29.04.2021 - 12:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Wann geht's los? Freibäder in Amberg-Sulzbach sind bereit für Badesaison

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Eigentlich würden am ersten Mai-Wochenende in Bayern viele Freibäder öffnen. Auch in der Region Amberg-Sulzbach. Daraus wird erst einmal nichts. Vier Badbetreiber erklären, wie sie sich vorbereitet haben.

Günter Schwarzer wartet gespannt: Darf, und wenn ja, wann darf der Amberger Bäderleiter das Hockermühlbad für Besucher öffnen?
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Wird es heuer möglich sein, dass Besucher trotz Corona in den Freibädern in Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach ihre Bahnen ziehen und im Wasser planschen? Noch müssen die Badbetreiber auf eine positive Reaktion aus dem bayerischen Gesundheitsministerium warten. Die Reduktion von Kontakten stelle "weiterhin eine wichtige Säule zur Eindämmung des Infektionsgeschehens dar, weshalb in der aktuellen Situation eine Öffnung von Freibädern nicht angezeigt ist", heißt es aus der Behörde in München. Laut der aktuell geltenden Infektionsschutzmaßnahmenverordung sind die "Öffnung und der Betrieb von Badeanstalten, Hotelschwimmbädern, Thermen und Wellnesszentren sowie Saunen untersagt". 2020 durften die bayerischen Freibäder Anfang Juni wieder öffnen – unter Einhaltung verschiedener Sicherheitsmaßnahmen. Etwa war die Zahl der Badegäste reduziert, sie mussten Abstand halten und beim Betreten der Sanitärbereiche Masken tragen.

Trotzdem bereiten sich die Betreiber der Freibäder in Amberg, Vilseck, Königstein und Hirschau auf den Startschuss vor, wie unsere Nachfrage zeigt.

Hockermühlbad in Amberg

Auf das "Hocko" sind heuer viele Blicke passionierter Freibadgänger gerichtet. Weil das Waldbad in Sulzbach-Rosenberg und das Freibad in Rieden wegen Sanierungsarbeiten 2021 definitiv geschlossen bleiben, könnten viele Schwimmer ausweichen und hier ihre Bahnen ziehen wollen. Davon geht auch Stadtwerke-Leiter Stephan Prechtl aus: Das Hockermühlbad "ist sicher ein noch gefragterer Ort, um sich mit Schwimmen gesund und fit zu halten".

Seit Freitag vergangener Woche sind alle Vorbereitungsarbeiten, die möglich waren, erledigt. Die Becken sind gereinigt, die Außenflächen in Schuss. Man sei bereit für die Sommersaison, "wobei aus verständlichen Gründen noch keine Aufheizung des Beckenwassers erfolgt", erklärt Prechtl. Weitere Informationen aus dem Gesundheitsministerium über mögliche Öffnungsszenarien hätten auch die Stadtwerke nicht. "Es gilt momentan abzuwarten, was die Politik plant und an Regelungen vorgibt." Die Schutz- und Hygienemaßnahmen der Saison 2020 hätten sich aus Sicht der Stadtwerke bewährt, nun müsse man sehen, welche Vorgaben hinzukommen.

Wie wichtig ein Badebetrieb auch heuer ist, zeigten auch die anstehenden Abiturprüfungen, so Prechtl weiter. "Für Training und Prüfung ist eine Öffnung des Hockermühlbades dringend erforderlich." Es gebe bereits Kontakt zu Schul- und Sportamt. Betroffen sind demnach Schüler des Max-Reger-Gymnasiums, Erasmus-Gymnasiums, Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums, aber auch des HCA Gymnasiums in Sulzbach-Rosenberg. "Sie wünschen sich, dass das Bad öffnet."

Das Waldbad in Sulzbach-Rosenberg wird saniert und bleibt 2021 geschlossen

Sulzbach-Rosenberg

Auch das Freibad in Rieden bleibt heuer geschlossen

Rieden

Freibad in Vilseck

Für Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl ist es fast ein persönliches Anliegen, dass das Freibad seiner Kommune heuer öffnet. "Ich gehe selbst gern ins Bad", schließlich habe man hier das größte Schwimmerbecken im Landkreis, sagt er nicht ohne Stolz. "Aber zunächst müssen die Infektionszahlen nach unten." Eigentlich hätte an diesem Mai-Wochenende das Treiben im Vilsecker Freibad begonnen, bis "30. Juni wird das nicht möglich sein, wenn die Zahlen nicht unten sind". Trotzdem sei schon jetzt vieles vorbereitet, "wir stehen in den Startlöchern".

