20.07.2018 - 14:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Efeu und Spinner

Hans-Jürgen Bumes (Grüne) will es genau wissen, warum in der Jesuitenfahrt der Efeu von der Stadtmauer entfernt worden ist. Und er fragt nach, wie es um den Eichenprozessionsspinner bestellt ist.

Der Efeu, der die Stadtmauer im Bereich der Jesuitenfahrt bedeckt hat, war Thema im Umweltausschuss. War es nun erlaubt oder hat sich die Stadt Amberg strafbar gemacht, wollte Hans-Jürgen Bumes von den Grünen wissen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wie war das jetzt mit dem Efeu in der Jesuitenfahrt (wir berichteten)? Durfte er entfernt werden oder nicht? Hans-Jürgen Bumes von den Grünen wollte es im Umweltausschuss genau wissen. Um am Ende zu erfahren, dass man so genau gar nicht sagen könne, ob man durfte oder nicht. Bumes bezog sich in seiner Anfrage darauf, dass im Mai von einem Grundstück an der Stadtmauer der Efeu entfernt worden ist, obwohl seiner Information nach so ein Eingriff zwischen März und September naturschutzrechtlich gar nicht erlaubt ist.
"Betroffen von der Aktion waren beispielsweise drei Vogelnester", führte Bumes aus. Seine Frage an den zuständigen Referenten Bernhard Mitko: "Hat die Stadt sich da strafbar gemacht?" Abgesehen von den Verwüstungen im Garten des Geschädigten sowie möglicherweise mangelnder Kommunikation mit diesem Pächter. Die Freihaltung der Stadtmauer entspreche einem Beschluss zumindest des Bauausschusses - wenn nicht sogar des Stadtrats. Das konnte Mitko ganz sicher dazu anmerken. "Und ob der Efeu ein Strauch im Sinne des Gesetzes ist, das ist umstritten." Also keine Klarheit. Mitko versprach, sich zu kümmern.
Weiter wollte Bumes wissen, wie es denn mit Bekämpfungsstrategien gegen den Eichenprozessionsspinner bestellt ist? Hier werde der Ball ja gerne zwischen Unterer Naturschutzbehörde und Gesundheitsamt hin und her gespielt, sagte er. "Warum gehen wir nicht verstärkt in die Prophylaxe?", fragte der Grünen-Stadtrat und berichtete von sehr positiven Erfahrungen, die manche Kommunen im Rhein-Main-Gebiet gemacht hätten, die schon seit gut 15 Jahren ihre Plage mit der lästigen Raupe hätten. "Duisburg hat zum Beispiel mit großem Erfolg sogenannte Nematoden (Fadenwürmer) eingesetzt", wusste Bumes.
Diese Gegenstrategie kannte Bernhard Mitko zwar nicht, er berichtete aber von einem Konzept, das derzeit unter Federführung des Team Grün ausgearbeitet werde. "Das Thema wird schon systematisch angegangen", versprach Mitko mit dem Verweis darauf, dass es ausgerechnet in diesem Jahr mit den ausgebrachten Mitteln gegen den Spinner nicht geklappt hatte - wegen des Regens zu dieser Zeit. Auf jeden Fall werde jeder Befall auf öffentlichem Raum exakt kartiert, um im kommenden Jahr gezielt gegen das lästige Raupentier vorgehen zu können.
Wobei aber nicht jedes Gespinst an einem Baum automatisch auch vom Eichenprozessionsspinner stamme. "Es existiert da eine ganz Reihe anderer Produzenten auch", so Mitko. Die aber als harmlos einzustufen seien. Bisher sei auch kein Fall bekannt, in dem der Spinner auf einem anderen Baum als einer Eiche überlebt hätte.

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