Der Fall ist ein Vorzeigebeispiel für die Zusammenarbeit deutscher und tschechischer Behörden. Wegen diverser schwerer Drogendelikte hatte die Justiz im Nachbarland einen 46-Jährigen aus der Grenzstadt Asch sechseinhalb Jahre im Prager Gefängnis Pankrác eingesperrt. Dann gab es für den Familienvater eine bittere Enttäuschung: Statt entlassen zu werden, wurde er per europaweit erlassenem Haftbefehl nach Deutschland ausgeliefert.
In Reservereifen versteckt
Die Amberger Staatsanwaltschaft nahm den Tschechen heuer im Februar zunächst in U-Haft und holte ihn jetzt vor das Landgericht. In einem dreitägigen Prozess wurde dem 46-Jährigen vorgeworfen, dass er in den Jahren 2014 und 2015 in seiner Heimat Bestellungen von knapp drei Kilogramm Crystal Speed und zehn Kilo Marihuana entgegen nahm. Zwei später mehrjährig eingesperrte Dealer aus Schwandorf orderten die heiße Ware und bezahlten sie in Asch. Danach kam der Rauschgift-Großhändler nach Schwandorf und brachte bei 16 einzelnen Fahrten die in aufgeschlitzten Reservereifen versteckte Drogenfracht in die Oberpfalz.
Die Lebensgefährtin und zwei Kinder werden sich für die Rückkehr des Familienoberhaupts mit Geduld wappnen müssen. Das Amberger Landgericht schickte den 46-Jährigen, der pro Gramm Crystal Speed nur elf Euro verlangte, zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Sein Geständnis fiel dabei strafmildernd ins Gewicht.













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