17.06.2019 - 09:20 Uhr
AmbergOberpfalz

So klingt der Sommer im Max-Reger-Gymnasium

Ein vitales Zeugnis ihrer musischen Bildung legten die Max-Reger-Gymnasiasten bei ihren beiden Sommerkonzerten ab. Mit Musik anderen und sich selbst Freude bereiten – das könnte die verbindende Klammer der niveauvollen Abende sein.

Das erste Sommerkonzert des Max-Reger-Gymnasiums fand im Pfarrsaal von St. Georg statt.
von Externer BeitragProfil
Elizaveta Kulka aus der 6c.
Swingende Töne von zwei Altsaxophonen.
Zweites Sommerkonzert im Stadttheater.

Ein vitales Zeugnis musischer Bildung legten wieder einmal die Schülerinnen und Schüler des Max-Reger-Gymnasiums Amberg bei ihren beiden Sommerkonzerten ab. Mit Musik anderen und sich selbst Freude bereiten – das könnte die verbindende Klammer der beiden äußerst niveauvollen und überzeugenden Abende sein.

Am ersten Konzertabend war das Max-Reger-Gymnasium zu Gast bei der Pfarrei St. Georg: Im voll besetzten Pfarrsaal eröffnete der Unterstufenchor des Gymnasiums mit drei fröhlich-spritzigen Songs die musikalische Reihe; unter der Leitung von Ulrike Straub zeigten die jungen Stimmen eine erstaunliche sängerische Leichtigkeit. Besonders hervorzuheben ist das kluge Arrangement des 60er-Jahre-Klassikers „California Dreamin’“, bei dem alle Zuhörer die Sonne Kaliforniens aufstrahlen spürten. Neben vielen talentierten Solo-Musikern überraschte die Sechstklässlerin Elisaveta Kulka (6c) mit dem „Presto“ aus Auberts „Suite für Violine und Klavier“: von ihr wird man sicher noch hören! Das Nachwuchsorchester des MRG präsentierte zwei Klassiker der Filmmusik in gut geschulter Abstimmung und präzisem Zusammenspiel. Ein Höhepunkt des Abends war gewiss das Abiturienten-Trio Annalena Lex (Steirische), Eric Engel (Gitarre) und Sophie Rüth (Kontrabass). Brillant ihre Interpretation von Herbert Pixners „Diplom-Landler“, die so ganz ohne folkloristische Belanglosigkeit, sondern unter der versierten Führung von Annalena Lex kraftvoll und wahnsinnig intensiv das Publikum mitriss. Diplom mit Prädikat! Überhaupt ist es faszinierend zu sehen, wie sich Schülergruppen in Eigeninitiative zu Konzertbeiträgen zusammengefunden haben: Das Vokalensemble der Oberstufenschüler zeigte mit einem durchdachten Arrangement des R&B-Songs „Stand by Me“ nicht nur stimmliche Qualität, sondern vor allem Freude und Leidenschaft am gemeinsamen, exzellent abgestimmten chorischen Singen – und das ohne betreuende Lehrkraft! Bravi!

Die gute Stimmung, die der erste Konzertabend verbreitete, wurde sodann im „Großen Sommerkonzert“ im Amberger Stadttheater fortgeführt und sogar noch überstiegen. Unter der Stabführung von StD Herrneder zeigte das Orchester des Gymnasiums rhythmische Präzision, dynamische Differenziertheit und vor allem seine beeindruckende Modulationsfähigkeit. Karl Pillneys „Eskapaden eines Gassenhauers – Parodistische Variationen für Hörer mit Sinn für musikalische Eugenspiegeleien“ wurden gerade in ihrer gekonnten Differenziertheit zu einem mitreißenden Beleg musikalischen Gestaltungswillens. Die ganz unterschiedlichen Variationen über den 30er-Jahre-Schlager „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans“ in klassischen Stilen konnten allesamt meisterlich überzeugen. Danke, dass ihr euch auf diese Eskapaden eingelassen habt! Das Sommerkonzert ist ja auch traditionell das Konzert, an dem die Schülerinnen und Schüler der Abiturklassen ihren Abschied geben; so hatten auch in diesem Jahr viele Musiker ihren letzten Auftritt auf der MRG-Bühne. Die Cellistin Theresa Urban, der Flötist Felix Stündl, die Pianistin Christina Bader, die Geigerin Laura Peter, die Gitarren-Gebrüder Eric und Robin Engel und die Saxophonistin Doris Schwager. So durfte durchaus neben aller Faszination auch ein bisschen Wehmut aufkommen. Umso erfreuter war das Publikum dann über einen einmaligen gemeinsamen Beitrag der Absolventenklasse: Sophie Rüth (Q12), wohl eines der vielseitigsten musikalischen Talente des MRG, hatte für ihre Mitschüler den Filmsong „The Greatest Showman“ (wie sinnig!) unglaublich inspiriert und stimmig arrangiert. Was für ein „Schluss-Akkord“ am Ende der eigenen Schullaufbahn! Chapeau!

Einen überzeugenden Auftritt hatte auch das Trompetenquartett mit Lena Breitschaft (9b), Nicole Allwang (Q11), Sophie Rüth (Q12) und Ferdinand Stich (Q12): Sie präsentierten nach einem kraftvollen Start mit Fuciks „Entry Of The Gladiators“ das virtuose „Rondo alla Turca inspired by Mozart“, bei dem die technische Qualität der Bläser für jedermann hörbar wurde. Ebenso das schon stadtbekannte Sax-Reger-Quartett unter Leitung von Elke Beer: enorme Intensität und jazzige Coolness verbanden sie in ihrer mitreißend-feurigen Interpretation von Chick Coreas „Spain“.

Der Gemischte Chor des Gymnasiums zeigte unter Leitung von StDin Treese die große Bandbreite seines Könnens – von perkussiv bis elegisch. Intonatorische Klarheit und disziplinierte Fokussierung wurden ganz expressiv im „Lullaby“ aus „Three Nocturnes“ von Daniel Elder zum Ausdruck gebracht. Den furiosen Abschluss der diesjährigen Sommerkonzerte gab die Big Band unter der Leitung von Elke Beer und OStR Prechtl: Beim lässig-swingenden Klassiker „It’s Only a Paper Moon“ von Harold Arlen und Billy Rose faszinierte neben der Band auch die Sängerin Nazli Aliyzada (8a), die die träumerische Ironie des Songs auf den Punkt bringen konnte. Ganz ohne Träumerei, dafür mit viel Power und Spannungskraft beendete die Big Band den Abend mit dem Titel „What is Hip?“ (Stephen Kupka): Souverän und cool – das macht Lust auf mehr!

Mit frenetischem Applaus ging mit dem Abend im Stadttheater die Sommerkonzertreihe des Max-Reger-Gymnasiums zu Ende. Mitgenommen haben alle, die diese Konzerte erleben durften, dass eigenes Musizieren in ganz unterschiedlichen Stilen und Besetzungen so richtig Spaß machen kann; und dass die gute Stimmung der Musiker unweigerlich überspringen muss! So klingt der Sommer.

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