12.01.2022 - 18:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona-Fragen: Dürfen Ungeimpfte ohne Test mit dem Bus zur Teststation fahren?

Wie kommen Ungeimpfte ohne Test und eigenes Auto zur nächsten Teststation? Mit dem Bus? Oder müssen sie das Taxi nehmen? Was gilt für jugendliche Schüler beim Sport oder in der Eishalle? Neue Antworten auf Corona-Fragen.

Dürfen Ungeimpfte ohne Test zur nächsten Teststation mit dem Bus oder dem Zug fahren?
von Julian Trager Kontakt Profil

Wenn man nicht geimpft ist und hier vor Ort keine Möglichkeit zum Testen hat, darf man dann trotz geltender 3G-Regel mit dem Zug zur nächsten Teststation fahren?

Nein, diese Ausnahme ist in den Vorgaben des Bundes nicht vorgesehen. In Bus und Bahn gilt die 3G-Pflicht. "Bei Fahrtantritt darf die Testabnahme nicht länger als 24 Stunden zurückliegen", heißt es im Gesetz. Ausnahmen gibt es lediglich für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sowie Schülerinnen und Schüler.

Wie kann man dann sonst zur Teststation gelangen, wenn man man kein eigenes Auto hat?

Wer auf eine Fahrgelegenheit angewiesen ist, um sich testen zu lassen, dem bleibt nur das Taxi. Auch darauf weißt die Bundesregierung hin, in Taxen sei die 3G-Regel nicht verbindlich.

Welche Tests gelten in Bus und Bahn?

  • Ein aktueller negativer PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist.
  • Ein negativer Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist.
  • Ein Test durch den Arbeitgeber, wenn der Test durch geschultes Personal vorgenommen wurde und nicht älter als 24 Stunden ist.

Was gilt fürs Fliegen?

Da gelten dieselben Regeln wie für Bus und Bahn. Also auch 3G und Maskenpflicht.

Wie wird kontrolliert?

Die Ver­kehrs­un­ter­neh­men kontrollieren mit eigenem Per­sonal oder mit Hilfe von anderen Diensten. Manche Unternehmen mit dem Ordnungsamt und der Polizei zusammen. Die Kontrollen zu den 3G-Regeln schreibt der Gesetzgeber stichprobenhaft vor.

Welche Strafen drohen?

Wer ohne gültigen Nachweis angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Höhe der möglichen Strafen ist Ländersache. In Bayern sind es in diesem Fall 250 Euro.

Gibt es Unterschiede, wenn man vor zwei Impfungen an Corona erkrankte und wenn dies nach zwei Impfungen geschah?

Ja, da gibt es einen Unterschied. Wer sich vor zwei Impfungen infizierte, gilt nach der zweiten Impfung als geboostert. Im anderen Fall gilt man nicht als geboostert.

  • Genesen, geimpft, geimpft: Gilt in Bayern als geboostert.
  • Geimpft, geimpft, genesen: Galt zuerst in Bayern nicht als geboostert. Ab Mittwoch,13. Januar sind diese Personen den Geboosterten gleichgestellt.

Wer in Bayern als geboostert gilt

Bayern

Wenn man genesen und dann zwei Mal geimpft ist: Warum erkennt die Covpass-App das dann nicht als Booster?

Das ist ein technisches Problem, das dem Robert-Koch-Institut (RKI) als Herausgeber der Covpass-App schon länger bekannt ist. Die App könne schlichtweg nicht erkennen "ob es sich um die zweite Impfung der Grundimmunisierung oder um eine Auffrischungsimpfung handelt und zeigt deshalb eine zweiwöchige Wartezeit an", schreibt das RKI auf seiner Internetseite.

Wenn Kinder bereits in der Schule getestet werden – müssen sie sich dann am selben Tag fürs Sporttraining nochmal testen lassen?

