21.07.2021 - 17:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Neues Zoll-Trainingszentrum: Kümmersbruck freut sich auf 55 Arbeitsplätze

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Eine neue Nutzung für den ehemaligen Sportplatz der Leopoldkaserne in Kümmersbruck zu finden, wäre spannend gewesen, sagt Bürgermeister Roland Strehl. Und ist doch froh, dass jetzt alles ganz anders gekommen ist.

Das Schild am Zaun ist schon ziemlich ausgebleicht, das Militär trainiert hier auch schon lang nicht mehr. Künftig werden auf dem ehemaligen Sportplatz der Leopoldkaserne Zoll-Bedienstete ausgebildet.
von Heike Unger Kontakt Profil

Auf dem ehemaligen Sportgelände der Leopoldkaserne in Kümmersbruck wird ein Einsatztrainingszentrum der Generalzolldirektion gebaut. Das hat der Bezirksverband Nürnberg der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Auf dem Gelände sollen verschiedene Trainingseinrichtungen für den Zollvollzugsdienst und 55 Arbeisplätze (Leitungsbereich, Trainer, Anlagenwarte) entstehen. Der Kümmersbrucker Gemeinderat hat dafür schon die Weichen gestellt: Er hat im März die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplanes für das „Einsatztrainingszentrum Zoll Kümmersbruck“ beschlossen.

Die Gemeinde Kümmersbruck, auf deren Gebiet der aufgegebene Sportplatz liegt, hatte dafür ein Vorkaufsrecht. Deshalb sei man zunächst auch davon ausgegangen, "dass die Gemeinde dieses Areal erwirbt", sagt Bürgermeister Roland Strehl im Gespräch mit der Redaktion. Die Einrichtung, auf Kümmersbrucker Gemeindegebiet gelegen, gehörte zur 2018 von der Bundeswehr aufgegeben Leopoldkaserne. "Es wäre eine spannende Herausforderung gewesen, dafür eine venünftige Nutzung herzubringen", fügt Strehl hinzu. Denn aufgrund des Umfelds, zu dem beispielsweise der alte Amberger Bauhof gehört, wäre hier wohl beispielsweise kein reines Baugebiet möglich gewesen. Deshalb gingen die Kümmersbrucker Gedanken auch "in Richtung Gewerbe", allerdings sei dabei "kein weiterer Supermarkt" vorgesehen gewesen, wie der Bürgermeister betont.

Zweite Bundesbehörde

Von den Zoll-Planungen habe Kümmersbruck im vergangenen Mai durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erfahren. Strehl gibt zu, dass ihn das überrascht hat, nachdem sich die große Idee einer Nutzung der Leopoldkaserne durch den Zoll zerschlagen hatte. Er sei aber über die neuen Planungen gar "nicht böse". Denn wäre die Gemeinde hier selbst aktiv geworden, "wäre es ein Batzen Geld gewesen", den sie dafür in die Hand hätte nehmen müssen.

Deshalb gibt Strehl gern zu, er sei froh über die aktuelle Entwicklung, die "immerhin 55 Arbeitsplätze" nach Kümmersbruck bringe. Und er freue sich, dass nach der Bundeswehr in der Schweppermannkaserne nun mit dem Zoll-Trainingszentrum "die zweite Bundesbehörde" in die Gemeinde komme. Die bestehenden Gebäude und Einrichtungen des ehemaligen Sportplatzes werden durch Neubauten ersetzt.

"Gute Folgenutzung"

So sollen eine Raumschießanlage, eine Zweifeld-Sporthalle sowie ein Gebäude für Einsatztraining und Verwaltung entstehen. Dafür hat der Gemeinderat im März eine entsprechende Bauleitplanung auf den Weg gebracht. "Da sind wir gerade im Auslegungsverfahren", berichtet Strehl. Die Gemeinde Kümmersbruck habe die Planungshoheit, "die Bima bleibt Eigentümer, der Zoll mietet sich ein oder pachtet das Gelände". Die Entscheidung im Gemeinderat fiel einstimmig. Strehl spricht von einer "sinnvollen, guten Folgenutzung". Er kann sich vorstellen, dass der neue Bebauungsplan im kommenden Jahr stehen wird.

Ob die Zoll-Mitarbeiter hier mit scharfen Waffen üben werden oder mit Lasertechnik, ist dem Bürgermeister nicht bekannt. Er weiß allerdings aus seiner eigen Erfahrung aus dem Jäger-Training, dass solche Indoor-Schießanlagen keine Lärmbelästigung mit sich bringen: "Da hört man außen überhaupt nichts."

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