19.08.2019 - 15:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Einsatzkräfte weiter beschäftigt: Keine Ruhe nach dem Sturm

Es war kurz aber heftig, das Unwetter, das am Sonntagabend über den Landkreis fegte. Während manche Ortschaften mit einem heftigen Regenschauer davonkamen, wütete es vor allem in der Gemeinde Freudenberg heftig.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Montag, 10.24 Uhr. Am Tag nach dem starken Unwetter, das am Sonntagabend über den Landkreis gefegt ist, sind die Feuerwehren schwer beschäftigt. In der Gemeinde Freudenberg fiel gegen 20.15 Uhr der Strom aus, am nächsten Morgen ist Schlauderhof immer noch ohne Strom. Der Grund: Eine Stromleitung ist umgefallen und in einen Weiher gestürzt, eine andere hat gebrannt.

"Wie nach einem Flugzeugabsturz"

Armin Daubenmerkl, Kreisbrandinspektor und Kommandant der Feuerwehr Freudenberg-Wutschdorf, und Alwin Märkl, Bürgermeister von Freudenberg, sehen sich die Verwüstung an, welche die Windhose zwischen Bühl und Schlauderhof hinterlassen hat. "Es sieht aus wie nach einem Flugzeugabsturz", beschreibt Märkl die Szene. "Da kriegst du eine Gänsehaut."

Ein Plan muss her. Zusammen mit dem Förster besprechen die Anwesenden das weitere Vorgehen. Viele Baumwipfel liegen lose auf den Bäumen. "Das ist sehr gefährlich", betont Daubenmerkl. Vor allem, weil einige Schwammerlsucher im Wald unterwegs sind. Sie unterschätzen die Gefahr, die von etwaigen herabstürzenden Ästen ausgeht.

Unwetter im Kreis Amberg-Sulzbach: Kirwazelt beschädigt

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Kirwazelt hebt ab

Rückblick: Sonntagabend. Die Kirwa in Etsdorf ist im Gange. Das Zelt ist voll. An der Unwetterwarnung, die vom Deutschen Wetterdienst herausgegeben wurde, scheinen sich die Besucher nicht zu stören. Dann erfasst der Sturm den Festplatz mit großer Wucht. Das Barzelt hebt als erstes ab. Einige Menschen verspüren Panik. Auch das große Kirwazelt setzt sich in Bewegung. Innen hängen sich Leute an die Streben, um das Zelt unten zu halten. Trotzdem reichen die Verankerungen und das Gewicht der Menschen nicht aus. Eine Kirwa-Besucherin erzählt am nächsten Tag: "Ich hatte Panik." Das Barzelt wurde komplett zerstört, das Festzelt zum Teil. "Das war nicht ohne", blickt Märkl zurück, der sich noch am Abend selbst ein Bild von der Zerstörung auf der Kirwa gemacht hatte. "Da sieht man mal, was für eine Kraft die Natur hat."

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Daubenmerkls Bilanz für die Sturmnacht: "Für das, was alles passiert ist, ist es gut ausgegangen. Niemand hat sich schwerer verletzt." Auch Tiere seien offenbar nicht zu Schaden gekommen. In Bühl rettete die Feuerwehr zwei Kälbchen aus einem eingestürzten Stodl. Märkl betont besonders die tolle Arbeit, die alle Helfer wieder einmal geleistet haben. Auch Daubenmerkl findet, dass es ein super Zusammenspiel der Feuerwehren war.

Bilanz der Rettungskräfte nach dem Unwetter

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Freudenberg stundenlang ohne Strom:

Das Bayernwerk verzeichnete am Sonntagabend in der Gemeinde Freudenberg den Ausfall mehrerer Mittelspannungsleitungen. Ab kurz nach acht war der Strom weg. Der Bayernwerk-Pressesprecher geht von schätzungsweise 1700 betroffenen Haushalten aus. Der Großteil von ihnen hatte noch vor Mitternacht wieder Strom. In Oberpennading beispielsweise konnte die Stromleitung erst im Laufe des Montags repariert werden. Bayernwerk versorgte den Ort aber per Aggregat mit Strom. Die Schwierigkeit für die Mitarbeiter vor Ort lag darin, dass mehrere Leitungen stark beschädigt waren und sie nur nach und nach repariert und wieder angeschlossen werden konnten. (anv)

Kommentar:

Daumen hoch für die Jugend

Die jungen Leute heutzutage haben nichts im Kopf außer Party, Social Media und Tinder. Das denken doch viele, oder? Und oft mag da ja auch Wahres dran sein - die Zeiten haben sich eben geändert. Doch an dieser Stelle soll einmal eine Lanze für die Jugend gebrochen werden.
Die Etsdorfer Kirwaleit, auf deren Kirwa es am Sonntag so richtig stürmte, haben spontan ihr Kirwabärtreiben abgesagt, eine Veranstaltung, die Tradition hat, Spaß macht und bei der auch der Alkohol nicht zu kurz kommt. Stattdessen ziehen sie durch die Ortschaft und packen überall mit an, wo es was zu tun gibt. Vorbildlich und nicht selbstverständlich. Daumen hoch!

Von Anne Sophie Vogl

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