05.07.2020 - 13:43 Uhr
AmbergOberpfalz

Welche Art von Mobilität darf es in Zukunft bitte sein?

Am Anfang steht die Entscheidung von Stadt und Landkreis, ein gemeinsames Verkehrskonzept zu erstellen. Nachhaltig soll es sein, zukunftsfähig sowieso. Und auch die Menschen in der Region sollen mitreden können.

Auch der autonom fahrende Kleinbus könnte Teil der Mobilität der Zukunft sein. Die Bürger von Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach haben die Gelegenheit, hier ein bisschen mitzureden.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Unsere heutige Gesellschaft basiert auf Mobilität. Menschen leben irgendwo im Landkreis Amberg-Sulzbach und arbeiten in der Stadt Amberg - oder umgekehrt. Höhere Schulen finden sich nur in den großen Orten, Behörden und zentrale Einrichtungen ohnehin. Für uns, die wir hier leben, bedeutet dies: Wir müssen uns bewegen. Das sollen wir aber möglichst nachhaltig tun, sollen Energie und CO2 sparen, um die Folgen des drohenden Klimawandels für die nachfolgenden Generationen einigermaßen erträglich zu gestalten.

Die politischen Gremien der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach haben sich nicht zuletzt deshalb dazu entschlossen, ein gemeinsames Verkehrskonzept zu erstellen. Bedeutete so etwas in früheren Jahren vor allem den Bau neuer Straßen für das Auto, soll jetzt der Schwerpunkt auf der Vernetzung der Verkehrsmittel liegen. Das Zauberwort lautet: intermodal.

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Amberg

Die Kombination macht's

Darunter versteht man die kombinierte Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel für eine Fahrstrecke. Ein Beispiel: Peter F. wohnt in einem kleinen Dorf bei Hohenburg. Er arbeitet bei Siemens in Amberg und nützt für seinen täglichen Weg dorthin sein Auto. Dieses Auto steht während der Arbeitszeit auf dem großen Unternehmensparkplatz. Nach Feierabend fährt Peter wieder heim, sein Fahrzeug parkt er in der Einfahrt, wo es bis zum nächsten Morgen ungenutzt herumsteht.

Peter F. ist verheiratet und hat zwei schulpflichtige Kinder, die mit dem Schulbus nach Amberg fahren, wo sie ein Gymnasium und die Realschule besuchen. Seine Frau Irmi arbeitet halbtags in Schmidmühlen. Mit ihrem Auto fährt sie zur Arbeit, kauft ein und ist rechtzeitig daheim, um den Kindern ein Mittagessen zu kochen. Eine Familie, wie sie für unsere Region nicht untypisch ist derzeit.

Hier geht es zur Online-Umfrage

Nun will Familie F. aber ein Auto einsparen. Aus ökologischen und finanziellen Gründen. Peter würde daher gerne mit dem Fahrrad zur Bushaltestelle fahren, sein Radl dort sicher abstellen und mit dem Bus nach Amberg kommen. Vom Busbahnhof sollte dann ohne große Wartezeiten der City-Bus zu Siemens abgehen. Alternativ könnte sich Peter auch vorstellen, sich am Bahnhof ein Leihrad zu schnappen und damit in die Arbeit zu fahren.

Weil das aber bislang nicht in der gewünschten Form und Zeit möglich ist, beteiligt sich Peter an der Online-Befragung zur Mobilität, mit deren Hilfe Stadt und Landkreis die Wünsche der Bürger in Sachen Verkehr abfragen wollen. Übrigens auch für die Menschen, die beispielsweise in Nürnberg oder Regensburg arbeiten. "Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land steigen der Bedarf und die Notwendigkeit nach umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten", liest Peter F. und fühlt sich sofort an der richtigen Stelle. In der interaktiven Karte zeichnet er seinen Arbeitsweg ein, anschließend kann er angeben, welche Verbesserungen er sich wünscht: Taktzeiten beim ÖPNV, Fahrradwege, Anrufdienste wie Sammeltaxis oder individuelle Wünsche.

Sharing-Modelle fördern

In einem zweiten Schritt markiert Peter F. auf der Karte Punkte, an denen er sich verbesserte Mobilitätsangebote wünscht. Peter fehlt ein Leihangebot für Fahrräder in der Stadt Amberg, außerdem könnte er sich durchaus auch für das Lauterachtal ein Carsharing-Fahrzeug vorstellen, wie es diese bereits in Amberg, Wackersdorf oder Nabburg gibt. Sein Arbeitskollege Walter hätte gerne einen Zebrastreifen, wo in seiner Wohnstraße die Schulkinder unterwegs sind. Und die Radverkehrsverbindung vom Eisberg in Richtung Krankenhaus treibt ihm seit Jahren die Zornesröte ins Gesicht. Das macht er auf Anraten von Peter F. dann in "seiner" persönlichen Karte deutlich.

Walter muss sich aber beeilen. Nur noch bis Mittwoch, 8. Juli, hat er die Möglichkeit, an der Online-Umfrage teilzunehmen. Denn schon bald sollen die anschließenden Bürgerforen starten, die noch einmal abfragen werden, wo die Menschen in der Region der Verkehrsschuh drückt. Wahrscheinlich wird es diese Form der Beteiligung aber ebenfalls nur in virtueller Form geben - dank Corona. Danach fasst das beauftragte Planungsbüro Mobilitätswerk GmbH aus Dresden die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung mit den Verkehrsplanungen von Landkreis und Stadt zu einem Konzept zusammen. Das soll dann die Basis sein für die Mobilität von morgen in der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach.

So könnte es ausschauen, wenn Peter F. seinen Arbeitsweg einzeichnet. Er nimmt an der Online-Umfrage in Sachen Mobilität teil.
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