15.04.2021 - 18:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Einkauf mit Coronatest: Ein Selbstversuch in Amberg

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Einkaufen in der Stadt: Braucht man einen Test? Darf man in den Laden? Und muss man sich vorher anmelden? Die Verwirrung ist groß, weil sich die Regeln ständig ändern. Ein Selbstversuch in Amberg zeigt: Eigentlich ist es ganz einfach.

Schuhe im Geschäft anprobieren? Diese Woche geht das in Amberg, aktuell ist hier "Click & Meet" erlaubt: Die Kunden dürfen mit Anmeldung, FFP2-Maske und negativem Coronatest in die Geschäfte.
von Heike Unger Kontakt Profil

In einer Video-Konferenz des Runden Tischs Innenstadtattraktivität am Mittwoch waren die ständig wechselnden Corona-Vorschriften im Handel ein Thema: Zu kompliziert, zu wenig erklärt, keiner kennt sich mehr aus – waren Kritikpunkte. Deshalb war die Redaktion am Donnerstag selbst in der Innenstadt einkaufen.

Erste Etappe: Der Coronatest. Den braucht man momentan, wenn man in ein Geschäft hinein möchte. Mehrere Apotheken bieten kostenlose Schnelltests an. Der Selbsttest für daheim, den es zu kaufen gibt, reicht nicht für eine Einkaufstour: Dafür muss es ein offizieller Test aus Apotheke oder Testzentrum sein – mit einem Nachweis über das Ergebnis, den man dann in den Geschäften vorzeigen muss. Ein Möbelhändler bietet Kunden, die ohne Test kommen, einen Schnelltest in seiner Cafeteria an: Der gilt dann allerdings nur für dieses Geschäft.

Kommentar:

Einkauf mit Coronatest? Geht – aber halt anders

Wie schwierig ist es denn nun wirklich aktuell mit dem Einkaufen? Fazit eines Selbstversuchs: Schwierig ist es nicht, aber natürlich anders als vor Corona. Darüber kann man sich aufregen – aber das ändert nichts daran, dass die Dinge gerade so sind wie sie sind.

Der Schnelltest trägt seinen Namen zu Recht, er ist schnell gemacht und kostenlos. Für nur einen kurzen Besuch in nur einem Geschäft ist das natürlich schon ein Extra-Aufwand. Aber auch ein bisschen Extra-Sicherheit. Für sich selbst und für andere. Und wenn man gleich mehrere Erledigungen einplant, fällt der Abstecher zur Teststation eigentlich nicht ins Gewicht.

Fazit: Ja, einkaufen geht. Auch mit Coronatest. Man darf es halt nicht mit dem unbeschwerten Bummel vergleichen, den man vor der Pandemie gekannt hat.

Von Heike Unger

Ansonsten hilft ein Blick ins Internet, auf die Seite einer Apotheke: Ein paar Klicks und schon ist der Impf-Termin für die Wunschzeit in 30 Minuten gebucht. Die Suche nach einem Parkplatz in der Marienstraße dauert da deutlich länger. Vor der Teststation gibt es gerade keine Schlange. Die Mitarbeiterin im Corona-Schutz-Outfit lässt sich die Termin-Bestätigung, die per Mail auf dem Handy gelandet ist, zeigen. Und den Personalausweis.

In zwei Minuten erledigt

Kurz hinsetzen, Stäbchen in die Nase – nur wenige Zentimeter, nicht, wie viele Schauergeschichten behaupten, „ganz tief rein bis zum Anschlag“ – fertig. Das hat zwei Minuten gedauert. Das Ergebnis gibt es in 20 Minuten, als Ausdruck oder per Mail aufs Handy. Da bleibt noch Zeit, im Auto eine Breze zu essen. Das Handy piept, das Ergebnis ist da: Negativ. Los geht’s. Es sind nur wenige Menschen in der Fußgängerzone unterwegs. Aber viele Geschäfte haben geöffnet. Momentan ist hier „Click & Meet“ erlaubt: Das heißt, dass man mit FFP2-Maske und negativem Corona-Test in den Laden darf. Sind die Inzidenzwerte an drei Tagen nacheinander über 200, wird daraus „Click & Collect“: Dann muss man vorher per Internet oder Telefon bestellen und darf die Einkäufe nur an der Ladentür abholen.

Amberg

Am Donnerstag darf der Kunde aber noch in den Laden. Eigentlich sollte er sich dafür vorher im Internet oder per Telefon anmelden und eine Uhrzeit vereinbaren. Doch es ist so wenig los, dass alle Geschäfte der redaktionellen Test-Tour solche „Termine“ auch spontan vergeben, wenn man vor der Ladentür steht. Ein Abstecher in ein Bekleidungshaus, in ein Haushalts- und Dekogeschäft, in ein Sportgeschäft: Alles kein Problem, mit Test und Maske, ohne Voranmeldung. Und, weil sehr wenig los ist, mit viel Platz: Die Unsicherheit bei den Kunden ist groß, das berichten alle Verkäufer in den besuchten Geschäften.

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Test? "Nicht schlimm"

Eine Kundin im Sportgeschäft war sich auch nicht sicher: Brauche ich einen Test? Sie hat vorsichtshalber vorher angerufen. Jetzt kann sie neue Schuhe anprobieren. Hat sie extra dafür den Test machen lassen? „Das ist nicht schlimm“, sagt sie. Eigentlich wollte sie auch noch zum Uhrengeschäft, aber das ist geschlossen.

Zum Friseur momentan ohne Coronatest

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Unsere Fotografin hat sich auch testen lassen – und schnell noch fotografiert, bevor sie das Stäbchen in die Nase bekam.
Corona-Abstände einhalten ist hier momentan kein Problem: In der Fußgängerzone waren am Donnerstag nur wenige Einkäufer unterwegs.
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