15.02.2021 - 14:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Energiekoordinator spricht über Alternativen zur Ölheizung

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Es herrscht Unsicherheit bei Besitzern von Ölheizungen - ab 1. Januar 2026 gelten neue gesetzliche Vorgaben. Ein brisantes Thema mit vielen offenen Fragen. Für Aufklärung sorgt Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid.

Öl, das in den Keller gepumpt wird – künftig soll es solche Bilder immer seltener geben.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Wie sehr das Thema Ölheizungen unter den Nägeln brennt, zeigt ein für Mittwoch organisierter Online-Vortrag des Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN). Die Veranstaltung, die unter dem Titel „Das Ende der Ölheizung? Alternativen zur fossilen Wärmeerzeugung – gesetzliche Vorgaben“ läuft, ist ausgebucht, alle 100 Teilnehmerplätze sind belegt. Dafür beantwortet Joachim Scheid im Vorfeld die wichtigsten Fragen.

Der Klimaschutzkoordinator des Landkreises betont, wie dringlich das Thema ist. So sind etwa 40 Prozent des CO2-Ausstoßes im Landkreis Amberg-Sulzbach auf die Wärmegewinnung zurückzuführen. Eine Schätzung, genau lässt sich das laut Scheid nicht beziffern. Denn Gas ist leitungsgebunden, der Verbrauch kann somit gut beziffert werden. Kauft ein Weigendorfer aber beispielsweise Öl aus dem Nürnberger Land ein, macht das eine genaue statistische Aussagekraft schwer. Was bleibt ist die Gewissheit, dass etwas getan werden muss und Energiealternativen immer mehr in den Fokus rücken. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt, ab 1. Januar 2026 treten neue Regelungen in Kraft.

Pelletsheizung eine Alternative

Ab diesem Zeitpunkt wird es nicht mehr erlaubt sein, neue Ölheizungen zu verbauen. Es gibt zwar eine Härtefallregelungen, die Ausnahmen zulässt. Doch diese werden wohl nur sehr selten zum Tragen kommen, erklärt Scheid. Etwa, wenn es aus bautechnischer Sicht keine Alternative gibt.

Prinzipiell ist es aber laut Scheid so, dass durch Ölverbrennung der meiste CO2-Ausstoß verursacht werde, Gas sei da schon besser. Sinnvoll sei es, etwa auf eine Pelletsheizung umzurüsten. Bei Altbauten seien oft keine Luftwärmepumpen möglich, wie das bei dem Großteil der Neubauten mittlerweile zu sehen sei. Das liege vor allem daran, dass die Häuser nicht so gut gedämmt seien, wie neue Bauten, und meist Heizkörper angebracht seien. Für diese muss das Wasser auf eine deutlich höhere Temperatur gebracht werden – Luftwärmepumpen könnten das derzeit noch nicht leisten. Die Zimmer entkernen und dann den Boden für die Fußbodenheizung auffräsen oder gleich rausreißen – das kommt wohl für die wenigsten infrage. Deshalb sieht Scheid in der Pelletsheizung eine gute Alternative.

"Hin zu erneuerbaren Energien"

Der Klimaschutzkoordinator betont aber auch: „Ab 2026 sind die Ölheizungen nicht verboten“, wie viele fälschlicherweise annehmen. Wer eine Ölheizung im Gebäude nutzt, darf das auch noch in vier Jahren. Sollte etwas defekt werden, darf es natürlich ausgetauscht werden. Scheid sieht es in jedem Fall als „extrem wichtig“ an, dass gesetzgeberisch etwas passiert – um die Energiewende voranzutreiben. „Wir haben einen großen Bestand an Ölheizungen (laut Statista gab es 2019 in Deutschland 4,8 Millionen) – wir brauchen einen Weg von Öl hin zu erneuerbaren Energien“, sagt der Experte. Ihm sei klar, dass so etwas Zeit braucht. Allerdings brauche die Industrie auch einen Anreiz. Vielleicht sei es im Jahr 2038 so, dass die Ersatzteile für Ölheizungen so teuer seien, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien der logische Schritt sei. Vielleicht gebe es in ein paar Jahren Luftwärmepumpen, die auch für Heizkörper ausgelegt seien. Auf alle Fälle würden jetzt die gesetzlichen Grundlagen für solch eine Entwicklung stehen.

Amberg-Sulzbach: Energieberatung auf dem Smartphone

Amberg
Hintergrund:

Kostenlose Erstberatung beim ZEN

  • Das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) bietet am Mittwoch, 17. Februar, um 19 Uhr einen Online-Vortrag zum Thema „Das Ende der Ölheizung? Alternativen zur fossilen Wärmeerzeugung – gesetzliche Vorgaben“ – die Veranstaltung ist aber bereits ausgebucht.
  • Als Referenten treten SHK-Innungsobermeister Dietmar Lenk, Energieberater Josef Simon und Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid auf.
  • Das ZEN bietet auch Einzelberatungen an, auch wenn sich das derzeit wegen Corona schwierig gestaltet. Die Erstberatung ist kostenlos.
  • Das Zen ist unter Telefon 09624/903646 oder per E-Mail an zen[at]zen-ensdorf[dot]de erreichbar.

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