11.03.2021 - 15:17 Uhr
AmbergOberpfalz

Ten Brinke zum Bürgerspital-Projekt: "Einmalige Chance für Amberg"

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Während die Gegner des Vorhabens weiter Unterschriften sammeln, geht Investor Ten Brinke in die Offensive. Der geplante Neubau auf dem Bürgerspital-Gelände in der Altstadt bringe der Stadt einen echten Mehrwert.

Mit diesem Entwurf hat Ten Brinke den Wettbewerb zur Nachnutzung des Bürgerspital-Areals gewonnen. Die Skizze gilt jetzt aber als veraltet. "Wir haben diesen Entwurf in den letzten Monaten zusammen mit der Stadt Amberg weiterentwickelt und fortgeschrieben", heißt es von Ten Brinke.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Diskussion um die künftige Nutzung des Bürgerspital-Areals in Amberg schwelt nun schon seit sechs, sieben Jahren und gipfelt aktuell in einem Bürgerbegehren gegen die Pläne der Stadt und des Immobilien-Investors Ten Brinke. Am Samstag werden in der Innenstadt wieder Unterschriften dazu gesammelt. Jetzt melden sich Ten-Brinke-Projektleiter Roland Seissler und die Chefin der Regensburger Niederlassung des Unternehmens, Sandra Kainz, zu Wort, in der Hoffnung, den Gegnern Wind aus den Segeln zu nehmen.

Für die von der Stadt im Jahr 2015 formulierten Ziele - Attraktivitätssteigerung der Innenstadt mit zeitgemäßem Wohnraum, Flächen für Ärzte und Dienstleister, Gastronomie sowie der Versorgung der Innenstadtbürger mit einem fußläufig erreichbaren Lebensmittelmarkt - habe Ten Brinke "mit Begeisterung und viel Herzblut" eine Lösung erarbeitet, die Projektleiter Roland Seissler als "einmalige Chance" bezeichnet.

"Natürlich wollen wir investieren, aber es ist unser Anspruch, dass wir immer eine Lösung schaffen, die die beste Werbung für weitere Investitionen mit uns ist."

Projektleiter Roland Seissler

Er geht noch einmal auf die Konzeption des geplanten Gebäudes ein. "Es sieht im Erdgeschoss einen moderneren Lebensmittelmarkt mit knapp 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie einer weiteren Gewerbeeinheit, die beispielsweise als Bäckerei, Café oder Restaurant bespielt werden kann, vor", erklärt er. Der regional ausgerichtete Lebensmittelmarkt soll das Wohnen in der Altstadt attraktiver machen, "speziell auch für die älteren Bürger". Wichtig ist Seissler: "Der Lebensmittelmarkt wird nach dem Wegfall der zweiten Tiefgaragen-Ebene bewusst keine eigenen Stellplätze in der geplanten Tiefgarage haben, wodurch die Sogwirkung auf Lebensmitteleinkäufer in die Innenstadt deutlich reduziert wird." Vielmehr soll der persönliche Individualverkehr in der Innenstadt spürbar verringert werden. "Im besten Fall können einzelne Bewohner sogar komplett auf ein eigenes Auto künftig verzichten."

Nach den Worten von Niederlassungsleiterin Sandra Kainz sollen in den Obergeschossen des Neubaus rund 50 seniorengerechte und größtenteils barrierefreie Wohnungen entstehen, die im Teileigentum veräußert werden. Kainz: "Damit trägt der Neubau entscheidend dazu bei, der großen Nachfrage nach Wohnungen für Jung und Alt in der schönen Altstadt von Amberg nachzukommen."

Kainz wirbt auch für die Architektur: Die Bebauung orientiere sich am umliegenden Quartier und den darin angebotenen Nutzungen. "Die Dachform wählt den weitaus höheren historischen Eckertbau als ersten Höhenbezugspunkt und verläuft dann abgestuft aber fließend immer kleiner werdend in Richtung des Ringtheaters", erläutert sie. "Hierdurch schaffen wir den harmonischen Übergang zwischen den beiden deutlich unterschiedlich hohen Nachbargebäuden. Die von uns gewählte Höhe des Gebäudes liegt teils deutlich unterhalb den umliegenden historischen Gebäuden."

Oberbürgermeister Michael Cerny über die fortschreitenden Planungen

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Die geplante geschlemmte Ziegelfassade nehme deutlich Bezug auf die benachbarte Wirtschaftsschule, interpretiere diese jedoch neu und modern. "Der geplante Neubau ist damit aus unserer Sicht ein gelungenes Beispiel, wie modernes urbanes Wohnen mit den Herausforderungen einer historischen Altstadt vereinbart werden kann", sagt Kainz.

Roland Seissler geht dann auch noch auf den öffentlichen Platz ein, der hinter der Spitalkirche entstehen soll. "Von der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße blickt man künftig auf einen Platz mit Straßencafè, der zum Einkaufen und Verweilen einlädt." Ten Brinke habe sich von der Amberger Luftkunst anstecken lassen und werde "mit großer Überzeugung" hier auch Luftkunst im öffentlichen Raum entstehen lassen.

"Natürlich wollen wir investieren, aber es ist unser Anspruch, dass wir immer eine Lösung schaffen, die die beste Werbung für weitere Investitionen mit uns ist", betont Seissler und kündigt an, der Öffentlichkeit schon bald neue Modelle und Ansichten zur Verfügung zu stellen.

Aus der Stadtratssitzung vom März 2021

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Info:

Ten Brinke

  • Ten Brinke ist ein international tätiges Immobilienunternehmen, das vor etwa 115 Jahren in den Niederlanden gegründet wurde.
  • Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in den Niederlanden, Deutschland, Spanien, Portugal und Griechenland.
  • Insgesamt arbeiten rund 1200 Menschen bei Ten Brinke. Das Auftragsvolumen liegt nach Unternehmensangaben bei rund einer Milliarde Euro.
  • Seit 2010 hat Ten Brinke mit der Ten Brinke Projektentwicklung GmbH & Co. KG in Regensburg eine eigene Niederlassung in Bayern.

 

 

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