15.07.2021 - 15:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadtlabor Amberg: Ein Geschäft für Geschäftstüchtige zum Ausprobieren

Künftig können junge Gründer, Talente oder Handwerker ihrer Kreativität freien Lauf lassen. In Amberg eröffnet ein Stadtlabor. Dort dürfen die Geschäftstüchtigen ihre Waren feilbieten - auf Zeit und kostenlos.

Willkommen im Stadtlabor Amberg: Die Gewerbebau Amberg bietet auf 100 Quadratmeter einen Raum für Kreative, Co-Working und Pop-up-Shop an.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

"Geht's hier zum Testen?", fragt die Frau, die vor dem ehemaligen Reichert-Gebäude steht. Bis vor kurzem war dort noch das Testzentrum der Amberger Apotheken untergebracht. "Nein", antwortet Gewerbebau-Projektleiterin Verena Fitzgerald, das sei nun das Stadtlabor Amberg. Und sie erklärt geduldig, was sich hinter den Begriffen Showroom für wechselnde Pop-up-Shops, Workshop-Raum und Co-Working-Büro versteckt. Auf 100 Quadratmetern mitten in der Altstadt von Amberg entstand innerhalb kürzester Zeit ein ganz neues Projekt. Getreu dem Motto "weniger reden, mehr handeln" (Fitzgerald), mietete die Gewerbebau den Leerstand Bahnhofstraße 9 von der Stadt Amberg an. Im vorderen Teil des Gebäudes, dem sogenannten Vorzeigebereich, können künftig geschäftstüchtige und produktive Menschen das zeigen, was sie selbst anfertigen, präsentieren und verkaufen wollen (Showroom). Für einen begrenzten Zeitraum stellt den jungen Gründern die Gewerbebau diesen Laden kostenlos zur Verfügung (Pop-up-Shop). Verena Fitzgerald hat bereits eine Auswahl von Produkten zusammengestellt, die in Amberg produziert werden, um die Vielfalt zu zeigen: Honig, Pullover, Chili-Pflanzen, Schokolade, Schmuck. Die Amberger sind kreativ. "Deshalb nennen wir es auch Stadtlabor, weil man hier experimentieren darf", so Fitzgerald.

Es gibt viele Denkmodelle, wie der Pop-up-Shop von den potenziellen Mietern gestaltet werden könne. Gleich daran im Anschluss gibt es einen Raum, der Platz für Kurse oder andere Gruppentreffen (Workshops) bietet - eventuell in Kombination mit dem Laden. Im nächsten Zimmer stehen ein paar zusammengewürfelte Schreibtische. Hier ist Platz zum Denken und Arbeiten (Co-Working). "Hier ist die Möglichkeit, sich auszutoben", sagt Fitzgerald. Einer, der sich schon getraut hat, sein Angebot aus dem Wohnzimmer mitten in die Altstadt zu holen, ist Nicolas Stoffregen. In Eigenregie hat der 25-Jährige 2019 ein Online-Radio für Amberg und Amberg-Sulzbach gegründet. Mit diesem Streamingdienst namens BeatAM ist der Amberger jetzt ganz nach hinten ins Stadtlabor eingezogen. Von dort aus will er auch Podcasts und Sendungen produzieren sowie Interviews am Studio-Mikrofon führen.

"Ich mache Web-Radio, seit ich zwölf bin", erzählte Stoffregen. Er entschied sich dazu, einen regionalen Sender aufzubauen, weil er das Lokale einfach mag. Stück für Stück erweiterte er sein Equipment. Der Online-Marketing-Manager und ehrenamtliche Bereitschaftsleiter des Roten Kreuzes in Amberg nimmt sich einmal die Woche Zeit für eine Live-Sendung auf BeatAM, ansonsten wird Musik gespielt oder es legen DJs auf. Ein eigenes Studio sei sein Traum, den er sich im Stadtlabor ganz unkompliziert erfüllen kann. "Man muss neue Handelsansätze denken", sagt OB Michael Cerny und verweist auf den Förderbescheid zu "Digitale Einkaufsstadt Bayern 2021", den Amberg als erste bayerische Kommune erhalten hatte. Der neue Kreativraum der Wirtschaftsförderung werde vorerst bis Herbst 2021 zu Experimenten einladen, so Karlheinz Brandelik von der Gewerbebau Amberg.

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Das Showroom des Stadtlabors. Von links: Verena Fitzgerald, Nicolas Stoffregen, Michael Sandner von Amberg-liefert.de, Karlheinz Brandelik und OB Michael Cerny.

 

 

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