05.02.2020 - 15:20 Uhr
AmbergOberpfalz

Streit um Gewerbegebiet: CSU warnt vor Schnellschuss

Über die Absage an das interkommunale Gewerbegebiet aus Ursensollen wird weiter diskutiert. Jetzt meldet sich Achim Kuchenbecker von der CSU zu Wort, Sprecher der größten Fraktion im Gemeinderat.

Bei Ullersberg führt eine Brücke über die Bundesstraße 299. Hier wäre die Zufahrt zum interkommunalen Gewerbegebiet entstanden.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Kuchenbecker kritisiert vor allem die Art und Weise, wie die Entscheidung herbeigeführt werden soll und wie sie kommuniziert wurde. Seit der Ankündigung von Vertretern der Freie-Wähler- und der SPD-Fraktion in Ursensollen, die Kooperation mit der Stadt Amberg für das interkommunale Gewerbegebiet zu beenden, sei er von vielen Gemeindebürgern angesprochen worden, die diese Vorgehensart nicht gut fänden.

Achim Kuchenbecker ist Bürgermeisterkandidat der CSU in Ursensollen.

Freie Wähler und SPD verkünden das Aus der Kooperation

Amberg

"Thematisch sage ich ja, das interkommunale Gewerbegebiet bedarf einer grundsätzlichen Überlegung", erklärt Kuchenbecker, der als Bürgermeisterkandidat für seine Partei antritt. Allerdings finde er es schade, dass im Vorfeld die Amberger Stadtratsfraktionen und der Oberbürgermeister nicht informiert wurden. "Es wirft auf die Gemeinde Ursensollen kein gutes Licht, wie ich in vertraulichen Gesprächen der letzten Tage erfahren habe."

Kuchenbecker spricht von einem "Schnellschuss" von Freien Wählern und SPD und fürchtet nun, dass die weitere Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Stadt Amberg leiden könnte. Er weist auf ein anstehendes Projekt hin, bei dem eine Kooperation der Nachbarkommunen wichtig sei. „Die Gemeinde Ursensollen hatte eine Anfrage zur Aufnahme in den Abwasserzweckverband Amberg-Kümmersbruck gestellt." Hintergrund ist die Schließung der Kläranlage in Hohenkemnath. Der neue Gemeinderat und der neue Bürgermeister stünden vor der schwierigen Aufgabe, eine vernünftige Verhandlungsbasis und ein angemessenes Vertrauensverhältnis mit den periodisch wechselnden Vorsitzenden des Abwasserzweckverbands, Oberbürgermeister Michael Cerny und Bürgermeister Roland Strehl, herzustellen.

Scharfe Kritik an der Entscheidung aus Ursensollen kam aus Amberg

Amberg

Die Ursensollener CSU will die Absage des Projekts im Gemeinderat am Dienstag, 11. Februar, nicht mittragen. "Ein vorschnelles Durchwinken auf der letzten Gemeinderatssitzung vor der Wahl entspricht nicht unserem Verständnis von zukunftsorientierter Politik." Für alle Gemeinderatskandidaten müsse es von größter Bedeutung sein, dass die Gemeinde Ursensollen weiterhin als seriöser und verlässlicher Nachbar und Partner wahrgenommen wird.

Reaktion:

Bedauern bei der IHK

Das Industrie- und Handelsgremium Amberg-Sulzbach bedauert das angekündigte Ende des geplanten interkommunalen Gewerbegebietes Amberg-Ursensollen. "Damit die Region Amberg-Sulzbach auch weiterhin ein starker und florierender Wirtschaftsstandort bleibt, ist das Vorhalten entsprechender Gewerbe- und Industrieflächen für ansässige und ansiedlungsinteressierte Unternehmen unbedingt notwendig", erläutert Geschäftsführer Bernhard Reif die Position des IHK-Gremiums. "Angesichts nur noch weniger verfügbaren Flächen in der Stadt Amberg ist dabei die Zusammenarbeit mit anliegenden Kommunen eine wichtige Handlungsoption und sollte es auch in Zukunft bleiben." Dass dringender Handlungsbedarf besteht, zeigten die jüngsten Ansiedlungsverluste für Amberg. Reif spricht damit die Verlagerung der Grammer-Zentrale und den angekündigten Wegzug des Autohauses Widmann an. "Wenngleich die genannten Betriebe glücklicherweise der Wirtschaftsregion Amberg-Sulzbach erhalten geblieben sind." (upl)

Reaktionen der Amberger OB-Kandidaten

Amberg

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.