03.03.2021 - 11:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Solarmodule in Amberg: Optischer Alptraum oder reale Chance?

Der Anblick von dunklen Solarmodulen in der Landschaft ist für manche ein Alptraum. "Ist das wirklich eine schwerwiegende Zumutung angesichts der Klimakatastrophe?", fragt der Vorsitzende des Solarenergie-Fördervereins, Hans-Jürgen Frey.

Nicht jede Photovoltaik-Freiflächenanlage ist so gut einsehbar wie die bei Ammersricht. Bei der Planung wird dieser Aspekt oft mitberücksichtigt.
von Uli Piehler Kontakt Profil

In Amberg diskutieren Bürger und Stadträte gerade über eine Freiflächen-Photovoltaikanlage, die nahe an einer Wohnbebauung liegt. Am Postweiher wollen die Stadtwerke auf einem Areal von 7,2 Hektar Solarmodule aufstellen, um Strom zu produzieren.

Diskussion über PV-Anlage in Amberg

Amberg

Zur Diskussion im Stadtrat und auch auf den Leserbriefseiten der Amberger Zeitung meldet sich jetzt Hans-Jürgen Frey, der Vorsitzende des Solarenergie-Fördervereins zu Wort. Er hat in dieser Funktion natürlich eine klare Meinung: "Für verantwortungsbewusste Bürger sowie Verantwortliche in der Politik sind Photovoltaik-Freiflächen eher ein Segen, da sie schnell errichtet sind und kostengünstig riesige Mengen an sauberem Strom erzeugen", schreibt er in einer Stellungnahme an die Redaktion.

Für verantwortungsbewusste Bürger sowie Verantwortliche in der Politik sind Photovoltaik-Freiflächen eher ein Segen,

Hans-Jürgen Frey, Vorsitzender Solarenergie-Förderverein

Hans-Jürgen Frey, Vorsitzender Solarenergie-Förderverein

Frey rechnet vor: Eine Anlage mit 10 Megawatt-Peak (MWp) generiere etwa 10 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Um auf den gleichen Ertrag zu kommen, bräuchte es laut Frey 1000 Hausdächer mit je einer 10 Kilowatt-Peak-Anlage. "Das ist auf jeden Fall erstrebenswert, dauert jedoch in der Realität zu lange angesichts des knappen Zeitfensters, das uns zum rechtzeitigen Erreichen der Klimaziele vor einem Kipppunkt des Klimas zur Verfügung steht."

Sicherlich ließe sich die Akzeptanz von PV-Freiflächen durch eine entsprechende Einfügung in die Landschaft steigern, räumt Frey ein. "Je nach Gegebenheit wird sich aber eine mehr oder weniger große Sichtbarkeit nicht verhindern lassen." Diese könne aber durch Hecken und passenden Baumbestand minimiert werden, was Frey zudem als "wertvolle ökologische Aufwertung des Gebietes" sieht. Der Vereinschef verweist auch darauf, dass eine Vermarktung des Ökostroms direkt in der Region und eine finanzielle Bürgerbeteiligung möglich wären.

Laut Frey könne bis 2030 der Strombedarf von Amberg und Amberg-Sulzbach unter dem Strich durch erneuerbare Energien in der Region abgedeckt werden. Unter einer Bedingung: "Um diesen klimapolitisch wichtigen Zielpunkt zu erreichen, braucht es neben der Nutzung von Dächern vor allem auch den zeitnahen, engagierten Ausbau von PV-Freiflächen."

So reagierte die CSU auf die Diskussionen

Amberg

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