26.08.2021 - 09:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Ernährung bei Krebs: Bunt essen und den Körper unterstützen

Peter Fischer, Leiter der Klinik-Gastronomie am Klinikum St. Marien Amberg, arbeitet eng mit dem Team des Onkologischen Zentrums zusammen. Er weiß: Bewusstes Essen unterstützt den Heilungsprozess.

So bunt wie diese Paprikasorten sollte eine bewusste Ernährung sein.
von Adele SchützProfil

Die Nahrung trägt wesentlich dazu bei, den Körper gesund zu erhalten oder beim Gesundwerden zu unterstützen. "Es gibt zwar keine Krebsdiät oder Ernährungsform, die eine Krebserkrankung heilen kann", sagt die Koordinatorin der Integrativen Onkologie, Doris Kölbl. "Mit ausgewogener und gesunder Ernährung können wir aber Krankheiten, unseren Gesundheitszustand und unser Wohlbefinden positiv beeinflussen." Gerade während der Tumortherapie, die Kraft koste, sei das Essen von besonderer Bedeutung.

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung - mit ausreichend Obst, Gemüse, Nüssen, Ölsaaten, Kräutern und Gewürzen - versorgen Patienten mit den notwendigen Mikro- und Makro-Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Krebspatienten sollten, rät Doris Kölbl, immer Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten sowie beim Arzt oder in der Klinik nach einer Diät- und Ernährungsberatung fragen.

Der Leiter der Klinik-Gastronomie am Klinikum St. Marien Amberg, Peter Fischer, arbeitet seit Jahren eng mit dem Team des Onkologischen Zentrums zusammen, insbesondere mit Dr. Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor, und Dr. Ludwig Fischer von Weikersthal, Medizinischer Leiter des Onkologischen Zentrums. Der Küchenmeister (IHK), Diätkoch (IHK) und Fachberater für Rohkosternährung (IHK) weiß, dass es zwar keine spezielle Krebsdiät gebe, wohl aber eine richtige Ernährung. Sie könne helfen, den Heilungsprozess positiv zu beeinflussen.

Elisabeth Gaulard-Hirth ist staatlich geprüfte Diätassistentin, Fachberaterin für ganzheitliche Ernährung und Gesundheit. Sie arbeitet eng mit Fischer zusammen, um mit ihm die optimale Ernährungsweise für onkologische Patienten zu entwickeln. "Wir wollen Betroffenen und Interessierten zeigen, welche Lebensmittel auch während einer Krebstherapie gut verträglich sind und wie gezielt sich, mit Hilfe bestimmter Zutaten, die eigenen Abwehrkräfte stärken lassen", erklärt sie. Das Team komplettiert die staatlich geprüfte Diätassistentin Saskia Schönberger.

"Die Mischung macht's", diese Devise gilt laut Peter Fischer auch als Grundregel für Krebspatienten. "Weg vom täglichen Konsum des Lieblingsgerichts, hin zu einer abwechslungsreichen Ernährung mit vielfältigen, frischen, naturbelassen, ausgewogenen, möglichst regionalen und saisonalen Zutaten", sagt der Küchenmeister. "Auf dem Teller soll es farbenreich zugehen."

Er empfiehlt eine Auswahl aus möglichst vielen knallbunten Gemüse- und Obstsorten zu einer Mahlzeiten in Regenbogenfarben zu kombinieren.

Rot

Rote Bete, Himbeeren: beugen Herz- und Gefäßkrankheiten vor.

Gelb/Orange

Karotten, Ingwer: unterstützen das Immunsystem und schützen vor Infektionskrankheiten.

Grün

Brokkoli, Avocado: wirken entzündungshemmend, fördern die Zellbildung.

Blau/Violett

Blaukraut, Blaubeeren: wirken antioxidativ und beugen Zellschäden vor.

Weiß

Blumenkohl, Petersilienwurzel: weisen durchblutungsfördernde Eigenschaften auf.

