Geschaffen aber wurde es von Menschenhand, wie Bernhard Frank und Florian Haas erklären. Der eine, Frank, ist der Kopf des Teams Grün im Baureferat, der andere, Haas, quasi die Untere Naturschutzbehörde. Sie haben sich gemeinsam den Umweltausschuss eingeladen, um den Stadträten einmal zu zeigen, was eigentlich diese sogenannten Ausgleichsflächen sind, über die bei Bauvorhaben immer entschieden wird. Wenn großflächig gebaut wird, muss an anderer Stelle ein Bereich ökologisch aufgewertet werden, um eine Art Ersatz für die verlorene Natur zu schaffen - so will es das Gesetz.
Beim ehemaligen amerikanischen Flugplatz in der Köferinger Heide sind solche Ausgleichsflächen. Der Umweltausschuss steht inmitten einer blühenden Wiese, unzählige Insekten zeugen davon, wie wichtig es ist, der Natur ausreichend Raum zu geben. Wenige Meter weiter im Landkreisgebiet das praktische Gegenbeispiel: Hier flattert gar nichts. In eintönigen Maisfeldern fühlen sich weder Wildbienen noch Schmetterlinge wohl - und das mitten in der Natur.
Einst Getreidefeld
Vor wenigen Jahren, so sagt Bernhard Frank, hat es auch auf der Naturwiese so ausgesehen. Sie sei als Getreidefeld von einem Bauern bewirtschaftet worden. Für die ökologische Aufwertung wurde auf diesem Areal zunächst einmal ein Spezialsamen ausgebracht. Welche Mischung wo erlaubt ist, dafür gibt es nach Auskunft der städtischen Naturschützer exakte Vorgaben. Vor kurzem wurde die Blumenwiese abgemäht, in Kürze wird ein Schäfer seine Tiere hierherbringen.
Stadt rückt heran
Bernhard Frank zeigt auf einer Karte, wie sich die Landschaft verändert hat. Das Urkataster von 1854 enthält nur die Altstadt von Amberg, die Distanz zu den Ausgleichsflächen betrug damals noch 2,7 Kilometer. Heute ist die Bebauung der Stadt bis auf einen Kilometer herangerückt, umso wichtiger ist es laut Frank gewesen, diese besonderen Flächen, die sich im Besitz der Stadt befanden, von Ackerland in ökologisch wertvolle Bereiche umzuwandeln.
15 Hektar umfasst das Gesamtareal am alten Flugplatz, rund 45 Prozent davon sind aus Ausgleichsflächen bereits konkreten Eingriffen an anderer Stelle zugeordnet. Bienen und Schmetterlinge finden hier zwischen Hornklee, wilder Möhre oder Glatthafer reichlich Nahrung. Es summt und brummt, Natur pur eben.
Energieverbrauch fast unverändert
Fast alle Felder im Controllingbericht für das Klimaschutzkonzept der Stadt sind grün unterlegt - die meisten Aufträge sind abgearbeitet. So wurde beispielsweise der städtische Fuhrpark um zwei Hybridfahrzeuge ergänzt, eine Ladestation für E-Autos eröffnet oder das Radverkehrskonzept in die Wege geleitet. Positive Aspekte allesamt, wie Umweltreferent Bernhard Mitko im Ausschuss anmerkte. Einziges Manko: So richtig was gebracht hat das nicht, wie Mitko einräumte: Sowohl der Strom- als auch der Energieverbrauch der städtischen Liegenschaften hat 2017 gegenüber 2016 leicht zugenommen. Das liegt laut Mitko aber vor allem daran, dass einige Gebäude wie das neue Stadtarchiv, die Wirtschafts- oder Realschule zusätzlich die Bilanz trüben. (ass)













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