09.12.2021 - 08:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona und Kollegen – Was der Chef mitteilen muss

Darf ich erfahren, wenn mein Arbeitskollege positiv war? Diese und andere Fragen werden heute in der Reihe beantwortet.

Was tun, wenn der Test beim Kollegen positiv war?
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Schnelltest werden einmal in der Woche vom Bund bezahlt. Wenn Ärzte diesen Schnelltest machen, können sie trotzdem Gebühren von 20 Euro verlangen?

Mir ist das so passiert. Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung weist auf Nachfrage darauf hin, dass es sehr viele Sonderfälle gibt, so dass eine pauschale Antwort schwierig ist, ohne alle konkreten Details des Einzelfalls zu kennen. Grundsätzlich ist es aber richtig, dass Bürger pro Woche einen Antigen-Schnelltest kostenlos machen können. Der Hausarzt erhält dafür dann vom Bund 8 Euro für die Durchführung und zusätzlich 3,50 Euro für die Materialkosten, sprich den Test.

Wie komme ich an das Zertifikat der 3.Impfung, wenn ich nicht im Impfzentrum, sondern beim Hausarzt war ?

Auch Hausärzte können das Zertifikat ausstellen. Auch dort erhält man dann einen QR-Code, den man z.B. mit der Corona-Warn-App im Smartphone einlesen kann. Nachtgräglich bieten diesen Service zudem auch viele Apotheken an. Wer dort mit Impfpass und Personalauweis erscheint, kann sich ebenfalls einen solchen QR-Code generieren lassen.

Zwei Wochen vor meiner dritten Impfung habe ich mit Covid angesteckt. Inzwischen bin ich genesen. Bin ich aufgrund meiner Genesung vor der neuen Virusvariante Omikron geschützt oder muss die dritte

Impfung vorgezogen werden?

Tatsächlich gibt es Anzeichen dafür, dass eine vorhergehende Infektion mit einer anderen Corona-Variante als Omikron weniger gut gegen eine erneute Infektion schützt. Zuletzt hatte unter anderem das Redaktionsnetztwerk Deutschland von entsprechenden Untersuchungsergebnissen aus Südafrika berichtet, wo die neue Variante zuerst nachgewiesen worden war. Was das allerdings für die Impfung bedeutet, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Dazu sind weitere Untersuchungen nötig.

Wer darf noch den Gottesdienst in der Kirche besuchen? Welcher Impfstatus ist dafür nötig?

Gottesdienste sind von Regelungen wie 2G oder 3G weiterhinausgenommen. Verpflichtend sind ein Hygienekonzept und das Tragen von FFP2-Masken. Entscheidet sich die Pfarrei oder die Kirchengemeinde für die Anwendung der 3G-Rege, dann gibt es keine Personenobergrenze während des Gottesdienstes, darauf weist das bayerische Innenministerium hin. Wird der Geimpft-/Genesen/Getestet-Status nicht kontrolliert, dann bestimmt sich die in Gebäuden zulässige Höchstteilnehmerzahl "nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Plätzen gewahrt wird", heißt es in der Erklärung des Ministeriums.

Darf man mit einem zu Hause durchgeführten Schnelltest in ein Fitnessstudio, das 24 Stunden geöffnet aber nicht rund um die Uhr von einem Mitarbeiter überprüft wird?

Ein sogenannter Selbsttest ist für die 3- oder 2G-Regel nur dann zulässig, wenn er unter Aufsicht einer dafür geschulten Person stattfindet. Ein alleine zu Hause absolvierter Test erfüllt die Voraussetzung also nicht. Allerdings kann man sich auch in Teststationen, bei Ärzten oder in vielen Apotheken testen lassen. Der Test gilt dann für 24 Stunden.

Muss oder kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter informieren, wenn Kollegen positiv getestet wurden, z. B Kollegen aus der gleichen Abteilung / im selben Büro oder aus der gleichen Etage? Oder darf er das aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht?

Grundsätzlich ist eine Erkrankung Privatsache, aus Datenschutzgründen darf der Arbeitgeber die Kollegen also nicht ohne weiteres darüber informieren, wenn oder woran ein Kollege erkrankt ist. Allerdings weist das bayerische Landesamt für Datenschutz darauf hin, dass es von dieser Regelung Ausnahmen geben kann: Nämlich dann, "wenn ohne Kenntnis der Identität des Infizierten wirksame Vorsorgemaßnahmen seiner Kontaktpersonen behindert würden". Unter diesen Voraussetzungen sei "die ausnahmsweise und eng zu begrenzende Offenlegung eines Infektionsverdachts" datenschutzrechtlich zu begründen. Ob dieser Voraussetzung erfüllt ist, muss für den jeweiligen Einzelfall geprüft werden.

Wenn ich an Silvester einen Raum in einen Gasthaus privat anmiete. Darf ich dann mit ein paar vollständig geimpften und teilweise schon geboosterten Freunden länger als 22 Uhr feiern?

Laut bayerischem Innenministerium gibt es aktuell eine Regelung, die bis 15. Dezember gilt. Ob diese verlängert wird, steht derzeit noch nicht fest. Aktuell gebe es aber für geschlossene Gesellschaften eigene Vorgaben. Es gilt dann zwar die 2G plus-Reglung, also auch Geimpfte müssen einen Test nachweisen, der aber auch unter bestimmten Voraussetzungen vom Wirt erledigt werden kann. Die Sperrstunde entfällt dann, ebenso das Verbot für Tanz und laute Musik. Allerdings ist ab 22 Uhr keine aktive Bewirtung mehr möglich. Es bleibt aber erlaubt, "sich an vorab bereitgestelltem Essen und Getränken selbst zu bedienen", heißt es aus dem Ministerium. Es ist grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen einzuhalten, die nicht einem Haushalt angehören. Diese Abstandsregel entfällt beim Sitzen und beim Tanzen. Weiter dürfen maximal 25 Prozent der für die Räumlichkeiten zulässigen Kapazität genutzt bzw. so viele Teilnehmer zugelassen werden, dass der Mindestabstand grundsätzlich eingehalten werden kann. Die FFP-2-Masken-Pflicht entfällt nur beim Sitzen. Tanzen ist dagegen nur mit Maske erlaubt

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