18.05.2020 - 16:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Kinder freuen sich über Rückkehr in die Schulen

Das Prinzip ist einfach: Eine Hälfte der 6a des Max-Reger-Gymnasiums darf wieder in die Schule, die andere Hälfte ist im Wechsel in der kommenden Woche dran. Was simpel klingt, erfordert im Vorfeld viel an Vorbereitungen und Organisation.

Die Maske und ein gebührender Abstand gehören einfach dazu. Die Schülerinnen und die Besucher der Dr.-Johanna-Decker-Schulen haben das bereits verinnerlicht.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die Klasse 6a des Max-Reger-Gymnasiums hat einen Vorteil. Weil sie ohnehin schon ziemlich klein ist, kann die Schüler-Hälfte, die in dieser Woche in die Schule darf, im gewohnten Klassenzimmer bleiben. Dieses Prinzip klappt nicht an allen Schulen so problemlos. Oft ist eine ausgefeilte Logistik erforderlich, um alle Kinder unter den von Corona diktierten Bedingungen - wie Abstands- und Hygieneregeln - beschulen zu können. Und doch funktioniert es an diesem Montag ganz gut, wie die Schulleiter feststellen. "Die Schülerinnen verhalten sich absolut lobenswert", sagt beispielsweise Günter Jehl, der Direktor der Dr.-Johanna-Decker-Schulen.

So fing es an mit der "Schule daheim"

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Dabei sind die Decker-Schulen am Montag sogar doppelt gefordert. Denn sowohl am Gymnasium als auch an der hauseigenen Realschule kommen neue Klassen hinzu. Nachdem bisher die älteren Schülerinnen wieder zurück in den Unterricht durften, sind nun die beiden Eingangsklassen dran. Trotzdem klappt alles hervorragend, stellt Günter Jehl fest. Nicht zuletzt, so mutmaßt er, weil es eine reine Mädchenschule ist.

Am Beruflichen Schulzentrum wurde es eng

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Aber auch dort, wo die Klassen gemischt sind, herrscht eine andere Atmosphäre als vor Corona. Ruhiger und besonnener sind die Buben und Mädchen, die beispielsweise am MRG nach der langen "Schule daheim" endlich wieder einen Teil ihrer Klassenkameraden sehen. "Bei uns waren in der ersten Woche 100 Prozent der Q 12- und 100 Prozent der R10-Schülerinnen (Abschlussklassen von Gymnasium und Realschule) da", sagt Günter Jehl, der Direktor der Decker-Schulen. Es hätten "dank" der Corona-Regeln ja auch 20 Prozent entschuldigt daheim bleiben können. Und auch am Montag wollte keine der Schülerinnen der unteren Klassen fehlen.

Der Neustart nach der Zwangspause

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"Es lief alles sehr gut und nach den Hygieneregeln", stellt Silke Kick ihren Erstklässlern, die am Montag ebenfalls nach langer Lern-Durststrecke wieder in ihre Klassenzimmer durften, eine glatte Corona-Eins aus. Die Rektorin der Max-Josef-Grundschule ist fast ein bisschen begeistert, mit welcher Disziplin ihre Kleinsten zurück kommen. Einzeln queren sie die Eingänge, benutzen die aufgestellten Spender mit den Desinfektionsmitteln und gehen zügig ins Klassenzimmer. Das fröhliche Tohuwabohu vor Unterrichtsbeginn existiert nicht mehr, ruhig und zielstrebig geht es in den Unterricht. Aber nicht nur die Kinder sind froh über den Unterricht in der Schule, auch die Lehrer genießen den neuen, alten Zustand. "Wir sind wieder ganz nah am Kind", schwärmt Silke Kick - natürlich nicht körperlich, versteht sich. Gerade für die Lehrerinnen der Abc-Schützen waren die vergangenen Wochen nicht einfach. Nicht in allen Haushalten gab es technische Voraussetzungen oder den Willen für den Unterricht daheim. "Dort sind die Kolleginnen dann mit den Materialien auch schon mal hingefahren und haben sie persönlich abgegeben."

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Keine Probleme meldet auch die Kümmersbrucker Mittelschule. "Ich habe den Eindruck, dass sich die Schüler schon freuen", fasst Rektor Florian Fuchs die Stimmung zusammen. "Es hat ja schon viel an den Sozialkontakten gefehlt." Probleme gibt es also auch hier keine, nur die eine Sorge, die alle Schulen teilen: Sollte es einen einzigen positiven Corona-Fall geben, dann fängt alles wieder von vorne an mit Quarantäne und Schule daheim.

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