21.07.2021 - 17:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Leopoldkaserne: Amberg wartet immer noch auf ein Angebot

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Kümmersbruck plant schon für "seinen" Teil des ehemaligen Militärgeländes. Amberg weiß dagegen noch nicht, was aus der Leopoldkaserne wird. "Wir warten auf das Angebot der Bima", sagt Oberbürgermeister Michael Cerny.

Ein Rundgang durch die leerstehende Leopoldkaserne.
von Heike Unger Kontakt Profil

Nachdem jetzt feststeht, dass auf dem ehemaligen Sportplatz der Leopoldkaserne, auf Kümmersbrucker Gemeindegebiet, ein Trainingszentrum für den Zoll entstehen soll, erkundigte sich die Redaktion bei Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny, wie es beim größeren Teil des aufgegebenen Militärgeländes, dem Areal der Leopoldkaserne auf Amberger Stadtgebiet, aktuell aussieht. Zu seinem Bedauern hat sich hier immer noch nichts beweg. Das Gelände gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Die ist Laut Cerny noch dabei, den Wert zu ermitteln. Als Grundlage dafür habe die Stadt schon eine Grobplanung eingereicht: Amberg will hier ein Wohnquartier entwickeln, in dem auch sozialer Wohnungsbau und Gewerbe eine Rollen spielen sollen.

Warum die Wertermittlung und damit auch das Verkaufs-Angebot der Bima an die Stadt Amberg so lang auf sich warten lässt, kann Michael Cerny nicht sagen. "Meine Hoffnung ist, dass wir dieses Jahr ein Angebot bekommen", sagt der Oberbürgermeister. Amberg hat ein Vorkaufsrecht für die Liegenschaft und laut Cerny großes Interesse daran, hier Neues zu entwickeln. "Wir haben immer Interesse an Flächen für Gewerbe und Wohnen": Für beides biete das ehemalige Kasernengelände Möglichkeiten.

Kaserne wird Wohnquartier

Dass für den alten Sportplatz nun eine Lösung gefunden sei, findet Cerny gut. "Ich glaube, dass das Thema Potenzial hat und noch aufwachsen kann." Allerdings sei Amberg damit nicht befasst, weil dieser Teil des Geländes auf Kümmersbrucker Gemeindegebiet liege. Im Gespräch mit der Nachbargemeinde sei man aber trotzdem schon lange.

Konkrete Pläne für das eigentliche Kasernen-Gelände gebe es noch nicht, sagt Cerny. Zuerst müsste man sich beim Kauf mit der Bima einig werden. Grundsätzlich will die Stadt "versuchen, im denkmalgeschützten Bereich ein Wohnquartier zu entwickeln", in dem auch soziale Wohnungsbau zum Zuge kommen soll. Im hinteren Bereich, der nicht denkmalgeschützt sei, seien ebenfalls Wohnen, dazu aber auch Gewerbe und Grünflächen vorstellbar. "Da muss man nicht alles gleich zubauen", meint Cerny und plädiert dabei auch für eine Entsiegelung der großen, asphaltierten Flächen. Man sollte auch Platz frei halten für eine Kindertagesstätte, die man brauche, "wenn viele Familien zuziehen".

Gute und schlechte Beispiele

"Das muss nicht alles die Stadt machen", schränkt Cerny ein. Er will die Entwicklung stattdessen "im Konzern der Stadt vorantreiben", also die Tochtergesellschaften einbinden und "gegebenenfalls Teilflächen auch an Investoren veräußern". Wenn man hier nach dem jahrelangen Stillstand nun "schnell etwas entwickeln" wolle, müsse die Stadt aber "zumindest als Zwischenwirt" tätig werden. Dabei hat der Oberbürgermeister auch das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus im Blick: Hier sei es "nicht unbedingt erfolgreich" gelaufen, räumt er ein. Es gebe aber auch das Gegenbeispiel, die Umwandlung der ehemaligen Möhlkaserne, bei der die Stadt mithilfe der Stadtbau "sehr erfolgreich" gewesen sei. "In dem Stil" soll es auch mit der Leopoldkaserne laufen.

Cerny spricht dabei von einer "großen Herausforderung", aber auch davon, dass die Stadt erwarte, ihre Investitionen dort auch zurückzubekommen. Sollten diese "im Stadthaushalt nicht zu stemmen sein", müsse man sie eventuell auch über Kredite ermöglichen. "Wir sind natürlich der geborene Käufer", sagt Cerny in Richtung Bima. Deshalb wolle die Stadt ihr Vorkaufsrecht auch nutzen.

Bahnlinie kein Nachteil

Verkehrstechnische Einschränkungen gebe es, weil die Zufahrt zum Areal eigentlich nur über die bestehende einstige Kasernen-Pforte an der stark befahrenen Leopoldstraße möglich sei. Deshalb könne man hier auch kein "hochfrequentes Gewerbe" wie einen Supermarkt ansiedeln."Das Gelände hat also schon die eine oder andere Last", sagt Cerny. Dass die Bahnlinie daran vorbeiführt, "sehe ich nicht als Nachteil", betont er aber – das sei eher ein Plus. Hier sei sogar schon einmal ein eigener Bahn-Halt geplant gewesen, der dann aber nicht weiterverfolgt worden sei. Darüber könnte man nun vielleicht wieder neu nachdenken.

Das Ende der Leopoldkaserne in Amberg

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Plan für den Kasernen-Sportplatz

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