Nur die Technik habe man noch nicht gestartet, ergänzt Schertl. Man brauche einen Vorlauf von zehn Tagen. "Damit das Wasser warm, gechlort und umgewälzt ist." Wie genau ein möglicher Betrieb laufen könnte, auf diese Vorgaben aus München wartet Schertl. Ob es so funktionieren kann wie im vergangenen Jahr? In Vilseck war der Einlass strikt begrenzt, zweimal am Tag öffnete die Einrichtung, zwischendrin war sie geschlossen, um gereinigt zu werden. "Ich bin zuversichtlich, dass mit einem Impffortschritt und niedrigeren Zahlen Ende Mai bzw. Anfang Juni vielleicht mehr Besucher ins Bad dürften." Das Freibad wolle er aber in jedem Fall öffnen, verspricht Schertl. Außer die Perspektive ziehe sich noch weit in den Juli hinein.

Naturbad in Königstein

"Wir wissen, dass wir nichts wissen", so fasst Oliver Berger, Geschäftsführer der Marktwerke in Königstein, die Lage zum Naturbad zusammen. Dort sind seit Dienstag die Grundreinigung im Bad und die Gartenarbeiten wie Wiese mähen und Sträucher schneiden abgeschlossen. Auch fließt jetzt wieder Wasser ins Becken. "Wir erledigen die Arbeiten als könnten wir wie jedes Jahr Mitte Mai öffnen." Von einem Tag auf den anderen könne das Bad dann besucht werden – abhängig von der Witterung, wie er sagt. "Und den Vorgaben."

Im Naturbad Königstein wird gänzlich auf chemische Substanzen verzichtet, das Wasser wird nicht durch Chlor gereinigt. "Es hat sich ja gezeigt, dass die Ansteckung in Naturbädern gleich null ist", erklärt Berger.

Wann das Bad starten darf, weiß er noch nicht. Sicher sei, dass es aber keine Außengastronomie wie gewohnt gebe. "Kein warmes Essen, nur Pommes frites. Abgepacktes darf nur auf der Wiese gegessen werden. Wer keine FFP2-Maske beim Abholen trägt, wird nicht bedient." Auch auf den Laufwegen werde es sicherlich eine FFP2-Masken-Pflicht geben.

Dünenbad am Monte Kaolino in Hirschau

Der Hirschauer Ausschuss für Stiftung und Tourismus hat zur Frage nach der Freibadöffnung bereits vor einigen Wochen beraten. Die Entscheidung wurde vertagt – die Meinungen in dem Gremium waren sehr unterschiedlich. Josef Birner (SPD) gab zu bedenken, dass "Stand-by" eines Bades sehr teuer sei. Zumal die Infektionszahlen heuer höher seien als 2020. Christian Gnan (CSU) sah ebenfalls das hohe Defizit, das sich 2020 ergeben habe, weil weniger Besucher in die Einrichtung durften. Er stellte den "enormen Freizeitwert des Bades für junge Menschen, Erwachsene und Senioren" heraus.

In der kommenden Stadtratssitzung am Mittwoch landet das Freibad erneut auf der Agenda. "Bisher haben wir keine Aussicht, wie es weitergehen könnte", sagt Bürgermeister Hermann Falk. Die Außenanlagen seien bereits hergerichtet, Sträucher geschnitten, das Pflaster sei sauber. "In den beiden Becken ist noch das alte Wasser." Es brauche etwa vier Wochen Vorlauf, damit das Dünenbad auch öffnen könnte. Wirtschaftlich sei der Betrieb des Freibads freilich nie, "wenn letztlich aber nur sechs Wochen oder zwei Monate Öffnung möglich sind, ist das nicht mehr tragbar." Für ihn persönlich sei es schon ein Anliegen, "es bringt ein Stück Lebensqualität zurück, vor allem für die Kinder ist es schön". Falk hofft darauf, dass es spätestens am 9. Mai, bis dahin gelten die aktuellen Corona-Maßnahmen, eine Entscheidung aus München gibt.

Das waren die Regeln in der Badesaison 2020

Amberg

 

 

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