22.11.2020 - 08:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Mehrheit für mehr Radler-Sicherheit in Amberg

Im Dezember 2017 haben die Stadträte für Amberg ein Radverkehrskonzept beschlossen. Mit insgesamt 176 Einzelmaßnahmen. Eine davon stieß im Verkehrsausschuss auf viel Gegenliebe, obwohl die Polizei einige gute Argumente dagegen hat.

An unübersichtlichen und gefährlichen Stellen wie hier an der Fugger- und Gerberstraße sollen Radweg-Stücke künftig rot eingefärbt werden.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Bevor die Stadträte am Montag, 23. November, darüber entscheiden, musste der Verkehrsausschuss eine Empfehlung aussprechen: Sollen die Teile von Radwegen, die sich mit nur schwer einsehbaren Grundstückseinfahrten kreuzen, deutlich erkennbar rot eingefärbt werden, um die Radler besser zu schützen? "Das ist ein Grundsatzbeschluss", sagte Wolfgang Babl aus dem Baureferat und fügte hinzu, dass "an konfliktreichen Zufahrten" große Unfallgefahr bestehe. Eine einheitliche farbliche Markierung, in diesem Fall in Rot, könne "den Vorrang des Radverkehrs" deutlich machen. Umgesetzt werden soll das Vorhaben zuerst an der Regensburger- und Nordgaustraße, wo in Nähe der Agip-Tankstelle eine neue Wohnanlage entsteht. Laut Babl soll der Belag im Stadtgebiet immer dann eingefärbt werden, wenn wie in diesem Fall gebaut oder die verkehrstechnische Erschließung geändert wird.

Klaus Ebenburger von den Grünen ging das nicht weit genug: "Es gibt Städte, die haben alle Radwege in Rot. Das müsste man mal überlegen." Zumal es in Amberg viele unübersichtliche Radwege gebe, deren Verlauf unklar sei: "Dort könnte man mit ein bisschen Rot für deutlich mehr Klarheit sorgen."

Den in der Beschlussvorlage und von Babl erwähnten "Vorrang des Radverkehrs" wollte Peter Hofrichter nicht unkommentiert lassen. Der Polizeihauptkommissar, der als beratendes Mitglied im Verkehrsausschuss sitzt, aber wegen dieser Funktion kein Stimmrecht besitzt, sagte: "Es wäre eher kontraproduktiv, wenn alles Rot markiert würde." In Ausnahmefällen und an Gefahrenstellen wäre das in Ordnung, aber: "Nicht an jeder Mündung." Der Grund: "Radfahrer wähnen sich in falscher Sicherheit und denken, dass sie Vorfahrt haben. Das ist aber nicht so." Außerdem sei die Vorgehensweise, wie von der Stadt vorgeschlagen, in der Straßenverkehrsordnung "so nicht vorgesehen", lediglich "in Konfliktbereichen".

Hofrichter beendete seine Wortmeldung mit diesem Satz: "Ich sehe die Rot-Markierung sehr kritisch." Bei der Abstimmung spielten die Warnungen des Hauptkommissars keine Rolle. Alle Mitglieder des Verkehrsausschusses sprachen sich für die Rotfärbung aus. Das letzte Wort haben die Stadträte in ihrer Sitzung, die am Montag, 23. November, um 17 Uhr im Kongresszentrum beginnt.

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