17.02.2021 - 09:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Anpassungen für Bürgerspital-Projekt: Grünes Dach und Anleihen von Nachbar-Gebäuden

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Ob und wie sich der geplante Ten-Brinke-Bau in die Altstadt einfügt, das ist die zentrale Frage in der aktuellen Debatte um das Vorhaben. Oberbürgermeister Michael Cerny hat jetzt auf Nachfrage einige Punkte konkretisiert.

Diese Skizze ist überholt. Die Fassade des Ten-Brinke-Baues wird am Ende wohl anders aussehen. Diese Ansicht zeigte einen ersten Entwurf mit Blick vom Spitalgraben aus Richtung Wirtschaftsschule, rechts der sogenannte Eckertbau.
von Uli Piehler Kontakt Profil

2016 hat der Immobilien-Investor Ten Brinke den Zuschlag für die Neubebauung des Bürgerspitalgeländes in der Amberger Altstadt erhalten. Auf dem Areal hat sich seither zwar wenig getan, ruhig ist es um das Projekt seither allerdings nie geworden. Nachdem nun der Bebauungsplan neu aufgelegt wird, überlegt sich der Bauherr bereits, wie der Gebäudekomplex einmal konkret aussehen soll. In enger Abstimmung mit der Stadt würden fortlaufend Änderungsvorschläge diskutiert - das war eine der Kernaussagen des Interviews mit Projektleiter Roland Seissler. Was hat das zu bedeuten? Eine Nachfrage bei Oberbürgermeister Michael Cerny soll etwas Licht ins Dunkel bringen.

Der Projektleiter im Interview

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Die von Seissler angedeuteten Änderungen waren vor einigen Tagen Thema einer Videokonferenz, an der der Oberbürgermeister, die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen und Vertreter von Ten Brinke teilnahmen. Dabei sei es laut Cerny unter anderem um die Fassaden- und die Dachgestaltung gegangen. In der Architektur wird zwischen Band- und Lochfassade unterschieden. Eine Bandfassade ordnet die Fenster wie an einem Band aneinander, eine Lochfassade lässt deutlich abgegrenzte Lücken zwischen den Fensteröffnungen. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass es eher in Richtung Lochfassade gehen soll", erklärte Cerny. Damit greife der Neubau die vorherrschende Optik in der Altstadt auf. Gesprochen worden sei auch bereits über den Putz. Hier hätten sich die Teilnehmer eine "geschlemmte Ziegelfassade" vorstellen können, in Anlehnung an den Ziegelbau der benachbarten Wirtschaftsschule. An größeren Wandflächen soll es eine Begrünung geben.

"Da hat sich ein klares Stimmungsbild für eine Vollbegrünung abgezeichnet."

Oberbürgermeister Michael Cerny

Oberbürgermeister Michael Cerny

Kein Blechdach mehr

Auch das Dach war offenbar Thema. Von einem Blechdach könne keine Rede mehr sein, erklärt Cerny. "Da hat sich ein klares Stimmungsbild für eine Vollbegrünung abgezeichnet", sagt der Oberbürgermeister. Zusammen mit den Garten-Elementen auf dem Dach der Drei Höfe auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnhofstraße entstünden dann zwei relativ große begrünte Dächer in der Altstadt. Als Ziel sei bei der Besprechung formuliert worden, diese Änderungen im Bauausschuss zu diskutieren und in das Bebauungsplan-Verfahren aufzunehmen. Wunsch der Fraktionsvertreter sei auch gewesen, die besprochenen Lösungen zu visualisieren, damit sich jeder ein Bild von dem Vorhaben machen könne.

Und muss die Stadt einen neuen Vertrag mit dem Investor schließen, weil ja die Tiefgarage wegen der Bodenbeschaffenheit nicht wie ursprünglich geplant zweistöckig gebaut werden kann? Es werde einen "Nachtrag zum ersten Vertrag" geben, erläutert Cerny. Dieser sei gerade in der Ausarbeitung, aber noch nicht notariell besiegelt. Der Nachtrag soll bei der nächsten Stadtratssitzung im nichtöffentlichen Teil beraten und verabschiedet werden. Danach folgt die Unterzeichnung beim Notar.

In Amberg werden Unterschriften gegen das Bauvorhaben in der Altstadt gesammelt

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