16.10.2018 - 16:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Wegen Missverständnis: Verzögerung bei Landtagswahl

Über Stunden hinweg kann das Amberger Ergebnis der Landtagswahl am Sonntag auf der Internetseite der Stadt Amberg gelesen werden. Beim zuständigen Stimmkreisleiter kommt es erst viel später an. Die Ursache dafür ist sehr menschlich.

Die Auswertung der Wahlzettel ist nicht ganz einfach. Kommt es dabei zu Problemen, verzögert sich das Ergebnis schnell einmal um Stunden.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Passiert ist zwar letztendlich nichts, doch war die verspätete Stimmenübermittlung von Amberg ins Landratsamt einer der Aufreger der Landtagswahl 2018. Wobei am Tag danach so recht niemand wusste, woran es denn gelegen haben könnte, dass das Ergebnis im Stimmkreis 301 erst gegen Mitternacht an den Landeswahlleiter übermittelt werden konnte. Noch einen Tag später kristallisiert sich heraus, dass wohl Menschen einfach aneinander vorbei geredet haben.

Der Leiter des Amberger Wahlamts, Martin Schafbauer, zeigte am Dienstag Einsicht und Reue: "Die Minderleistung muss wohl bei mir gelegen haben", sagte er angesichts der Tatsache, dass 27 Gemeinden im Stimmkreis eine Anweisung aus dem Landratsamt anders verstanden haben, als er. Darin ging es unter anderem darum, wann ein Ergebnis an den Leiter des Stimmkreises, Johann Siegert, übermittelt werden muss. Bisher war es immer so, dass die erste Schnellmeldung gesandt wurde. Anschließend räumte man eventuell auftretende Plausibilitätsprobleme aus und schickte die zweite Schnellmeldung mit den nun vorläufig endgültigen Zahlen hinterher.

Nun verstand Martin Schafbauer aber ein Rundschreiben aus dem Landratsamt irrtümlich so, dass er erst die zweite Schnellmeldung schicken sollte. Während also auf der Homepage der Stadt über Stunden das Wahlergebnis zu sehen war, warteten im Landratsamt die Mitarbeiter auf die erste Schnellmeldung, um das gesamte Paket nach München übermitteln zu können. Währenddessen gab es in einem Amberger Briefwahlbezirk ein absolutes Chaos, wie Martin Schafbauer berichtet, der die Wahlhelfer dort zwang, noch einmal komplett neu auszuzählen.

Am Ende dauerte es bis halb Zwölf, bis die erste Schnellmeldung versandt wurde, die zweite ging erst nach Mitternacht raus. "Unser kleiner Aufreger ist der beste Beweis dafür, dass Kommunikation eine komplexe Angelegenheit ist", schrieb Schafbauer am Donnerstag an Elfriede Schinhammer, die zuständige Wahl-Sachbearbeiterin im Landratsamt. Und gelobte Besserung.

Das Wahlergebnis kommt nicht beim Stimmkreisleiter an

Amberg
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