19.09.2021 - 12:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Retter rüsten im Hirschwald digital auf

Ende 2021 soll für die Rettungskräfte die Umstellung auf Digitalfunk geschafft sein. Damit das klappt, müssen jetzt an kritischen Stellen noch Funkmasten errichtet werden.

von Externer BeitragProfil

Am Waldrand nördlich der Ortschaft Hirschwald wurde für den Digitalfunk BOS („Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ – Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst) in dieser Woche ein Funkmast zur Verbesserung der Versorgungssituation errichtet. Bauherr ist laut Pressemitteilung die sogenannte „Autorisierte Stelle Bayern“, eine Organisationseinheit des Bayerischen Landeskriminalamtes.

2015 startete das Digitalfunknetz im Regierungsbezirk Oberpfalz. Bei der Messung der Netzqualität wurden aber in einigen Bereichen sogenannte Zellwechselprobleme und Unterversorgungen festgestellt. Im Landkreis Amberg-Sulzbach betraf dies die Bereiche Hirschwald in der Gemeinde Ensdorf, die Ortsteile Mittelreinbach und Holnstein in der Gemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg, sowie die Bereiche Seugast und Thansüß in der Kommune Freihung. Während in Freihung eine neue Basisstation bereits Mitte 2019 in das bundesweite Digitalfunknetz integriert wurde, ist eine Inbetriebnahme des jetzt errichteten Standortes im Hirschwald Anfang 2022 geplant. Der geplante Mastneubau in Mittelreinbach hingegen kann aufgrund der noch nicht vorliegenden Baugenehmigung voraussichtlich erst im nächsten Jahr angegangen werden.

45 Meter hoher Mast

Der derzeit in Bau befindliche Standort im Hirschwald besteht aus einem 45 Meter hohen dreiteiligen Schleuderbetonmast sowie einem Systemtechnikcontainer und einer Netzersatzanlage, die die Funktechnik mit einer Brennstoffzelle 72 Stunden lang unabhängig vom Stromnetz halten und mit Energie versorgen kann. Diese neue Basisstation wird nach ihrer Inbetriebnahme neben dem Ort Hirschwald fast ausschließlich die riesige Waldfläche des Staatsforstes mit dem Behördenfunk versorgen. Den Rettungskräften steht damit bei Notlagen wie Unfällen oder Bränden im Waldgebiet eine vollflächige Funkversorgung zur Verfügung. Die Mastkonstruktion ist überdies geeignet, weitere Antennen aufzunehmen, so dass auch die Betreiber der Mobilfunknetze bei entsprechendem Mitnutzungsinteresse ihre Netze verbessern können.

Im Landkreis Amberg ist laut Pressemeldung für die Rettungskräfte der Feuerwehren und Hilfsorganisationen im vierten Quartal 2021 der Einstieg in die Alarmierung über den Digitalfunk BOS geplant. Diese erfolgt aktuell noch über den veralteten und nicht abhörsicheren Analogfunk.

Provisorium in Neukirchen

Im Gemeindegebiet Neukirchen muss deshalb eine temporäre Lösung gefunden werden, bis der Funkturm gebaut werden kann. Diese mobile Anlage wird am Feuerwehrhaus in Holnstein Ende September aufgestellt und verbleibt dort dann bis zur Fertigstellung des geplanten Stahlgittermastes am Wasserhochbehälter südlich von Mittelreinbach.

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