07.03.2021 - 09:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Für Aktionen nach dem Lockdown: Amberger Altstadt bekommt eigene Taskforce

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Amberg bekommt eine Taskforce: Die 22-köpfige "schnelle Einsatzgruppe" prüft und plant Aktionen, die im Sommer die Altstadt bereichern sollen. Das erste Treffen hat bereits stattgefunden. Und es gibt auch schon Ergebnisse.

So sah es am Montag, 14. Dezember 2020, in der Innenstadt von Amberg aus. Zwei Tage später griff der noch immer geltende Lockdown.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wollte Altstadt-Kümmerin Verena Fitzgerald in einer Online-Umfrage wissen: Was wünschen sich die Amberger für die Zeit nach dem Lockdown? Mehr als 3600 Stimmen wurden abgegeben. Auf Platz eins landete der Wunsch nach mehr Sitzgelegenheiten unter freiem Himmel für die Gastronomie. Doch es tauchten noch viele andere Ideen und Vorhaben auf, die nun von der neuen "Taskforce Altstadt" auf ihre Machbarkeit hin überprüft werden.In diesem Sommer soll "ein vielfältiges Angebot in der Amberger Altstadt und um sie herum gemacht werden", sagt die städtische Pressesprecherin Susanne Schwab. Dazu haben sich vier Teams gebildet, die sich schnell und effektiv um eine Corona-konforme Planung und Umsetzung kümmern.

Online-Umfrage als Grundlage

Basierend auf besagter Umfrage wurden die Ergebnisse "auf oberster Ebene mit Oberbürgermeister Michael Cerny" besprochen. Bei der Präsentation, die ebenfalls online stattfand, lobte Gewerbebau-Chef Karlheinz Brandelik "das positive Ergebnis" dieser Bürgerbeteiligung, schließlich setze sich die Wunschliste "zum größten Teil aus durchaus realistischen Projektideen" zusammen. Deshalb seien noch keine Vorschläge pauschal ausgeschlossen worden.

Laut Brandelik geht es nun darum, die kurz- und langfristige Umsetzbarkeit der Aktionen genauestens unter die Lupe zu nehmen. Schließlich erfordere zum Beispiel das Aufhängen einer Lampiongirlande in der Fußgängerzone einen wesentlich geringeren organisatorischen und finanziellen Aufwand als eine Kletterwand an der Stadtmauer oder ein Sommerfest an einem noch gar nicht existierenden Stadtstrand. Damit derartige Pläne trotz der schwer vorhersehbaren Entwicklung der Pandemie möglichst schnell und unbürokratisch umgesetzt werden können, müssen sich je nach Aktion viele Akteure und Ämter abstimmen. Genau deswegen gebe es die Taskforce als schnelle Einsatztruppe.

Die neue Taskforce für die Amberger Altstadt hat ihre Arbeit aufgenommen. Die erste Videokonferenz hat bereits stattgefunden.

Der Anfang ist gemacht: Per Videokonferenz beriet sich OB Cerny mit allen Beteiligten. Insgesamt umfassen die Gruppen laut Schwab derzeit 22 Frauen und Männer. Erste Ergebnisse liegen bereits vor. So sei besprochen worden, die Aufgaben auf vier Arbeitskreise zu verteilen. Das Team Deko soll sich um die Themen Begrünung, Pop-up-Stores, Stadtmobiliar, Beleuchtung und sonstige Dekorationen wie die in der Umfrage gewünschten "Selfie Spots" kümmern. Die Koordination übernimmt der Stadtmarketingverein. Das Team Events wird von der Wirtschaftsförderung Gewerbebau geleitet und beschäftigt sich mit der Planung verstreuter kleinerer Feste unter freiem Himmel sowie mit der Unterstützung der Kultur- und Veranstaltungsbranche.

"Gemeinsam erleben, aber sicher"

Ebenfalls von der Wirtschaftsförderung koordiniert, konzentriert sich das Team Betriebe auf verkaufsfördernde Maßnahmen und Werbeaktionen für lokale Händler, Gastronomen und Dienstleister. Im Team Werbung werden laut Schwab die Projekte aller Arbeitsgruppen unter einem einheitlichen Konzept in der Öffentlichkeit beworben. Diese Gruppe wird von der Kommunikationsabteilung der Stadt geleitet und hat sich in seiner ersten Konferenz bereits auf ein Logo mit dem Titel "gemeinsam erleben - aber sicher!" geeinigt.

Alle Projektteams legen nun in den nächsten beiden Wochen ihre kurz- und langfristigen Ziele fest und berichten darüber in der nächsten großen Taskforce-Runde. Susanne Schwab: "Im Anschluss soll es schnell und direkt an die Umsetzung der gemeinsam festgelegten Planungen gehen."

Hintergrund:

Sie bilden die Taskforce

Team Deko: Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Luftmuseum, Baureferat mit den Teams Grün, Sondernutzung und Stadtentwicklung sowie Wasserwirtschaftsamt

Team Events: Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Amberger Congress Marketing, Ordnungsamt und Baureferat mit Team Sondernutzung

Team Betriebe: Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Park- und Werbegemeinschaft, IHK, Ordnungsamt, Abfallberatung, Klimaschutz und Fair Trade, Amberg liefert

Team Werbung: Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Kommunikationsabteilung der Stadt und Amberg liefert

Kommentar:

Schon ein erfüllter Wunsch wäre schön

„In jeder Krise steckt auch immer eine Chance.“ Viele werden diesen Satz vermutlich schon gar nicht mehr hören wollen. Viel zu oft wurde er bisher zitiert, ohne dass sich in Zeiten von Corona greifbare Lösungen oder gar Verbesserungen entwickelt hätten. In Amberg ist das aber etwas anders. Hier hat sich seit dem Ausbruch der Pandemie tatsächlich viel getan, was vor einem Jahr noch unvorstellbar gewesen wäre. So hat die Stadt im Sommer 2020 zum Beispiel dafür gesorgt, dass Gastronomen ihre Außenflächen erweitern dürfen. Das ging teilweise so weit, dass dort, wo früher Autos abgestellt wurden, plötzlich Tische standen. In der Altstadt wurden, wie in der Viehmarktgasse, tatsächlich Parkplätze in Restaurantflächen umgewandelt. Wer das in Zeiten vor Corona vorgeschlagen oder gar gefordert hätte, wäre für verrückt gehalten worden. So aber wurde aus der Krise eine Chance.

Und nicht nur das. Auch das Aufstellen von 300 Weihnachtsbäumen in der Altstadt hätte es früher nicht gegeben. Nun startet also die neue Taskforce und will genau an diese Ideen anknüpfen. 22 Leute prüfen in vier Teams das Machbare und sollen es gegebenenfalls umsetzen. Natürlich besteht die Gefahr, dass zu viele Menschen zu viele Ideen in zu vielen Gruppen zerreden und am Ende nichts passiert. Aber sagen wir es so: Sollte auch nur ein Wunsch erfüllt werden, den die Amberger in der Online-Umfrage formuliert haben, hätte die Taskforce ihren Zweck schon erfüllt.

Thomas Kosarew

Die Top Ten: Das wünschen sich die Amberger für die Zeit nach dem Lockdown

Amberg

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