26.11.2021 - 15:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Schönwerth soll in die Ruhmeshalle aufgenommen werden

Höchste Zeit, dass ein Amberger in die Münchner Ruhmeshalle aufgenommen wird. Die Franz Xaver von Schönwerth-Gesellschaft will jetzt ein paar Hebel in Bewegung setzen, damit ihrem Namensgeber diese Ehre zuteil wird.

Die Ruhmeshalle thront mit der 20 Meter hohen Bavaria über der Theresienwiese in München.
von Autor (gri)Profil

Franz Xaver von Schönwerth gilt als der bekannteste Oberpfälzer Volkskundler. 1810 erblickte er als Sohn des Zeichenprofessors Joseph Schönwerth in Amberg das Licht der Welt, ging aufs Gymnasium und legte den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere als Beamter und Jurist. Er brachte es 1848 bis zum Kabinettschef und Hofsekretär von König Maximilian II. und wurde 1859 vom Regenten in den persönlichen Adelsstand erhoben. Seine Leidenschaft war die Erforschung des Lebensalltags der Oberpfälzer Bevölkerung und die Erhaltung des mündlich überlieferten Erzählgutes. Zu seinem dreibändigen Werk "Aus der Oberpfalz - Sitten und Sagen" sagt Jacob Grimm (1785 bis 1863): „Nirgendwo in ganz Deutschland ist umsichtiger, voller und mit so leisem Gehör gesammelt worden“ (als in der Oberpfalz). Seine Sammlung gehört laut dem Beirat der Schönwerth-Gesellschaft, Professor Daniel Drascek (Universität Regensburg), "zu den bedeutendsten Beständen seiner Art im deutschsprachigen Raum“.

"Es wäre schon angebracht, wenn Schönwerth als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Bayerns gewürdigt würde", sagte der Präsident der Schönwerth-Gesellschaft, Johann Walbrunn (Ex-Bürgermeister von Pleystein), bei einer Tagung in der Molzmühle in Wutschdorf. Schönwerth habe der Oberpfalz tief in die Seele geblickt und der Nachwelt mit seinen Aufzeichnungen einen wertvollen Schatz hinterlassen. Allerdings gibt es bei dem Vorhaben der Schönwerth-Gesellschaft ein Problem. Noch immer ist kein Foto oder Gemälde des berühmten Ambergers aufgetaucht. Eine Büste müsste also nach fiktiven Vorstellungen modelliert werden.

Extra Kommission tagt

Das muss kein Hindernis sein: Auch bei dem zu Ehren gekommenen Baumeister Johann Michael Fischer gab es keine Vorlage für die Büste, angefertigt wurde trotzdem eine. Die Schönwerth-Gesellschaft will jetzt weiter daran arbeiten, ihren Namensgeber in das Bewusstsein der Entscheider zu rücken. Eine Kommission mit Vertretern aus Wissenschaftsministerium, Bayerischer Akademie der Schönen Künste, Bayerischer Akademie der Wissenschaften, Bayerischer Schlösserverwaltung, Haus der Bayerischen Geschichte, Finanzministerium und Ludwig-Maximilians-Universität berät, wer dieser hervorgehobenen Form des Gedenkens würdig ist. Der Ministerrat beschließt dann über Neuaufnahmen, die in unregelmäßigen Abständen von mehreren Jahren erfolgen.

Aktuell 95 Büsten

Aktuell sind 95 Büsten in der Ruhmeshalle ausgestellt. Der Säulenbau in München ist quasi die Schwester der Walhalla bei Donaustauf. Er steht mit der fast 20 Meter hohen Statue der Bavaria oberhalb der Theresienwiese, dort, wo immer das Oktoberfest gefeiert wird. Die Schönwerth-Gesellschaft hat in Wutschdorf getagt, weil die Gemeinde Freudenberg im Lebenswerk des Volkskundlers eine Rolle spielt. Schönwerths engster Berater, Michael Rath, wuchs Anfang des 19. Jahrhunderts am Jakobiplatz als Sohn des Freudenberger Försters auf.

In dem Haus rechts wuchs der beste Freund und Berater Franz Xaver von Schönwerths auf: Das Försterhaus am Jakobiplatz in Freudenberg war die Heimat von Michael Rath (1800 bis 1878). Links der ehemalige Gasthof "Zum Hirschen".

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