18.12.2020 - 11:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf Grammer folgt digitaler Campus in Amberg

Lange blieb das Gebäude der ehemaligen Grammer-Konzernzentrale in Amberg nicht leer. Mittlerweile sind mehrere Einrichtungen dort untergebracht. OB Michael Cerny schwärmt vom digitalen Campus und träumt sich in die virtuelle Zukunft.

Die Nachnutzung der ehemaligen Grammer-Konzern-Zentrale ist gelungen. Darüber freuen sich (von links): Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik, OB Michael Cerny, OTH-Präsidentin Andrea Klug und Brigitte Netta, Leiterin der Kindertageseinrichtung DigiMINT-Kids.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Besser hätte das Timing nicht sein können. 2017 tagte das bayerische Kabinett in Amberg. Die Stadt äußerte dabei ihre Wünsche gegenüber der Staatsregierung – wie bei solchen Gelegenheiten üblich. Ein digitaler Campus für die OTH Amberg sollte es sein. Professor Andrea Klug, die Präsidentin der Hochschule, erklärte damals: Gar nicht so einfach, dafür braucht es „Geld und Fläche“. Geld machte schließlich der Freistaat locker. Fläche bot sich jetzt ganz in der Nähe des Campus an.

Mit dem Umzug der Grammer-Zentrale nach Ursensollen wurde in diesem Jahr eine Gewerbeimmobilie mit 4500 Quadratmeter Nutzfläche frei. Nur ein paar Schritte von der OTH entfernt. Was der Stadt und der Hochschule nun in die Hände spielt – sie arbeiten „Hand in Hand“, wie die Beteiligten bei einem Pressetermin am Mittwochnachmittag erklärten.

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Eine Grundsatzentscheidung

Denn eigentlich äußerten sie gegenüber dem Kabinett nicht nur ihre Wünsche, sondern legten gleich ein ausgefertigtes Konzept vor. „Wir haben uns entschieden, gemeinsam mit der OTH einen Brief zu schreiben, um die Digitalisierung voranzubringen und etwas gegen die Raumnot zu unternehmen“, erklärt Oberbürgermeister Michael Cerny. Der digitale Campus sei damals eine Grundsatzentscheidung gewesen. „Nun wird er mehr und mehr Realität“, sagte der Oberbürgermeister bei dem Pressetermin. Und man sei anderen Hochschulen ein Stück voraus.

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OTH-Präsidentin Klug sprach von einem „Leitprojekt“. Die Digitalisierung an der Hochschule habe sich mittlerweile zum „Kerngebiet Künstliche Intelligenz“ fortentwickelt. Die Differenzierung schreite voran. Als die OTH vor 25 Jahren zum ersten Mal Studenten aufnahm, gab es nur zwei Studiengänge: Elektrotechnik in Amberg und Betriebswirtschaft in Weiden. Aktuell schreibt die OTH trotz Corona Rekordzahlen: über 50 Studiengänge, über 3500 Studierende. In Amberg gebe es neben den Ingenieurswissenschaften mittlerweile die Bereiche Medien, Pädagogik und Informatik.

Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik freut sich vor allem, dass die Gewerbeimmobilie der Wirtschaftsfördergesellschaft an der Georg-Grammer-Straße 2 nun vollständig genutzt wird: „Für uns war die Nachnutzung eines so großen Gebäudes eine enorme Herausforderung.“ Trotzdem habe es einige Anfragen gegeben. Von Anfang an habe man aber einen Bereich für die OTH reserviert.

Traum von "virtueller Vorschau"

Das Voranschreiten der Digitalisierung in Amberg lässt Oberbürgermeister Michael Cerny hoffnungsvoll in die Zukunft blicken: „Mein großer Traum ist es, dass in den Bauausschusssitzungen keine Bebauungspläne mehr vorgelegt werden, sondern alle eine VR-Brille aufsetzen.“ Mit dieser soll eine „virtuelle Vorschau“ der geplanten Baumaßnahmen möglich sein.

Hintergrund:

Die Nachnutzung der ehemaligen Grammer-Zentrale

Folgende Einrichtungen sind nun in der ehemaligen Grammer-Konzernzentrale untergebracht:

  • Anzaplan – Dorfner Analysezentrum und Anlagenplanungsgesellschaft
  • Digi-Mint-Kids: eine innovative Kindertageseinrichtung, als deren Betreiber die Caritas auftritt
  • Eckert-Schulen Amberg
  • EPW: Eisenreich, Pirkl + Weigl Planungsgesellschaft
  • OTH Amberg: Digitale Modellfabrik, VR-/AR-Labor, MakerSpace
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