Amberg
27.06.2025 - 11:23 Uhr
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Immer noch keine konkrete Entscheidung für Neubau der Ziegeltorbrücke in Amberg

Fakt ist: Die Brücke über den Amberger Stadtgraben zum Ziegeltor muss neu gebaut werden. Fakt ist aber auch: So richtig weiß im Augenblick keiner, in welcher Form das passieren soll. Viel Raum für intensive Diskussionen.

Schon Ende 2023 war es ein großes Thema im Amberger Bauausschuss: Die Brücke über den Stadtgraben zum Ziegeltor ist ein Sanierungsfall. Wobei Sanierung hier wohl gleichzusetzen ist mit Abriss und Neubau. Seither ist mehr als ein Jahr vergangen, der Zustand der Brücke dürfte sich während dieser Zeit nicht unbedingt verbessert haben. Das wissen natürlich auch die Mitglieder des kombinierten Bau- und Verkehrsausschusses, der am Mittwoch im Großen Rathaussaal – unter anderem – zu diesem Thema getagt hat.

Erinnern wir uns zurück: Im Dezember 2023 plädierten die Mitglieder des Amberger Bauausschusses einstimmig dafür, die alte Ziegeltorbrücke, die in den 1970er Jahren auf den ursprünglichen Pfeilern von 1921 betoniert worden ist, abzureißen und durch drei filigranere Brücken zu ersetzen. Die einmal das Ziegeltor besser zur Geltung bringen sollten und darüber hinaus den Auto-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr sauber trennen würden. Diese Drei-Brücken-Lösung fanden hinterher aber nicht mehr alle Beteiligten und viele Bürger so toll. Es musste noch einmal neu geplant werden.

Londoner Büro engagiert

Zu diesem Zweck hat das beauftragte Nürnberger Planungsbüro Leonhardt, Andrä und Partner das renommierte, auf Brücken spezialisierte und in ganz Europa tätige Londoner Architekturbüro Knights Architects hinzugezogen. Bart Halaczek von Knigts Architects stellte dem Ausschuss am Mittwoch grundsätzlich einmal die Varianten für den Ersatzneubau vor. Wobei es in diesem Schritt nicht um das Aussehen, sondern ausschließlich um die Funktion gegangen ist.

Prinzipiell ging es dabei um die Frage, ob die Ziegeltorbrücke künftig eine Brücke sein soll, über die Autos fahren oder ob sie zur reinen Fußgänger- und Radlerbrücke umfunktioniert werden soll. Was letztlich bedeuten würde, dass der Autoverkehr, der heute durch das Ziegeltor auf den Altstadtring abgeleitet wird, dann über die Kasern-, Herren- und Untere Nabburger Straße durch das Nabburger Tor fahren muss. Das sind rund 700 Fahrzeuge während der Woche, am Wochenende sind es zum Teil deutlich weniger.

Nur eine einzige Brücke

Der Vorteil dieser Variante: Man müsste nur eine einzige Brücke bauen, die zudem relativ schmal ausfallen würde. Damit wiederum wäre eine zentrale Forderung des Landesamts für Denkmalschutz erfüllt, man möge bei einem Neubau doch das Ziegeltor bitte wieder deutlich besser zur Geltung bringen. Die Brücke könnte man sogar relativ kostengünstig in Holzbauweise errichten. Darüber hinaus hätte nach Einschätzung der Planer diese Variante zahlreiche Vorteile, was unter anderem die Verringerung des Parksuchverkehrs in der Altstadt angeht.

Aber wollen die Stadträte überhaupt eine autofreie Brücke? Nein, sagt CSU-Fraktionssprecher Matthias Schöberl. "Wir wollen die Bebauung auf dem Bürgerspital-Areal über die Ziegelgasse abwickeln", so argumentiert er. "Da brauchen wir diese Brücke." Eine Brücke sei wahrscheinlich günstiger als deren zwei oder drei, so Rudolf Scharl (Liste Amberg). Aber man dürfe eben nicht nur über die Brücke selbst diskutieren, man müsse das auch über die künftige Verkehrsführung in der Altstadt tun.

Abstimmung zum Thema Autos

"Wollen wir, dass Autos über das Ziegeltor raus und Fußgänger und Radfahrer über das Ziegeltor rein und raus fahren?" Das ist laut OB Michael Cerny die zentrale Frage, die es zu klären gilt. Über die ließ er dann auch abstimmen. Grüne und Liste Amberg stimmten dabei als einzige für die autofreie Variante, der Rest der Gremiums will auch weiterhin Autos durch das Ziegeltor ausfahren lassen.

Nachdem das geklärt war, sollte entschieden werden, ob der Verkehr dann künftig über eine, über zwei oder über drei Brücken abgewickelt werden soll. "Alle durch eine ist nicht gut", befand Veronika Niklaus (Freie Wähler). Schön und gut, so Christina Schleicher (Grüne), man müsse aber auch an die finanzielle Situation der Stadt Amberg denken bei der Diskussion, ob man eine oder mehrere Brücken bauen wolle. "Wir reden hier über Geld, das wir gar nicht haben."

Thema vertagt

Aber warum nicht einfach die jetzige Brücke genauso wieder bauen? "Es fällt mir schwer zu glauben, dass die Brücke nicht eins zu eins ersetzt werden darf", so Verkehrsreferent Bernhard Mitko. Die Diskussion ging noch eine Weile, bis Martin Frey (Liste Amberg) feststellte, er könne auf Basis der vorhandenen Informationen keine Entscheidung treffen. Das fanden dann auch die übrigen Stadträte – mit der Folge, dass das Thema in einem der nächsten Bauausschüsse noch einmal gründlich und mit genaueren Fakten besprochen werden soll.

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