11.12.2020 - 16:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Fridays for future Amberg klopft Klimaziele der Stadträte ab

Fridays for future Amberg fordert von den Stadträten klare Bekenntnisse: Mit einem Fragenkatalog wollen die Aktivisten ausloten, wie ernst es den gewählten Vertretern aller Parteien und Listen eigentlich mit dem Klimaschutz ist.

Rund 650 Teilnehmer zählte die Klima-Demo am 20. September 2019 in Amberg.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

"Schulstreikwoche 121. Morgen sind es 5 Jahre seit dem Pariser Abkommen. 5 Jahre Untätigkeit und Schlupflöcher schaffen. So können wir nicht weitermachen", schreibt die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg am Donnerstag auf ihrem Facebook-Profil. Auch in Amberg wollen die Aktivisten der Fridays-for-future-Bewegung diesen 5. Geburtstag des Pariser Klimaabkommens nicht untätig verstreichen lassen. In einem Brief an die Parteien und Listen, die im Amberger Stadtrat vertreten sind, stellen sie konkrete und unbequeme Fragen. Zum Beispiel: "Beschreiben Sie, welche Klimaschutzmaßnahmen Sie in der laufenden Legislaturperiode umsetzen wollen." Oder: "Welche verbindlichen Ziele verfolgt Ihre Partei bis 2025 bezüglich Klimapolitik in Amberg?" Ganz konkret wollen die Aktivisten von den Stadträten wissen, ob sie als Partei eine eine autofreie Innenstadt befürworten oder ob sie Parkplätze zu Gunsten öffentlichen Raumes rückbauen würden. "Gerade die Kommunalpolitik hat eine große Verantwortung, ihren Kommunen eine lebenswerte Zukunft zu sichern", heißt es in dem Schreiben, das von Elena Singer, Florian Wachler, Paul Weidenhammer, Lena Ibler, Michael Zeitler, Aziza Ernst und Jakob Krusche unterschrieben wurde. Mit den Antworten möchten sie sich einen Überblick verschaffen, wie die gewählten Vertreter im Bereich der kommunalen Klimapolitik in den nächsten Jahren vorgehen werden. "Unsere Fragen mögen zunächst unrealistisch wirken, entsprechen jedoch der Dringlichkeit, die sich aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen ableiten lässt. Sie sind auch als Forderungen an die Kommunalpolitik zu verstehen", heißt es in der Pressemitteilung.

Klimaschutzbündnis, Fahrradverkehrskonzept, Klimamanagerin: Die Bemühungen der Stadt Amberg seien zu erkennen, meinen die FFF-Vertreter. "Angesichts der Lage ist dies leider nicht ausreichend." Sie kritisieren, dass ein übergeordnetes Ziel der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Amberg-Sulzbach fehle, das transparent aufzeigt, wo es gemeinsam hingehen soll. "Die letzte Fassung der Amberger Klimaziele wurde im Jahr 1993 verabschiedet (50% CO 2 -Reduktion bis 2030 gegenüber dem Bezugsjahr 1990). Diese ist weder konform mit den deutschen Zielen noch mit dem Pariser Abkommen und bedarf längst einer Aktualisierung. Gleichzeitig können erst an einem solchen Ziel sinnvolle Maßnahmen ausgerichtet werden, die sonst ins Leere zu laufen drohen", fordert die Amberger Ortsgruppe Fridays for future von der Kommunalpolitik.

Friday for future Amberg über das Klimaschutzbündnis

Amberg

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.