Wichtig außerdem: "Bewusst langsam essen und gut kauen." Peter Fischer rät auch dazu, selbst zu kochen, um "wieder eine Wertschätzung für unsere Nahrungsmittel zu bekommen".

Das Ernährungsteam der Integrativen Onkologie gibt ein Handbuch heraus. Darin werden die zentralen Aspekte der Workshops und die Rezepte zusammengefasst. "Natürlich. Bewusst. Genießen. Ein Handbuch für gesunde Ernährung aus der Klinikums-Küche St. Marien Amberg" ist zu bestellen per E-Mail an kochbuch@ klinikum-amberg.de oder unter Telefon 09621/38-4049.

Nach einer Corona-Zwangspause können die Workshops im Oktober und November wieder angeboten werden. Informationen und Anmeldung bei Doris Kölbl unter Telefon 09621/38-4049.

Entspannungsübungen für Krebspatienten

Amberg
Service:

Rezept für zitronigen Brokkoli-Karotten-Teller

Brokkoli besitzt eine hohen Anteil an Niacin und Beta-Carotin. „Das Kohlgemüse hilft dem Immunsystem, die Zellen gegen schädliche Radikale zu schützen“, erklärt Peter Fischer.

Zutaten:

2 Brokkoli

1 Tasse Sprossen

70 Gramm gehackte Mandeln

5 mittlere Karotten

3 Esslöffel Olivenöl

Steinsalz

Pfeffer

Für die Cashew-Creme:

130 Gramm Cashew-Kerne

200 Gramm Wasser

Saft einer Zitrone

1 Teelöffel Agavendicksaft

Steinsalz

Pfeffer

Zubereitung: Brokkoliköpfe in kleine Röschen schneiden. Stiele schälen und in Würfel schneiden.

Karotten schälen und in Streifen hobeln.

Karotten und Brokkoli in eine Schüssel geben und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen.

Alle Zutaten für die Cashew-Creme in den Mixer geben und cremig mixen. Die Creme mit dem Gemüse mischen.

Zum Servieren mit Sprossen und gehackten Mandeln garnieren.

Hintergrund:

Die Workshops zur Ernährung bei Krebs

  • Neben der Ernährungsberatung sind vier Ernährungsworkshops das Herzstück der Arbeit von Elisabeth Gaulard-Hirth und Saskia Schönberger.
  • Die thematisch unterschiedlichen Workshops beleuchten die Ernährung unter verschiedenen Aspekten. Sie gliedern sich jeweils in einen Theorie- und Praxisteil.
  • Der erste Workshop „Optimale Ernährung“ informiert über Makro- und Mikro-Nährstoffe sowie über Superfood. Hergestellt werden Säfte, grüne Smoothies und Milchalternativen.
  • Das Immunsystem steht beim zweiten Workshop im Mittelpunkt.Es gibt Informationen zur Darmgesundheit, zum Mikrobiom, freien Radikalen, Antioxidantien und Vitaminen. Zubereitet wird Rohkost wie Blumenkohl-Sushi und Rote-Beete-Carpaccio.
  • Im dritten Workshop dreht sich alles um den Säure-Basen Haushalt. Es geht um Übersäuerung und Vergiftung sowie basische Ernährung. Im Praxisteil wird fermentiert. Sauerkraut, Cashew-Joghurt, Kvass und Wasser-Kefir werden zubereitet.
  • Im letzten Workshop geht es um mediterrane Ernährung. Zum Abschluss der Workshopreihe bereiten die Teilnehmer ein mediterranes Drei-Gänge-Menü zu, um es anschließend gemeinsam zu genießen.
  • Die Workshops sollen Theorie in die Praxis umsetzen. Sie sind auch interaktiver Austausch zwischen Patienten und Kursleiter. Auf persönliche Anliegen und Wünsche wird im kleinen Kreis eingegangen.
  • „Zusätzlich befassen wir uns auch mit besonderen Ernährungsproblemen, die mit einer Krebserkrankung einhergehen, wie Verstopfung oder Schluckbeschwerden“, sagt Elisabeth Gaulard-Hirth.

 

 

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