Amberg
07.07.2021 - 14:28 Uhr

Nachtruhe gestört: Nachbar zückt den Hammer

Die Polizei empfiehlt, bei Ruhestörungen zuerst das persönliche Gespräch mit dem Verursacher zu suchen. In einem aktuellen Fall aus Amberg zückte ein Nachbar, dem es zu laut war, aber gleich einen Zimmermannshammer.

Mit einem Hammer wollte ein Nachbar in einem Mehrfamilienhaus in Amberg für Nachtruhe sorgen. Jetzt hat er Ärger mit der Polizei. Bild: Lino Mirgeler/dpa
Mit einem Hammer wollte ein Nachbar in einem Mehrfamilienhaus in Amberg für Nachtruhe sorgen. Jetzt hat er Ärger mit der Polizei.

In einem Mehrfamilienhaus in der Mildred-Scheel-Straße fühlte sich Mittwochnacht ein Mann von lärmenden Nachbarn in seiner Nachtruhe gestört. Deshalb klingelte der 39-Jährige an der Wohnungstür seines Nachbarn. "Der hatte Besuch von zwei Freunden und öffnete unbeeindruckt die Tür", heißt es im Bericht er Amberger Polizei: "Um seiner Aufforderung nach Ruhe besonderen Nachdruck zu verleihen, holte der Beschwerdeführer während seiner Ermahnung einen Zimmermannshammer hinter seinem Rücken hervor und zeigte ihn drohend den Ruhestörern mit den Worten: ,Haben wir uns verstanden?‘".

Von dieser rabiaten Art des Vortrags einer nachbarlichen Beschwerde fühlte sich der 21-jährige Wohnungsinhaber bedroht und rief die Polizei. Die stellte dann fest, wie es im Polizeibericht süffisant heißt, "dass es sich bei dem 39-Jährigen nicht um den aus der nordischen Mythologie stammenden, hammerschwingenden Donnergott Thor handelt und er somit der deutschen Gerichtsbarkeit unterliegt".

Deshalb nahmen ihm die Beamten den Hammer ab, stellten das Werkzeug auch gleich sicher, um weitere Straftaten zu verhindern und leiteten Ermittlungen wegen Nötigung und Bedrohung ein. Fazit der Polizei: "Letztlich war die Ruhe zwar hergestellt, aber zu einem hohen Preis für einen Akt der Selbstjustiz, den der anfangs Geschädigte wohl noch zu zahlen haben wird." Alkohol habe bei diesem Vorfall keine Rolle gespielt.

Weitere Polizeimeldungen aus der Region

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Tanja Härtl

Aha, das heißt dann, wenn man sich von seinem Nachbarn gestört fühlt und freundliche Bitten um Rücksichtnahme erfahrungsgemäß ignoriert werden, sollte man besser gleich die Polizei rufen? Oder besser noch die Ohrstöpsel raussuchen.

07.07.2021
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.