In regelmäßigen Abständen schaut Stefan Noll, der beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach unter anderem den staatlichen Straßenbau in der Stadt Amberg verantwortet, im Stadtrat vorbei. Seine Aufgabe ist es sehr oft, den aktuellen Stand in Sachen Pflegerkreuz und Kreuzung Fuggerstraße zu berichten. Das staatliche Bauamt hat hier die Federführung inne, Ziel ist es, die beiden miteinander verbundenen Kreuzungen zu verbessern, um beispielsweise das ehemalige Zinkl-Gelände oder das neue Gewerbegebiet an der Fuggerstraße verkehrstechnisch anschließen zu können. Derzeit befinden sich beide Kreuzung bereits an ihrer absoluten Leistungsgrenze, wie die inzwischen erfolgten Computer-Simulationen bestätigt haben.
Im Lauf des Prozesses waren verschiedene Varianten ent- und wieder verworfen worden. Beispielsweise für das Pflegerkreuz diverse Kreisverkehrlösungen, die sich rein rechnerisch aber allesamt nicht als leistungsfähig genug erwiesen. Einzig die höhenfreie Lösung, in der die B85 mit einem gewaltigen Brückenbauwerk über einen Kreisel geführt wird – die Chicago-Lösung, hätte den Leistungstest bestanden, würde aber abgesehen von ihrer Monstrosität auch rund 16 Millionen Euro verschlingen. Letztendlich blieb eine technisch-bauliche Verbesserung der schon bestehenden Kreuzung übrigen. Die hat laut Stefan Noll jetzt auch den Simulationstest bestanden.
Auch die höhengleiche Anbindung der Radfahrer und Fußgänger würde auf diesem Weg gelingen, sagte Noll am Montag im Stadtrat. Es habe sich jetzt in den Simulationen gezeigt, dass das Pflegerkreuz mit Hilfe modernster Ampeltechnik und der Ergänzung einiger weniger Abbiegespuren für knapp 1,5 Millionen Euro und damit relativ wirtschaftlich auf eine zukunftsfähige Leistungsfähigkeit gebracht werden könne.
War die von Baudirektor Stefan Noll in Sachen Pflegerkreuz vorgetragene Lösung die einzige gewesen, die es überhaupt noch in die Simulation geschafft hatte, so hatte es für die Kreuzung Fuggerstraße zwei Ansätze gegeben: Ertüchtigung der Ampelkreuzung oder Bau eines fünfarmigen Kreisels. Letztere Möglichkeit war vom Stadtrat im Vorfeld favorisiert worden, doch habe jetzt die Computer-Simulation gezeigt, dass diese Variante nicht leistungsfähig genug wäre. Letztendlich schlägt das Staatliche Bauamt auch hier vor, die vorhandene Kreuzung auszubauen und mit modernen Ampeltechnik zu versehen. Kosten würde das hier rund 2,5 Millionen Euro.
Wenig Freude herrschte an dieser Stelle beim früheren CSU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Mußemann, der vor Jahren für den Bereich Pflegerkreuz/Kreuzung Fuggerstraße mit Vehemenz eine große Kreisverkehrlösung gefordert hatte. "Wir hatten hier die Aussicht auf zwei Kreisverkehre, geblieben ist jetzt keiner", sagte er in der Stadtratssitzung. "Das enttäuscht mich schon ein bisschen." Die Hoffnung wollte Mußemann dennoch nicht aufgeben. Denn auch an der Kreuzung bei der JVA habe das beauftragte Gutachten davon geredet, von einer Kreisel-Lösung sei abzuraten, da nicht ausreichend aufnahmefähig. "Jetzt haben wir dort einen super Kreisverkehr."
Ganz so einfach ist es aber nicht, wie Stefan Noll anmerkte. Denn Varianten, die schon rein rechnerisch ausscheiden, kommen beim Freistaat erst gar nicht in die Planungsphase. "Aber natürlich steht es Ihnen frei, die von mir vorgeschlagene Variante zu bauen oder aber nicht", verwies Noll auf die Hoheit der Stadt Amberg im Bereich der Kreuzung Fuggerstraße. Einen Wermutstropfen entdeckte Tanja Dandorfer (Amberger Bunt) in der Planung dann doch. Dann könne ja der Citybus nicht mehr vom Kaiser-Wilhelm-Ring kommend nach links in die Balanstraße einfahren, stellte sie fest. Das soll jetzt noch einmal überprüft werden.

















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