13.06.2021 - 12:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Häkelkunst aus Amberg bei Kunst-Festival in der Schweiz

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Böse Zungen behaupten ja, den perfekten Mann müsse man sich backen. Häkeln geht auch. Was mit Nadel und Faden alles möglich ist, zeigt seit Samstag ein Kunst-Festival in der Schweiz. Mit dabei: Ein Amberger Zeitungsleser.

Die Amberger Zeitung wird auch in der Schweiz gelesen: Der gehäkelte Zeitungsleser ist Teil eines Kunstprojekts, das seit Samstag in einem Kunstfestival im Bergdorf Rossinière zu sehen ist.
von Heike Unger Kontakt Profil

Einen kleinen Vorgeschmack auf das Schweizer Kunst-Festival "mit Nadel und Faden" ("Les Artisanales de fil en aiguille") haben die Amberger vor ein paar Wochen schon bekommen: Heike Unger, Redakteurin bei Oberpfalz-Medien/Amberger Zeitung und privat eine begeisterte Strickerin/Häklerin, hatte unterstützt von Familie und Freunden einen ganzen Schwarm gehäkelter Schmetterlinge in einem Baum vor dem Luftmuseum in Amberg aufgehängt. Jetzt ist die bunte Garnkunst im öffentlichen Raum, weltweit als Straßenkunstform "Yarnbombing" bekannt, weiter geflattert nach Rossinière in der Schweiz.

Straßenkunst: 400 gehäkelte Schmetterlinge flattern vor dem Luftmuseum in Amberg

Amberg

In dem kleinen Ort im Kanton Waadt im französischsprachigen Teil des Landes läuft von 12. Juni bis 12. September das Kunst-Festival "Mit Nadel und Faden": 75 Künstler aus verschiedenen Ländern wurden eingeladen, dort ihre "mit Nadel und Faden" gefertigten Werke an verschiedenen Stellen im Dorf zu installieren. Vertreten sind Nadel-Künstler aus der Schweiz, den USA, Mexiko, Brasilien und aus Deutschland. Letzteres vertreten Elke Hahn (#gassenmaschen, Stuttgart) und Heike Unger (#dieoberpfaelzerin, Amberg).

Typisch Schweiz

Die beiden lassen in Rossinière nicht nur Schmetterlinge fliegen, sondern zeigen auch ihr Gemeinschaftswerk "La Suisse typique" – "Typisch Schweiz": Mit Acrylgarn und Häkelnadel haben die beiden nachgestaltet, was ihnen als Deutschen zur Schweiz eingefallen ist. Bekannte Persönlichkeiten wie DJ Bobo oder Max Frisch gehören ebenso dazu wie manch typisches Produkt – vom Schweizer Taschenmesser bis zum Kult-Getränk Rivella. Natürlich alles gehäkelt und mit einem Augenzwinkern zu sehen. Als kleine Hommage an Amberg gesellt sich auch ein gehäkelter Leser der Amberger Zeitung dazu.

Auch die Schmetterlinge aus Amberg sind in Rossinière gelandet. Sie sind hier mit weiteren Exemplaren aus 18 deutschen Städten, die Anfang des Jahres auch solche Schmetterlings-Bäume hatten, vereint. Als kleine Aufmunterung im Lockdown hatte Elke Hahn mit der deutschlandweit aktiven Strick- und Häkelgruppe "Yarngang" diese Schmetterlings-Aktionen als "Hotspots against Corona" im Januar initiiert.

Amberger Schmetterlinge in Rossinière

Das Amberger Luftmuseum war im März ein perfekter Platz für einen Schwarm gehäkelter Schmetterlinge – denn zeitgleich war im Museum eine Schmetterlings-Ausstellung aufgebaut, die wegen des Lockdowns allerdings nicht besucht werden konnte. Inzwischen ermöglichen die Corona-Lockerungen dort aber eine Zugabe: Die Ausstellung "Schmetterlinge im Kopf" mit Exponaten des Sammlers Manfred Ströhle in der gotischen Hauskapelle des Luftmuseum wurde bis 25. Juli verlängert – und darf jetzt auch besucht werden.

In Rossinière sind die Beiträge zum Kunst-Festival im ganzen Ort verteilt: Die Kunst begegnet einem hier also bei einem Spaziergang durch den Ort, in Gärten, an öffentlichen Plätzen, auf Bänken, an Bäumen oder in Gebäuden.Zu sehen sind sie hier noch bis einschließlich 12. September. Der Beitrag aus Deutschland ziert ein Brückengeländer vor dem malerischen Hintegrund der idyllischen Schweizer Bergkulisse – und zog schon während des Aufbaus direkt neben einer stark frequentierten Durchgangsstraße am Freitag die Blicke auf sich. Inzwischen ist das Interesse so groß, dass die Gemeinde Schilder aufstellen will, die den Verkehr lenken sollen.

 

 

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