Ulrich Schaller, der Leiter der Stabstelle Mobilität und Verkehr im Baureferat, holte in der Sitzung des Verkehrsausschusses relativ weit aus, um zu erklären, warum der geplante Radweg entlang und in der Köferinger Straße auf einer Länge von rund 1,2 Kilometer so wichtig ist. Rund zwei Drittel der Bürger wollen laut einer amerikanischen Studie gerne mit dem Rad fahren, sie möchten das aber in einer für sie sicheren Umgebung tun. Denn nur ganz wenige Radfahrer sind furchtlos und wagemutig genug, im ganz normalen Autoverkehr mitzuschwimmen. Gerade die Köferinger Straße ist aber in dieser Hinsicht nicht unproblematisch, da es nur im unteren Teil einen kombinierten Rad- und Fußweg gibt. Ab der Einmündung des Liebengrabenwegs bleibt den Radfahrern dann nur noch die Straße. "Radfahren darf keinen Mut erfordern", sagt Ulrich Schaller dazu.
Grundsätzlich gilt, wie Ulrich Schallers Kollege Roman Kick ergänzte, dass nicht zuletzt die Entwicklung des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses sowie das neue Baugebiet an der Kennedystraße zu einer Belebung der Straße führen. Höchste Zeit also, um hier Abhilfe zu schaffen und zumindest einen gewissen Schutz für die Radler zu erzeugen. Erstmalig in Amberg soll zu diesem Zweck auf einer Teilstrecke ein sogenannter Radstreifen angelegt werden. Im Gegensatz zum "Schutzstreifen", der mit gestrichelten Linien von der Fahrbahn abgetrennt wird, darf der Radstreifen nicht mit dem Auto befahren werden – selbst wenn kein Radler diesen benutzt.
Schutz- oder Radstreifen
Wie Roman Kick erläuterte, soll die Köferinger Straße gemäß den Vorgaben des Radverkehrskonzept auf beiden Seiten mit Schutz- oder Radstreifen versehen werden. Damit würde auch der Missstand beseitigt, dass auf den kombinierten Geh- und Radwegen die Radler in beiden Fahrtrichtung unterwegs sind, was immer ein erhöhtes Gefahrenpotenzial bedeutet. Startend vom Kreisverkehr an der JVA sollen die Radfahrer nach den Planungen zunächst über einen Schutzstreifen auf der Fahrbahn fahren können. Nach der Einmündung des Liebengrabenwegs geht es dann stadtauswärts auf den neuen Radstreifen. Der wird rechts von den dort parkenden Fahrzeugen laufen, so dass diese gleichzeitig eine Art Barriere zum Schutz der Radfahrer bilden. Man kennt so etwas aus Großstädten wie Berlin oder Nürnberg. Damit verringert sich gleichzeitig auch die Gefahr des "Doorings", wenn auf der Fahrerseite von Autos überraschend die Tür geöffnet wird und Radler dann dagegen prallen.
Nach dem Kreisverkehr am ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus werden die Radfahrer dann wieder auf einen Schutzstreifen geführt, der bis an die Stadtgrenze reicht. Danach bleibt allerdings das Problem, dass es bis Köfering immer noch keinen Radweg gibt, wofür die Stadt Amberg aber keine Verantwortung trägt. Die Kosten für die Maßnahmen liegen bei geschätzten 500.000 Euro, eine öffentliche Förderung im Bereich von bis zu 45 Prozent steht aber im Raum. Der einzige Nachteil der Maßnahme ist es laut Roman Kick, dass im Bereich der Einmündung Röntgenstraße 16 Stellplätze für Fahrzeuge wegfallen müssten. Eine Tatsache, die einige der Stadträte aus einem Grund nicht so prickelnd fanden: Es gibt im und am D-Programm ohnehin schon zu wenige Abstellflächen für Autos.
Mehr als nur 16 Parkflächen
Das liegt laut Oberbürgermeister Michael Cerny schlicht daran, dass bei der Planung und dem Bau des D-Programms in den 1960er Jahren noch kaum eine Familie, die dort ein Haus gebaut hat, auch über ein eigenes Auto verfügte. Das hat sich inzwischen dramatisch verändert, so dass Parkraum im Demo inzwischen zum knappen Gut geworden ist. Zusätzlich merkte Michael Cerny an, dass es letztendlich ja nicht nur um die 16 Parkplätze in den markierten Flächen entlang der Köferinger Straße gehe. Denn auch außerhalb der Markierungen werde dort ja geparkt. "Vielleicht sollten wir mal schauen, ob wir innerhalb des D-Programms noch zusätzliche Parkplätze schaffen können", schlug Susanne Herding (CSU) vor, die wie alle anderen Stadträte auch, das Konzept der Radverkehrsplaner grundsätzlich begrüßte.
"Damit neigt sich eine gut 20-jährige Antragstellung der SPD dem Ende zu", freute sich Dieter Amann (SPD), fand es gleichzeitig aber schade, dass dafür Parkflächen geopfert werden müssen. Trotz all dieser Bedenken gab der Verkehrsausschuss die Empfehlung an den Stadtrat, diese Planung umzusetzen. Gleichzeitig soll aber in unmittelbarer Nähe nach Ersatzflächen gesucht werden, auf denen die wegfallenden Stellflächen für Autos ersetzt werden können.
"Radfahren darf keinen Mut erfordern."






















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