07.06.2021 - 18:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Impfreihenfolge: So priorisiert das Impfportal innerhalb einer Gruppe

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Das Warten auf den Impftermin wirft immer wieder Fragen auf. Eine davon: Was sind die Kriterien innerhalb einer Gruppe zur Priorisierung? So entscheidet das Impfportal, wer bei gleicher Priorisierung zuerst drankommt.

Die BayIMCO-Software priorisiert mithilfe eines Algorithmus.
von Wiebke Elges Kontakt Profil

Nicht jeder erhält so schnell einen Impftermin, wie er es gerne hätte. Wenn dann jemand bei gleicher Priorisierung eher die Corona-Impfung bekommt, fühlen sich manch andere ungerecht behandelt. Sebastian Schaller vom Bayerischen Roten Kreuz in Amberg-Sulzbach erklärt, dass nicht die Impfzentren entscheiden, wer innerhalb einer Priorisierungsgruppe zuerst drankommt. Die Impfzentrumsbetreiber wählen nur aus, wie viele Personen eine Einladung bekommen. Danach geschieht die Auswahl über die BayIMCO-Software des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Die Abkürzung steht für „Bayerisches Impfmanagement gegen Corona“.

Datum der Registrierung spielt keine Rolle

Die BayIMCO-Software wählt aus, wer einen Impftermin bekommt. Dabei geht das System zunächst nach den bekannten vier Priorisierungsgruppen vor, so Schaller. Er fügt hinzu, dass das Datum der Registrierung keine Rolle spiele. Durch das System, könne es durchaus sein, „dass eine Person der 3. Prioritätsgruppe, die sich jetzt erstmals registriert, früher eingeladen wird, als eine Person der 3. Prioritätsgruppe, die sich vor drei Monaten registriert hat.“ Hans Prechtl vom Landratsamt in Schwandorf bestätigt, dass ein Windhund-System bei der Vergabe der Impftermine keine Rolle spielt. „Wer sich vor Monaten schon registriert hat, hat keinen Vorteil.“ Ein Anruf führe dabei auch nicht zu einem früheren Termin, sagt Schaller. Er betont jedoch, wenn beispielsweise eine 75-jährige Person registriert ist und bisher noch keine Einladung durch das System erhalten habe, dann würde das Impfzentrum manuell eingreifen. „In so einem Fall hätte das System offensichtlich nicht funktioniert.“

Wenn jedoch neue Priorisierungsfaktoren zu den bisher bekannten dazukommen, kann es sinnvoll sein, ein vor längerer Zeit angelegtes Profil zu aktualisieren, sagt eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Registrierte erhalten ein fiktives Alter

Die BayIMCO-Software funktioniert mithilfe eines Algorithmus, sagt eine Ministeriumssprecherin. Dabei lege das System einen „besonderen Wert auf eine faire Verteilung innerhalb der Priorisierungsgruppen.“ Ziel sei es, alle relevanten Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen und Beruf zu berücksichtigen. Grundsätzlich erfolge die Priorisierung erst einmal anhand des Alters. Um berufliche Gründe oder Vorerkrankungen abbilden zu können, erhalten diese Personen ein virtuelles, fiktives Alter, so das Ministerium. „Hierdurch besteht dann die Möglichkeit, dass eine 20-jährige Pflegekraft vor einer 88-jährigen Person einen Termin zur Impfung erhält.“ Den genauen Algorithmus hält das Ministerium allerdings geheim, um „möglichem Missbrauch und Manipulation vorzubeugen.“

Impfen ohne Priorität bei Hausärzten

Weiden in der Oberpfalz

Kommentar zur Priorisierung

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Wie funktioniert die Priorisierung?

Seit dem 20. Mai kann sich bereits jeder in Bayern bei den Hausärzten Impfen lassen. Doch in den Impfzentren bleibt die Priorisierung bestehen.

  • Gruppe 1: Personen im Alter von 80 Jahren und älter
  • Gruppe 2: Personen im Alter von 70 bis 79
  • Gruppe 3: Personen im Alter von 60 bis 69
  • Gruppe 4: alle anderen
  • Personen mit Vorerkrankungen oder bestimmten Berufen können in der Impfreihenfolge aufrücken. Dafür erhalten sie ein fiktives Alter.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.