23.11.2021 - 17:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Fragen zu Corona: Welcher Test und welcher Impfstoff?

Die neuen Coronaregeln werfen neue Fragen auf. Eine Auswahl rund um die Themen Impfstoffe, Zugangsbeschränkungen und zulässige Tests werden hier beantwortet.

Besucher stehen bei der 2G-Kontrolle am Gendarmenmarkt in Berlin Auch in Bayern ist der Einlass fast überall streng reglementiert.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Bei der 2G-Plus-Regel sind nur Geimpfte und Genesene mit negativem Test zugelassen. Gilt hier ein Antigentest oder muss es ein PCR-Test sein?

Laut bayerischem Gesundheitsministerium ist für die 2G-plus-Regel ein Antigen-Schnelltest ausreichend. Die Regel gilt künftig bei Kultur- und Sportveranstaltungen. Alle Zuschauer müssen dann neben dem Nachweis über ihre Genesung bzw. Impfung auch einen negativen Test vorweisen. Der Antigen-Test darf nicht älter als 24 Stunden sein.

Ich muss beim Restaurantbesuch meinen Impfstatus vorlegen, woher bekomme ich aber Information ob mein Wirt oder sein Servicepersonal ebenfalls geimpft ist?

Der Impfstatus fällt unter Recht auf informationelle Selbstbestimmung der jeweiligen Servicekraft, sprich den Datenschutz. Nur der Arbeitgeber darf den Status unter bestimmten Voraussetzungen abfragen. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass nur geimpfte, genesene oder getestete Servicekräfte zum Einsatz kommen. Laut DEHOGA-Bayern-Mitteilung vom 19. Oktober gilt dafür folgende Regelung: Mitarbeiter müssen an mindestens zwei Tagen pro Woche einen Nachweis über einen negativen PCR-Test vorlegen. Alternativ können die Beschäftigten auch einen arbeitstäglichen Antigen-Schnelltest vorweisen. Selbsttests unter geschulter Aufsicht ist dabei möglich.

Ganz vergessen sind in der Diskussion um die Booster-Impfungen Personen – wie unter anderem der Bundespräsident – die zweimal mit Astrazeneca geimpft wurden. Was sollen die nun tun?

Die Gesundheitsministerkonferenz rät schon seit Juli zur Kreuzimpfung. Wer bei der ersten Impfung Astrazeneca (Vektor-Impfstoff) erhalten hat, soll bei der Zweitimpfung auf die MRNA-Impfstoffe (Moderna, Biontech) setzen. Dies gilt nun auch bei der Auffrischungsimpfung. Hier werden ohnehin praktisch nur noch die MRNA-Impfstoffe verwendet. Von bisher 994 475 Booster-Impfungen in Bayern (Stand Montag) erfolgte keine einzige mit Astrazeneca und nur 7 mit Johnson-&-Johnson-Impfstoff.

Wir sind eine kleine Wandergruppe, vier Frauen aus vier Haushalten. Dürfen wir in einem Auto, 3 Frauen mit FFP-Maske oder nur zu zweit, Mitfahrerin mit FFP-Maske unterwegs sein?

Die von der Staatsregierung erlassenen neuen Regeln enthalten bislang keine ausdrücklichen Aussagen zum Fahren im Auto. Beim Lockdown im vergangenen Winter war es aber tatsächlich so, dass die Beschränkung auch fürs Auto galt, das heißt es durften je nach konkreter Regelung nur die Mitglieder zweier Haushalte in einem Auto gemeinsam unterwegs sein. Diesmal ist es aber so, dass die Kontaktbeschränkung nur für Ungeimpfte und nicht Genesene gilt. "Geimpfte, Genesene und Kinder unter 12 Jahren zählen nicht mit", heißt es im jüngsten Bericht aus der Kabinettssitzung ausdrücklich.

Wir haben eine Gaststätte. Hier will meine Tochter der Fußball-Damenmannschaft nachträglich zum Geburtstag einen ausgeben. Diese Veranstaltung wird länger als 22 Uhr dauern. Ist das möglich?

