23.03.2020 - 17:34 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Coronakrise: Pilgern, und zwar richtig

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Das Coronavirus beschäftigt uns alle: Ob im Privatleben oder im beruflichen Alltag – überall sind wir mit Einschränkungen oder Neuerungen konfrontiert. Hier erzählen die Redakteure der Amberger Zeitung von ihren Gedanken.

Wenn das Mariahilfbergfest nach Corona wieder stattfindet, dann will Redakteur Uli Piehler hinpilgern, und zwar mit allem, was dazugehört.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Das Mariahilfbergfest gibt es ja nur deshalb, weil in Amberg einst die Pest wütete. Vor fast 400 Jahren war das, als die Gläubigen gelobten, jedes Jahr zum Gnadenbild der Muttergottes auf den Berg zu pilgern, wenn nur endlich diese Seuche aus der Stadt verschwindet.

Wer hätte gedacht, dass der Ursprung des Bergfestes heuer auf so drastische Weise aktuell sein würde? Wie schön wäre es, wenn wir Anfang Juli alle gesund und unbeschwert durch die Budengasse schlendern könnten? Wie schön wäre es, sich beim Gottesdienst unter den schattigen Buchen die Hand zum Friedensgruß zu reichen? Und wie wunderbar ist der Gedanke daran, danach die Bierkrüge in den Zelten klirren zu hören? Egal bei welcher Brauerei.

Eines steht fest: Wenn dieser Spuk vorüber ist, werde ich auf den Berg pilgern. Und zwar richtig. Ich werde mich den alten Ambergern, die im 17. Jahrhundert unter der Pest viel, viel mehr gelitten haben als wir heute unter der Coronakrise, verbunden fühlen. Und ich werde einen Rosenkranz beten, um meine Sinne für das Wesentliche nicht nur in dieser Zeit zu schärfen: Zusammenhalt, Besonnenheit, Zufriedenheit mit den einfachen Dingen und vor allem Dankbarkeit für so vieles, das wir bisher als vermeintlich selbstverständlich betrachtet haben.

Zäsur beim Bergfest 2020

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