23.09.2019 - 08:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Manöver macht sich bemerkbar: Ärger über Fluglärm

Der süße nächtliche Traum findet ein bitteres Ende: Dröhnen und Rattern reißt die Menschen im Kreis Amberg-Sulzbach aus dem Schlaf. Die Nato übt mal wieder mit tieffliegenden Flugzeugen - auch um 2 Uhr.

Auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels findet derzeit das Manöver "Saber Junction" mit rund 5400 Soldaten statt.
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Saber Junction" (gekreuzte Säbel) heißt die Übung auf den beiden Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels, die vor zwei Wochen begonnen hat und noch bis Montag, 30. September, dauert. Rund 5400 Soldaten aus 16 Nato-Staaten und Partnernationen nehmen an der Übung teil, unter anderem auch die 173. Luftlandebrigade der U.S. Army. Genau zwischen den beiden Übungsplätzen liegen der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg - bewohnt von etwa 145.000 Menschen. Viele von ihnen haben anstrengende Nächte hinter sich. Fluglärm raubte ihnen den Schlaf.

Besonders schlimm war es offenbar in den Nächten auf Mittwoch und Donnerstag vergangene Woche. "Ich dachte, da bahnt sich ein schlimmes Naturereignis an", sagte ein Mann aus Paulsdorf bei Amberg. Gegen 2 Uhr seien die ersten Flugzeuge über die Dörfer gerattert und als er dann fast wieder eingeschlafen wäre, eine Stunde später, habe sich schon die zweite Staffel angekündigt. Auf Facebook äußerten zahlreiche Onetz-Leser ihren Unmut. "Wir stehen teilweise im Bett, so laut ist es", schreibt eine Frau aus der Gemeinde Fensterbach. Eine Kümmersbruckerin berichtet: "Nachts um 2 und um 4 Uhr. Schon zwei Nächte hintereinander und dann noch dauernd die Fahrzeuge. Die halten den ganzen Verkehr auf und machen einen irren Lärm. Unverschämt, dass keine Rücksicht genommen wird."

André Potzler, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim 7th Army Training Command Grafenwöhr, erläutert die Hintergründe: Die aktuelle Übung "Saber Junction" gehe schwerpunktmäßig auf den Übungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels vonstatten. Das Manöver sei darauf ausgerichtet, die Bereitschaft einer Brigade auszuwerten, insbesondere mit dem Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften der Alliierten und Partnernationen.

Informationen der US-Armee zum Manöver

"Ein Höhepunkt der Übung war eine großangelegte Luftlandeübung am 18. September auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels, bei der hunderte Fallschirmjäger und Versorgungsgüter per Fallschirm abgesetzt wurden." Dabei seien verschiedene Luftfahrzeuge, wie zum Beispiel mehrmotorige Transportmaschinen und Helikopter, zum Einsatz gekommen. Das gesamte Manöver dauere noch bis Montag, 30. September, an. Wobei laut Potzler in der laufenden Woche davon auszugehen sei, dass die Flugaktivitäten "allmählich abnehmen werden".

Grafenwöhr
Info:

Beschwerde-Telefon

Unter der kostenfreien Rufnummer 0800/8620730 können sich alle Bürger mit ihren Sorgen, Wünschen oder Beschwerden zum militärischen Flugbetrieb direkt an das Luftfahrtamt der Bundeswehr wenden. Das Bürgertelefon im Luftfahrtamt der Bundeswehr steht von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 12.30 Uhr zur Verfügung. Per E-Mail erreichen Bürger das Luftfahrtamt unter fliz[at]bundeswehr[dot]org

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