02.03.2021 - 16:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Nur noch Stahlträger vom Vilssteg übrig

Zwei Stahlträger über die Vils, ein paar Holzlatten, Betonsockel – mehr ist nicht mehr übrig vom Steg hinter der ehemaligen Jugendherberge am Englischen Garten. Doch auf einen Neubau müssen die Amberger noch warten.

Der gesperrte Vilssteg zwischen Englischem Garten und dem sogenannten Biotop wurde fast vollständig abgebaut. In welcher Form er wiederaufgebaut wird, ist derzeit aber noch unklar.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Bei einer Routinebegehung der insgesamt 57 Amberger Brücken und Stege stellte sich im vergangenen Jahr heraus, dass der hölzerne Vilssteg im Stadtgraben zwischen dem Englischen Garten und dem sogenannten Biotop in Gänze ziemlich morsch ist. Man habe natürlich schon vorher gewusst, dass der obere Belag in keinem guten Zustand mehr gewesen sei, sagte Baureferent Markus Kühne im Dezember in einer Sitzung des Bauausschusses dazu. Dass allerdings auch die hölzerne Tragekonstruktion vermorscht war, das hatten die Bauexperten so nicht auf dem Schirm.

Steg wurde gesperrt

Letztlich entschloss man sich, auf Nummer sicher zu gehen und den Steg zu sperren. Obwohl laut Baureferent akute Einsturzgefahr nicht bestand, weil unter der hölzernen Konstruktion zwei zusätzliche Stahlträger für Stabilität sorgten. Doch die Sicherheit ging auch in diesem Fall vor. Viel mehr als diese Stahlträger ist übrigens aktuell vom Vilssteg auch nicht mehr übrig. Der Rest wurde in den vergangenen Tagen abgebaut und in einen Container geworfen. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, wie der Vilssteg "neu" aussehen wird, der noch in diesem Jahr als Ersatz geplant ist.

Nichts ist schwieriger, als etwas Bestehendes – der betroffene Steg stammt aus dem Jahr 1976 – durch etwas Neues zu ersetzen. Ein gutes Beispiel dafür lieferte vor einiger Zeit der Neubau des sogenannten Pionierstegs über den Stadtgraben. Um lange Debatten zu vermeiden, kommt daher durchaus auch eine nahezu originalgetreue Wiederherstellung des Vilsstegs infrage. Angepasst natürlich an die gesetzlichen wie gesellschaftlichen Ansprüche, die an ein solches Bauwerk mittlerweile gestellt werden.

Alter Steg eigentlich zu eng

Denn im Prinzip ist der alte Steg eigentlich zu eng. Und er ist wegen der relativ niedrigen Handläufe für Radfahrer nur bedingt geeignet. Trotzdem steht diese Variante weiter im Rennen, da bei ihr auf die übrigen Reste wie die Stahlträger und Auflager zurückgegriffen werden kann. Damit könnte er leicht noch in diesem Jahr erneuert werden. Darüber hinaus gab es zwei weitere Möglichkeiten, wie der Steg der Zukunft aussehen könnte. Variante eins sieht im Prinzip einen Wiederaufbau der alten Holzbrücke vor – nur ein bisschen breiter und mit höheren Handläufen versehen, um sie für Radfahrer ausreichend sicher zu machen. In dieser Version könnten wenigstens die alten Stahlträger wiederverwendet werden.

Die zweite Variante sieht eine völlige Neukonstruktion des Stegs vor und lässt damit im Prinzip alle Möglichkeiten offen. Von Holz bis Cortenstahl wären hier der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Die bestimmt aber am Ende das liebe Geld. Denn teure Bauten wie der neue Pioniersteg sind bei der derzeitigen Finanzlage der Stadt Amberg nicht drin. Bereits in den kommenden Tagen ist aus dem Referat eine Entscheidung zu erwarten, wie der Steg erneuert werden soll. Den Bürgern ist es dabei wichtig, dass es relativ schnell geht, den Stadträten dürften die Finanzen am Herzen liegen.

Mehr zum Vilssteg gibt es hier

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