Nein. Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, stehen hier Getesteten gleich, heißt es beim bayerischen Innenministerium.

Was gilt für Schüler zwischen 14 und 17 Jahren, die regelmäßig getestet werden: Brauchen sie Tests, um etwa in die Eishalle zu dürfen?

Nein, auch hier gilt: Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, brauchen bei 2G plus keinen Test, aber meistens einen 2G-Nachweis.

Was gilt für ungeimpfte Jugendliche?

Für ungeimpfte Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren gibt es noch eine Ausnahme: Sie dürfen, auch bei 2 G plus, musizieren, Theater spielen oder Sport treiben, etwa am Vereinssport in der Halle teilnehmen. "Zur eigenen Ausübung sportlicher, musikalischer oder schauspielerischer Aktivitäten", heißt es in der Corona-Verordnung. Das gilt laut Innenministerium auch für den privaten Besuch des Hallenbads, wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt. Ins Kino, Stadion, Konzert oder in einen Club dürfen ungeimpfte Zwölf- bis 17-Jährige demnach aber nicht. Die Ausnahmeregeln für Kinder und Jugendliche wurden bis zum 9. Februar verlängert.

Was passiert, wenn sich Eltern weigern, ihre Kinder für die Schule testen zu lassen?

Dann kann es teuer werden, mitunter sehr teuer. Seit dem 7. Oktober gelten Testverweigerer in Bayern als Schulschwänzer. Kommen die Kinder nicht der Schulpflicht nach, droht den Eltern Bußgeld. Das Landratsamt Augsburg leitete etwa rund 30 Bußgeldverfahren wegen "Testverweigerungen" ein. Laut der Stadt Augsburg wird das Bußgeld so berechnet: 30 Euro pro Erziehungsberechtigten plus 10 Euro pro Tag plus einmalige Bearbeitungsgebühren. Das schreibt der BR. Sollten sich demnach die Erziehungsberechtigten weigern zu bezahlen, wird ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet.

Die Hospitalisierungsrate ist jetzt schon länger unter 3.

Warum gibt es keine Lockerungen?

Weil der Wert in Bayern keine tragende Rolle für die Regeln spielt. Und das obwohl sich Bund und Länder bei einem Corona-Gipfel im November darauf einigten, dass die Hospitalisierungsinzidenz zum "wesentlichen Maßstab für die weitergehenden Schutzmaßnahmen" werden soll. Dabei handelt es sich um die Zahl der Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Aber: Wegen Nachmeldungen sind die zunächst kommunizierten Werte offenbar teils wenig aussagekräftig. Ab dem Wert 3 sollte eine 2G-Regelung für viele Bereiche gelten. In Bayern liegt der Wert aktuell bei 2,5. Wäre die Hospitalisierung der entscheidende Maßstab, müsste also aktuell in Bayern zum Beispiel die 2G-Regel für die Gastronomie gelockert werden. Das ist aber nicht der Fall. Die Hospitalisierungsinzidenz taucht in der aktuellen bayerischen Corona-Verordnung nicht auf.

Kann es im Winter wirklich zu Problemen mit den Corona-Tests kommen?

Ja. Laut "Bild"-Zeitung sind die Corona-Tests nicht wetterfest. Das sagt dem Bericht zufolge Maziyar Khatabaksh (48), Chief Risk Officer von „G&G International“, einem hannoverschen Medizin-Riesen, der bis jetzt 20 Millionen Tests auslieferte. Durch falsche Bedingungen bei Transport und Lagerung wäre die Ware schon vor dem Abstrich unbrauchbar. Eine Mindesttemperatur von 2 Grad dürfe beim Aufbewahren und auch generell nicht unterschritten werden. Und beim Abstrich müssten mindestens 15 Grad vorherrschen. In der Realität sei das oft nicht der Fall. Manche Teststationen sind einfache Plastik-Zelte. Zu niedrige Temperaturen könnten zu falschen Ergebnissen führen.

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