01.08.2018 - 10:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Vils leidet unter Wassermangel

Kaum Regen und große Hitze - der Vils geht so allmählich das Wasser aus. Doch noch ist die Lage nicht besorgniserregend.

Die Vils ist nur noch ein seichtes Bächlein. Der fehlende Regen lässt den Wasserstand auf ein Rekordtief sinken.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Ein paar verlorene Enten stehen nur noch mit den Füßen im Wasser, mit allergrößter Mühe manövrieren ein paar Wassersportler ihr Kanu durch die Untiefen und herausstehenden Steine. Die Vils trägt Niedrigwasser, das ist derzeit unübersehbar. Doch noch ist die Situation nicht besorgniserregend sagt Hans Weiß, der für den Bereich Amberg zuständige Abteilungsleiter beim Wasserwirtschaftsamt in Weiden. Wasserstand und -temperatur liegen noch nicht im kritischen Bereich - noch.

Temperaturen von weit über 30 Grad und kein Regen in Sicht. Der Sommer 2018 legt sich mächtig ins Zeug, die Ferien einen Traumstart hin. Doch die anhaltende Trockenheit macht nicht nur den Landwirten zu schaffen, die inzwischen Ernteausfälle in Milliardenhöhe erwarten. Der Pegel der Fließgewässer sinkt kontinuierlich, in Amberg an der Messstelle Pfalzgrafenring sogar teilweise deutlich unter den historischen Tiefststand von 40 Zentimeter. Am Dienstag pendelte sich der Wert im Lauf des Tages an der offiziellen Messstelle bei 36 Zentimeter ein.

Anders sieht es bei den registrierten Abflussmengen an dieser Stelle an. Negativ-Rekord sind hier die 0,986 Kubikmeter pro Sekunde aus dem Sommer 1978. Dagegen muten die knapp zwei Kubikmeter vom Dienstag richtig viel an. Hans Weiß vom Wasserwirtschaftsamt verbreitet daher noch gelassene Ruhe. "Erst, wenn der Wasserstand weiter sinkt und die Temperatur steigt, wird es kritisch", sagt er. Aktuell gebe es keine Meldungen von einem Fischsterben in der Vils, das ein deutliches Anzeichen für ein Kippen der Vils wäre.

Derzeit beträgt die Wassertemperatur in Amberg zwischen 21 und 22 Grad, richtig gefährlich wird es laut Weiß aber erst ab 25. Rekord sind hier übrigens die 23,3 Grad aus dem Sommer 2015. Auch wenn die Möglichkeiten einzugreifen sehr begrenzt sind, bittet Hans Weiß die Menschen, nicht unnötig Wasser aus der Vils zu pumpen. Selbstverständlich betreffe das nicht die amtlich geregelten Entnahmen. Aber Anrainer sollten darauf verzichten, Wasser für ihren Rasen aus dem Fluss zu holen. "Das nützt sowieso im Moment nichts mehr und der Rasen erholt sich schon wieder, wenn es regnet."

Aus zwei Blickwinkeln betrachtet der Experte hingegen das derzeit wild wuchernde Wassergras. Gerade bei der großen Hitze diene es den Fischen als willkommener Unterstand und Schutz vor Räubern aus der Luft wie den Kormoran. Aber es sei halt nicht sehr ästhetisch, wenn sich hier der Unrat aus der Vils ansammle. Und das Gras könne durchaus auch gefährlich werden, wenn der Wasserstand enorm ansteige. Dann werde dieser durch die Pflanzen noch einmal zusätzlich angehoben.

Was Hans Weiß beruhigt, ist die Tatsache, dass die Karstgewässer wie Ammerbach und Lauterach noch gut von ihren Quellen gespeist werden. Aber auch hier sinken die Pegel und klettern die Temperaturen, wie die Messwerte der Lauterach aus Stettkirchen belegen. Der sonst eiskalte Bach war in den vergangenen Tagen teilweise "schon" über 17 Grad warm. Auch der Pegel liegt schon deutlich unter dem Mittelwert von 73 Zentimeter. Mit 61 Zentimetern am Dienstag lag das historische Tief von 51 Zentimeter aber noch weit weg.

Die Vils ist nur noch ein seichtes Bächlein. Der fehlende Regen lässt den Wasserstand auf ein Rekordtief sinken.

Die Vils ist nur noch ein seichtes Bächlein. Der fehlende Regen lässt den Wasserstand auf ein Rekordtief sinken.

Vils in Amberg.Niedrigwasserstand 2018.

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