Amberg
20.04.2020 - 19:44 Uhr

ÖDP-Kreisvorsitzender Klaus Mrasek zieht Bilanz der Kommunalwahl in Amberg-Sulzbach

Im Amberg-Sulzbacher Kreistag hat die ÖDP am 16. März einen Sitz eingebüßt. Dennoch sei sie mit dem Ergebnis zufrieden, sagt Kreisvorsitzender Klaus Mrasek. Er verrät zudem, was für ihn die größte Überraschung bei der Kommunalwahl war.

Klaus Mrasek. Archivbild: Petra Hartl
Klaus Mrasek.

In einer Interviewserie mit den Amberg-Sulzbacher Kreisvorsitzenden der Parteien zieht die AZ in den kommenden Tagen eine Bilanz der Kommunalwahlen im Landkreis. Der erste Interviewpartner ist Klaus Mrasek (56). Seine zwei Besonderheiten: Er ist zugleich Landesvorsitzender der ÖDP und außerdem Amberger. Die ÖDP ist nämlich als einzige Partei in der Region so organisiert, dass sie einen gemeinsamen Kreisverband für Amberg und Amberg-Sulzbach hat.

ONETZ: Herr Mrasek, haben Sie das Ergebnis der Kommunalwahl schon in den dafür zuständigen Gremien analysiert?

Klaus Mrasek: Ja, es haben sich sowohl der Kreisvorstand als auch die neugewählten Mandatsträger per Mail und telefonisch mit dem Ergebnis auseinandergesetzt.

ONETZ: Wie lautet denn Ihre Bilanz der Kreistagswahl?

Klaus Mrasek: Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Da ja im Kreis zwei neue Gruppierungen angetreten sind, war es im Vorfeld klar, dass es schwierig sein könnte, alle vier Mandate zu halten. Besonders freut es uns, dass wir in der Gemeinde Freudenberg jetzt mit Astrid Knab und Wolfgang Peter zwei ÖDP-Gemeinderäte stellen und unser Mitglied Hans Sebald uns in Neukirchen im Gemeinderat für die Unabhängige Bürgerliste vertritt. Im Kreistag ist uns in der ÖDP ein Generationswechsel gelungen. In der ÖDP-Fraktion werden wir wie bisher nahtlos an unseren Themen weiterarbeiten. Mit Marianne Badura haben wir eine engagierte und sachkundige Kreisrätin in unseren Reihen.

Amberg18.03.2020

ONETZ: Lässt sich aus dem Ergebnis bereits etwas über die Zusammenarbeit im künftigen Kreistag ableiten?

Klaus Mrasek: Unser Landrat betont ja immer die parteiübergreifende Einigkeit im Kreistag. Dies ist sicher bei einigen (aber nicht bei allen) Themen der Fall, wo Schnittmengen mit der einen oder anderen Gruppierung vorhanden sind, die sich im politischen Alltagsgeschäft für uns günstig erweisen können.

ONETZ: Hätten Sie erwartet, vom Erfolg des Bienen-Volksbegehrens bei der Kommunalwahl noch mehr profitieren zu können?

Klaus Mrasek: Die Corona-Pandemie hat alle Themen, insbesondere auch kreiseigene Themen, überschattet. Zudem ist uns in der ÖDP bewusst, dass man aus Volksbegehren kein Kapital im Sinne von Wählerstimmen schlägt, auch wenn uns das oft vorgeworfen wird. Dieses Ergebnis bestätigt aber wieder unsere Einschätzung. Und dennoch war dieses Volksbegehren das erfolgreichste aller Zeiten, und auch im Landkreis konnte in jeder Gemeinde die Zehn-Prozent-Hürde genommen werden. Es ist auch ein Auftrag an den Landrat und Kreistag, dies umzusetzen.

ONETZ: Welches Wahlergebnis im Landkreis hat Sie persönlich am meisten überrascht?

Klaus Mrasek: Der Einzug der Linken mit einer Kandidatin, die ja eigentlich für die Satirepartei „Die Partei“ steht.

Amberg17.03.2020

ONETZ: Wie müssen Sie als Partei auf das Ergebnis der Kommunalwahl reagieren?

Klaus Mrasek: Parteizugehörigkeit spielt in der Kommunalpolitik eine untergeordnete Rolle. Wir als Partei können aber stolz sein, bayernweit viele Mandate zusätzlich errungen zu haben. Das bestärkt uns in der Annahme, dass ÖDP-Themen durchaus interessant sind – auch für eine breitere Öffentlichkeit. Wir werden zukünftig noch mehr herausstellen müssen, dass wir die All-days-for-future-Partei sind. Eine echte Alternative für junge, aber auch ältere Wähler, die sich der Verantwortung für die Schöpfung bewusst sind.

ONETZ: Denken Sie, dass die gegenwärtige Coronakrise langfristige Auswirkungen auf die Art und Weise haben wird, wie man in Zukunft Kommunalpolitik betreibt?

Klaus Mrasek: Wir sind überzeugt, dass die Pandemie Auswirkungen auf die Kommunalpolitik haben wird. Im Wirtschaftsplan des Landkreises sind in den nächsten Jahren Investitionen in Höhe von bis zu 40 Millionen Euro geplant. Durch die zu erwartende Rezession ist sicher, dass dies nicht alles wie geplant umgesetzt werden kann. Es wird spannend, welche Projekte hier priorisiert werden. Dass die ÖDP als erste Partei den konsequenten Schuldenabbau in den wirtschaftlich guten Jahren gefordert hat, ermöglicht es uns jetzt, auch in schwierigeren Zeiten in die Zukunft der jungen Generation zu investieren.

 
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