Anlässlich des Volkstrauertages versammelten sich Vertreter der Militärkameradschaft Amberg, der Stadt, ihrer Parteien und Vereine auf dem Soldatenfriedhof im Amberger Katharinenfriedhof: Traditionell gelten hier an diesem Tag die Gedanken den Opfern der beiden Weltkriege, aber auch Vermissten und Menschen, die ihr Leben durch Gewalt verloren haben. Dazu schossen Katharina Wennicke und Andreas Häring von der Amberger Schlosswache mit Böllern zwei Schuss Salut als Ehrerbietung für die Verstorbenen. Und Maximilian Tutsch von der Knappschaftskapelle spielte das Lied vom guten Kameraden auf der Trompete.
Franz Kölbl, der Vorsitzende der Militärkameradschaft, betonte, dieses Totengedenken sei "keine angestaubte Tradition", sondern gerade jetzt, angesichts des Kriegs mitten in Europa, "Mahnung und Warnung an jeden einzelnen von uns". Seit des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar sei wohl jedem bewusst, "welche Bedeutung das Wort Frieden hat". Für Kölbl zählt vor allem die Bedeutung, die einst Michail Gorbatschow, der letzte Präsident der Sowjetunion, formuliert hatte: "An den Frieden denken heißt an die Kinder denken." Diese seien vom Krieg immer am schlimmsten betroffen, unterstrich Kölbl: "Ein Krieg raubt den Heranwachsenden die schönste Zeit ihres Lebens – die Kindheit."
Auch viele der Soldaten, die in diesem Teil des Katharinenfriedhofs begraben sind oder an die die Kreuze und Mahnmale hier erinnern, seien "halbe Kinder" gewesen, als sie ihr Leben verloren. Kölbls eigene "früheste Kindheitserinnerung" ist die an den Flieger-Angriff auf das Heereszeugamt in Amberg im Frühjahr 1945: "Mich quälen diese Erinnerungen bis heute. Wie muss es da erst den Kindern in der Ukraine gehen?"
Umso wichtiger sei es gerade heute, alles für den Frieden zu tun. Dies sieht Kölbl aber nicht nur als Aufgabe der Politik, sondern als eine für jeden einzelnen. Dies beginne schon im Kleinen, im Kampf gegen Neid und Missgunst. Vielleicht, so Kölbls Anstoß, sollte man damit anfangen, "mit dem Nachbarn zu reden, anstatt über ihn". Sein Appell zum Volkstrauertag lautete deshalb: "Pflegen wir ein friedliches Miteinander. Das sind wir unseren Kindern und Enkelkindern schuldig. Lassen wir uns nicht spalten und reden wir miteinander."













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