24.03.2020 - 17:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach reagieren auf die Coronakrise

Kreisbrandrat Fredi Weiß rechnet mit Absagen etlicher großer Feuerwehr-Jubiläen. Dienstlich gehen die Aktiven in den Feuerwehrautos auf Abstand, Dank Homeoffice sind tagsüber mehr Kräfte im Ort.

Auch bei den Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach (Symbolbild) ist Corona ein Thema.
von Heike Unger Kontakt Profil

Hohenburg (150 Jahre), Traßlberg (125 Jahre) und Ensdorf (150 Jahre): Drei große Feuerwehr-Jubiläen stünden eigentlich im Mai an. Im Juni wollten dann Winbuch (125 Jahre) sowie Gebenbach-Kainsricht (150 Jahre) feiern. Die erste Absage, aus Hohenburg, gibt es bereits. Und es werden wohl noch weitere folgen, vermutet Kreisbrandrat Fredi Weiß.

Weitere Absagen möglich

Die Jubiläen sind auf der Internetseite des Kreisfeuerwehrverbandes eingetragen, auch, um Überschneidungen zu vermeiden. Ob sie nun wegen Corona abgesagt werden, entscheidet die jeweilige Feuerwehr selbst, erklärt Weiß am Handy, während er am Dienstag gerade zur nächsten Lagebesprechung ins Landratsamt eilt.

Hohenburger Feuerwehr-Jubiläum abgesagt

Hohenburg

Bislang keine Ausfälle

Die Absage aus Hohenburg werde wohl noch "eine Welle nach sich ziehen", befürchtet Weiß. Denn zwei Wochen hin oder her machten in der derzeitigen Krise, in der das öffentliche Leben staatlich auf ein Minimum begrenzt wurde, keinen großen Unterschied. Insofern werde es zumindest die Feste im Mai vermutlich nicht geben, meint Weiß. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Mai in einem großen Bierzelt sitzen und feiern." In den Reihen ihrer Aktiven haben die 115 Feuerwehren im Landkreis bislang noch keine Corona-Ausfälle, wie der Kreisbrandrat berichtet: Es gebe derzeit keine Erkrankten oder Kameraden, die wegen eines Corona-Kontakts in Quarantäne seien. Weiß hat die Feuerwehren gerade erst per Mail mit neuen Informationen dazu versorgt, auf was sie momentan besonders achten müssen.

Übungen und Ausbildungsdienste für die Aktiven sind schon länger ausgesetzt. Auch die Kinder- und die Jugendfeuerwehr machen Corona-Pause, zunächst bis Ende April. Die Einsatzkräfte sind aufgerufen, ganz besonders auf die Hygieneregeln zu achten. Außerdem müssen sie dokumentieren, wer bei einem Einsatz dabei war, wenn es Kontakte zu Personen mit Corona-Symptomen gegeben hat. Für Alarmierungen hat Weiß die Devise ausgegeben: "Nehmt nur so viele Einsatzkräfte mit, die zur Bewältigung der Schadenslage unbedingt notwendig sind."

Weniger Leute im Auto

Sein Stellvertreter im Verband, Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl, erklärt am Beispiel "seiner" Freudenberger Feuerwehr, was das in der Praxis heißt: Statt der üblichen neun Mann, die hier "sehr eng aufeinander sitzen", rücken in einem Löschgruppenfahrzeug derzeit nur sechs aus: Vier im Mannschaftsbereich und zwei vorne. So könnten die Aktiven den nötigen Abstand zueinander wahren. Werden weitere Kräfte benötigt, folgen sie in einem zweiten Fahrzeug. Damit verringere man auch die Zahl möglicher Ausfälle, wenn es einen Corona-Kontakt oder -Verdacht geben würde. Ziel sei es, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.

Daubenmerkl kann der Krise aber sogar einen kleinen Vorteil abgewinnen: Die Tatsache, dass viele Aktive derzeit im Homeoffice arbeiten, wirke sich immerhin positiv auf die Tagesalarmstärke aus. Es sind also momentan tagsüber mehr Einsatzkräfte greifbar also sonst.

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