahr wohl alles bringen wird? Michael Cerny in seinem Büro im Gespräch mit der AZ-Redaktion.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Bauvorhaben, Gewerbeansiedlungen, Kultur und Bildung: Oberbürgermeister Michael Cerny stellt Kraft Amtes die Weichen. Als Chef der Stadtverwaltung weiß er oft schon etwas früher als die breite Öffentlichkeit, wohin sich Projekte voraussichtlich entwickeln. Voraussichtlich - das ist dem Rathauschef wichtig. "Denn hellsehen kann ich nicht", sagt er beim Interview in seinem Büro zur Vorschau auf das neue Jahr 2021. Und er gibt natürlich zu, dass auch er beim Blick in die Zukunft von Wunschdenken nicht gefeit ist. Mit der Redaktion hat er über seine Einschätzungen zu den wichtigsten Themen der Stadt gesprochen.

Corona-Pandemie

"Von heute aus in zwölf Monaten würde ich sagen, dass wir zufrieden feststellen können, dass wir Corona im Griff haben", sagt Michael Cerny. "Es wird nicht weg sein, aber meine große Hoffnung ist, dass sich die Infektionen auf einem Niveau bewegen, dass wir nicht mehr so viele schwere Fälle in den Intensivstationen haben." Amberg wird wieder einen Weihnachtsmarkt haben, aber vielleicht einen etwas anderen, meint der Oberbürgermeister. Er geht davon aus, dass mehr auf Abstände geachtet wird und er kann sich auch vorstellen, dass manche Menschen weiterhin Maske tragen, wenn sie sich in der Stadt bewegen, weil sie sich damit einfach sicherer fühlen.

"Die haben gesagt: Eigentlich ist es doch so viel schöner, wenn wir jetzt ein bisschen auseinander sitzen."

Oberbürgermeister Michael Cerny zum Feedback auf die Feste in Corona-Zeiten

Oberbürgermeister Michael Cerny zum Feedback auf die Feste in Corona-Zeiten

Altstadtfest

Wenn die AZ-Schlagzeile zum Altstadtfest 2021 lautet: "Amberg feiert sicher und mit Abstand" - das wäre für Michael Cerny das Schönste. Er ist zuversichtlich, dass bis zum Sommer eine Form gefunden werden kann, wie man das Altstadtfest mit einigen Verhaltensregeln gemeinsam feiern kann. Der Oberbürgermeister glaubt auch beim Thema Feste, dass Corona dauerhafte Spuren hinterlassen wird, aber vielleicht gar keine schlechten. Denn viele Leute hätten ihm schon im Corona-Sommer 2020 signalisiert, dass sie das Abstandhalten schätzen gelernt haben. "Die haben gesagt: Eigentlich ist es doch so viel schöner, wenn wir jetzt ein bisschen auseinander sitzen."

Haushalt der Stadt

"Die Finanzen sind die größte Unwägbarkeit", sagt der Oberbürgermeister. Wie sich der städtische Haushalt entwickelt sei auch davon abhängig, wie stark Bund und Land die Kommunen unterstützen. Cerny sieht da schon einen Trumpf auf seiner Seite: Im September sind Bundestagswahlen. "Aber da schlagen zwei Herzen in meiner Brust", sagt er. Auf der einen Seite wäre es natürlich schön, wenn sich der Staat gegenüber Städten und Gemeinden weiterhin großzügig zeigt. "Auf der andere Seite: Irgendwer muss es ja bezahlen." Amberg habe in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet. Im Notfall müssten halt einige Vorhaben verschoben werden. Ob das so kommt und welche das sein könnten - da will sich Cerny nicht festlegen.

Drei Höfe

"Ich denke, in einem Jahr kann man da schon einiges sehen", sagt der Rathauschef über das ehrgeizige Altstadt-Projekt Drei Höfe. Kurz vor Weihnachten haben Arbeiter die Außengerüste aufgestellt, aus dem Inneren ist bereits ein Hämmern und Scheppern zu hören. Cerny geht davon aus, dass das Bauprojekt im laufenden Jahr gute Fortschritte macht. Es werde zwar bis Jahresende nicht fertig werden, aber wenn es dann einmal so weit sei, dann habe das Hotel das Potenzial, die Übernachtungszahlen insgesamt für Amberg zu steigern. "Das wird ein gutes Stück Attraktivität für die Altstadt bringen", freut sich der Oberbürgermeister auf diese positive Entwicklung.

Bürgerspital-Areal

Weniger flott wird es wohl mit der Bebauung des Bürgerspital-Areals in der Altstadt vorangehen. Nachdem der alte Bebauungsplan aufgehoben und ein neuer auf den Weg gebracht worden ist, könnte sich Cerny vorstellen, dass im Herbst/Winter 2021 der Satzungsbeschluss erfolgt. Dann würden die Bauarbeiten wohl 2022 beginnen. Ziel wäre schon, dass zur Eröffnung der Drei Höfe auf der gegenüberliegenden Seite die "schmutzigen Arbeiten" am Bürgerspitalgelände bereits über die Bühne gegangen sind.

Bergwirtschaft

Die Gaststätte auf dem Mariahilfberg steht leer. Der Pächter hat zugesperrt, das Gebäude ist sanierungsbedürftig. Und ein Investor aus der Region wartet darauf, dass er mit dem Umbau und der Erweiterung beginnen kann. Doch da ist ein Riegel vor: Das Verwaltungsgericht in Regensburg prüft seit Juli, ob ein Bürgerentscheid gegen die aktuellen Pläne abgehalten werden muss oder nicht. "Meine Erwartungshaltung ist, dass da oben im neuen Jahr die ersten Bauarbeiten stattfinden", sagt Cerny. Da schwingt aber viel Zuversicht mit, gibt der Oberbürgermeister zu. "Ich hoffe, dass der Bauherr nicht an der Situation verzweifelt und dass wir mit ihm eine Lösung finden, dass wir das hinbekommen." Er sei absolut überzeugt davon, dass die Mehrheit der Amberger die Umbau- und Erweiterungspläne unterstützt.

Schnee auf dem Mariahilfberg: Zu Beginn des neuen Jahres ist offen, wie es mit den Umbau- und Erweiterungsplänen bei der Bergwirtschaft (links) weitergeht.

Der Streit um das Bauprojekt am Mariahilfberg

Amberg

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