In Gaststätten gilt verbindlich die Sperrzeit 22 Uhr. Deshalb ist ein solches Treffen derzeit also nicht möglich. Nicht ausdrücklich erwähnt wird in den Vorgaben derzeit, was gilt, wenn die Gasträume von den Eigentümern privat genutzt würden. Mindestens gilt dann die Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte und nicht Genesene. Angesichts der hohen Infektionszahlen ist es aktuell sicher besser, solche Feiern auf eine Zeit zu verschieben, in der die Pandemie-Lage weniger dramatisch ist.

Sind aktuell Treffen der Seniorenclubs erlaubt, oder stehen diese unter der Auflage der Kontaktbeschränkungen?

Kontaktbeschränkungen im engeren Sinn gelten derzeit nur für Ungeimpfte bzw. nicht Genesene. Für private und öffentliche Veranstaltungen in nichtprivaten Räumlichkeiten (z.B. Weihnachtsfeiern, Hochzeiten, Geburtstage etc.) gilt künftig die 2G-Plus-Regel. Findet die Feier in einem Gastronomie-Betrieb mit Hygienekonzept statt, gilt die 2G-Regel. Außerdem gilt dann abseits der Sitzplätze die FFP2-Maskenpflicht. Bezüglich Auftritten von Musikern gibt es derzeit keine weiteren Einschränkungen.

Bisher galt 3G nicht in Privaträumen, Handel, ÖPNV und Gottesdiensten. Darüber hinaus sind öffentliche Einrichtungen, wie etwa Landtag, Gerichte, kommunale Gremien und Behörden davon ausgenommen.

Wie verhält sich dies nun ab Mittwoch?

"Die 2G-Regelung wird flächendeckend ausgeweitet und Ausnahmen weitgehend gestrichen", heißt es dazu aus dem bayerischen Kabinett. 2G gelte daher künftig auch für, körpernahe Dienstleistungen (inklusive Friseure), in Hochschulen und in der außerschulischen Bildung (Musikschulen, Fahrschulen, Volkshochschulen etc.) Auch in Bibliotheken und Archiven soll die 2G-Regel gelten. Behörden werden dagegen nicht genannt. Im ÖPNV soll demnächst die 3G-Regel gelten. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss dann einen negativen Schnelltest vorweisen. Diese Regelung geht allerdings vom Bundestag aus. Das Parlament hat die Anpassung bereits vergangene Woche beschlossen. Ab wann sie tatsächlich gilt, war am Dienstagnachmittag noch unklar.

Als Büroinhaber eines kleinen Büros mit zehn Mitarbeiter bekommen wir immer noch Besuch zu Besprechungen, im Büro gilt jetzt die 2G Regel. Bei einer Kontrolle entpuppen sich 2 Teilnehmer als ungeimpft und Verweigerer. Was muss ich oder sollte ich veranlassen?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass einem Geschäftsinhaber in der Regel das Hausrecht zusteht und er somit auch strengere Vorgaben hinsichtlich des Infektionsschutzes umsetzen kann, als gesetzlich vorgeschrieben, erklärt die Pressestelle der Polizei Oberpfalz zu diesem Vorfall. Auch habe der Inhaber das Recht, Personen, die sich nicht daran halten, des Geschäfts zu verweisen. Sollte sich dann jemand weigern zu gehen, kann ein Vergehen des Hausfriedensbruches im Raum stehen.

Zusätzlich erklärt die Pressestelle: Soweit möglich sollten persönliche Besprechungen ohnehin auf ein Minimum reduziert werden. Wenn dies nicht möglich ist, wird empfohlen, Besprechungsteilnehmer bereits im Vorfeld auf die gesetzlichen bzw. zusätzlich internen Vorgaben (hier beispielsweise die 2G-Regelung) hinsichtlich der Hygienemaßnahmen hinzuweisen. Somit kann gegebenenfalls bereits eine Anreise von in diesem Fall nicht geimpften oder genesenen Personen ausgeschlossen werden.

Weitere Fragen offen

Viele Fragen können selbst die bayerischen Ministerien derzeit noch nichts bis ins letzte Detail beantworten. Man bemühe sich um die erforderlichen Anpassungen. Wegen der "notwendigen Klärung von Detailfragen" nehme dies aber "einige Zeit in Anspruch".

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Weiden in der Oberpfalz
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