20.09.2018 - 14:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Landesamt für Pflege eröffnet

Am 18. April beschließt das Kabinett die Schaffung eines Landesamtes für Pflege. Am 21. September eröffnet es bereits offiziell. Ein organisatorisches Meisterstück, so finden nicht nur die beiden zuständigen Minister.

von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Markus Schick, der neu ernannte Präsident des ebenso neuen Landesamt strahlte mit der Sonne um die Wette. Die Musik spielte, die Limousinen der Minister Melanie Huml (Gesundheit) und Albert Füracker (Finanzen) rollten vor und zahlreiche Festgäste gaben sich die Ehre. Aber es gab ja auch was zu feiern. Nicht weniger als ein ganzes Landesamt entsteht da derzeit im OP-Trakt des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses an der Köferinger Straße.

Noch ist das Amt dort Mieter, mittelfristig wird es wohl einen Neubau an anderer Stelle im Stadtgebiet geben. Aber das ist Zukunftsmusik, hier und heute wird im BWK gefeiert. Und Markus Schick hat sehr schnell festgestellt, dass in der Region fast jeder, mit dem er privat und dienstlich zu tun hat, schon einmal dort medizinisch versorgt worden ist. Sogar Melanie Huml, die Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, dem das Landesamt zugeordnet ist, gönnt es den Ambergern von Herzen, dass sie diese zukunftsweisende Behörde bekommen haben. "Obwohl ich ein B davor ganz gerne gesehen hätte", sagt die Bambergerin.

Amberger greifen zu

Trost gibt es von Finanzminister Albert Füracker, der weiß, wie schwierig es ist, der eigenen Heimatregion eine solche Institution zukommen zu lassen. "Ich habe mich für Neumarkt gleich gar nicht bewerben trauen", gibt er unumwunden zu. Die Amberger danken es ihm und haben mit beiden Händen zugegriffen, wie Melanie Huml mit Respekt feststellt. "Ich glaube, der Oberbürgermeister hat gerade mal eine Stunde nach dem Kabinettsbeschluss bei mir angerufen", plaudert sie aus dem Nähkästchen.

Wie die Stadt Amberg in diesem Fall überhaupt sehr entgegenkommend gewesen sei, ergänzt der neue Präsident. Für die ersten Bewerbungsgespräche seien ihm selbstverständlich Räumlichkeiten im Rathaus zur Verfügung gestellt worden, schwärmt Markus Schick von der Gastfreundlichkeit der Amberger. Es sei richtig gewesen, mit der Heimatstrategie der Bayerischen Staatsregierung in die Fläche zu gehen, meint die Gesundheitsministerin und betont, dass es erst die zweite Sitzung des Kabinetts Söder überhaupt gewesen sei, die den Beschluss für das Landesamt gefasst habe.

Das sei schon jetzt ein riesiger Erfolg, obwohl die Anfänge nur mit Hilfe der freiwilligen Mitarbeiter aus dem Finanzministerium gelungen seien: 250 000 der rund 360 000 Berechtigten hätten jetzt schon einen Antrag gestellt, seit Anfang September laufe die Auszahlung des Pflegegeldes. "Nennen Sie mir ein anderes Bundesland, wo das so läuft", machte Melanie Huml ein klein wenig Wahlkampf.

Landesamt startet in Amberg

Amberg

Ordentlich hinbekommen.

Auch der Finanzminister sparte nicht mit Eigenlob: "Wir haben das ordentlich hinbekommen", stellte er nüchtern fest und ergänzte: "Die Bevölkerung erwartet zurecht, dass in einem starken Sozialstaat solche Dinge gut geregelt werden." Amberg, so Albert Füracker, sei vom Abzug der Bundeswehr betroffen gewesen wie keine zweite bayerische Stadt - das Landesamt sei daher verdient. Auf der anderen Seite habe aber Amberg auch überdurchschnittlich von der Behördenverlagerung profitiert, ergänzte er.

Das letzte Wort hatte dann der Hausherr. Markus Schick hat aktuell 26 Mitarbeiter, in wenigen Jahren sollen es bereits 350 sein. Er sieht aber auch zahlreiche Aufgaben auf seine Behörde zukommen. "Denn es steckt so viel Arbeit hinter dem Begriff Pflege." Angemerkt

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