26.06.2021 - 14:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Zehn Jahre nach Ende des Wehrdiensts: Von Oberpfälzer Matrosen, Panzerjägern und Hilfs-Hausmeistern

Mehr als ein halbes Jahrhundert hieß für junge Männer nach Abschluss der Schule oder Ausbildung: "Ab zum Bund." Bekannte Oberpfälzer Politiker erzählen, wie sie ihre Wehrdienst- beziehungsweise Zivildienstzeit erlebt haben.

Ein Bundeswehrsoldat hilft im April 2005 einem gerade eingezogenen Kameraden den Helm aufzusetzen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Seit zehn Jahren bleibt jungen Männern erspart, was Generationen vor ihnen absolvieren mussten: der Wehrdienst. Zum 1. Juli 2011 war dieser von der Bundesregierung offiziell ausgesetzt worden, und damit auch der Zivildienst. Eine Wahl gab es nicht: Bis dahin musste der Grundwehrdienst von allen männlichen deutschen Staatsbürgern geleistet, außer jemand wurde ausgemustert. Oberpfälzer Politiker verbrachten ihre Zeit bei der Bundeswehr in der Oberpfalz, einen verschlug es an die See, einer war gleich zwölf Jahre beim Bund – als Zeitsoldat. Andere verweigerten den Kriegsdienst – und arbeiten als Zivis, wie die Zivildienstleistenden hießen, an ungewöhnlichen Orten.

Der Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht war als Matrose auf hoher See unterwegs

Der Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht (CSU, kniend, Zweiter von rechts) als Wehrdienstleistender bei der Bundesmarine.

Haben Sie Wehrdienst- oder Zivildienst geleistet?

Ich war Wehrpflichtiger vom 3. Oktober 1988 bis Ende 1989. Mein erster Tag der Grundausbildung bei der Marine in Eckernförde war der Todestag von Franz Josef Strauß. Es war schon komisch: Der bayerische Landesvater ist gestorben, überall in Bayern wird getrauert und ich beginne meine Wehrpflicht an der Küste im hohen Norden weit entfernt von der bayerischen Heimat.

Woran denken Sie noch heute mit Freude zurück?

Mit dem Schiff draußen auf dem Meer zu sein. Die Natur. Die nordfriesischen Inseln und die Möglichkeit, viele Menschen und Dörfer und Städte an der Ostsee und Nordsee kennen zu lernen.

Anders als viele meiner Freunde, die den Kriegsdienst verweigert haben, bin ich mit der Überzeugung zur Bundeswehr gegangen, dass wir als wehrhafte Demokratie eine funktionsfähige Armee brauchen. Deswegen war ich Soldat aus Überzeugung – auch wenn bei mir die Begabung zum Gehorsam nicht stark ausgeprägt ist. Deswegen hat es öfter mit Vorgesetzten „gerumpelt“.

Haben Sie etwas aus Ihrer Wehrdienstzeit gelernt? Wenn ja was?

Vieles. Ich wurde zum Funker ausgebildet. Bei den Herbstmanövern draußen auf der stürmischen Nordsee habe ich gelernt wie man trotz Übelkeit und maximal vier Stunden Zeit zum Schlafen zwei Wochen aushält.

Worüber schütteln Sie noch heute den Kopf, wenn Sie zurückblicken?

Es war damals Sitte auf dem Schiff, dass es ein rauschendes Besäufnis gab, wenn wir in einen fremden Hafen eingelaufen sind. Manche der Kameraden waren dann das ganze Wochenende im Bereich der Alkoholvergiftung. Das war mir gehörig zu viel und ich habe mich dann ausgeklinkt.

Aus heutiger Sicht, finden Sie es richtig, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde?

Unterm Strich war die Aussetzung der Wehrpflicht richtig. Die zwei Hauptargumente für mich waren und sind: Die Wehrgerechtigkeit war nicht mehr gegeben. Zum Anderen ging der Auftrag der Bundeswehr immer mehr weg von der Landesverteidigung hin zu Auslandseinsätzen. Für hoch gefährliche Auslandseinsätze brauchen wir aber top ausgebildete Berufssoldaten. Ein großer Nachteil ist aber, dass wir heute die Risiken und Gefahren der Einsätze oft von uns „wegschieben“. Wir sollten unseren Soldaten viel öfter Danke sagen für Ihren Einsatz.

Eine junge Frau erzählt von ihrem Alltag bei der Bundeswehr

Oberpfalz

Der Sulzbach-Rosenberger Bürgermeister Michael Göth pflanzte als Zivi Bäume

Der Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg, Michael Göth, arbeitete als Zivildienstleistender im Bereich Umweltschutz..

Haben Sie Wehrdienst- oder Zivildienst geleistet?

Ich habe Zivildienst im Bereich Umweltschutz geleistet.

Von wann bis wann und wo?

Vom 1. November 1988 bis 30. Juni 1990 in der Stadtgärtnerei in Sulzbach-Rosenberg.

Woran denken Sie heute noch mit Freude zurück?

Ich war unter anderem mehrere Monate auch in der Abteilung für die Forstbewirtschaftung. Dort habe ich auch bei Anpflanzungen und Wiederaufforstungen mitgearbeitet. Wenn ich heute Waldbegehungen mache, zum Beispiel mit dem Stadtrat, kann ich oft noch genau sagen, welche Bäume beziehungsweise Bereiche ich damals gepflanzt habe. Es ist toll, wenn man da nach 30 Jahren noch die Früchte seiner Arbeit sieht.

Haben Sie etwas aus Ihrer Zivildienstzeit gelernt? Wenn ja was?

Da ich wie schon erwähnt im Bereich Umweltschutz meinen Zivildienst geleistet habe, prägt mich sicherlich der Nachhaltigkeitsgedanke und das Umweltbewusstsein bis heute. Natürlich hatte ich mich deshalb für den Bereich Umweltschutz damals auch entschieden, aber meine Einstellung dazu wurde sicher gefestigt.

Worüber schütteln Sie noch heute den Kopf, wenn Sie zurückblicken?

Ich schüttle den Kopf darüber, dass der Zivildienst damals ganze 5 Monate länger gedauert hat als der Wehrdienst (20 statt 15 Monate).

In Pfreimd wusste niemand, dass der Wehrdienstleistende Tobias Reiß kommt

Der Landtagsabgeordnete Tobias Reiß (CSU) aus Brand leistet seinen Wehrdienst bei den Panzerjägern.

Haben Sie Wehrdienst- oder Zivildienst geleistet?

Ich habe gleich nach dem Abitur Wehrdienst geleistet.

Von wann bis wann und wo?

In den Jahren 1988/1989. Zunächst Grundausbildung in Roding bei den Panzerjägern und anschließend in Pfreimd.

Woran denken Sie noch heute mit Freude zurück?

Was ich in guter Erinnerung habe, ist die super Kameradschaft auf unserer Stube.

Haben Sie etwas aus Ihrer Wehrdienstzeit gelernt? Wenn ja was?

Dass man auch Dinge durchziehen muss, die nicht nur Spaß machen, wie Biwak und Nachtmärsche bei Wind und Wetter … und das Krawatte binden.

Worüber schütteln Sie noch heute den Kopf, wenn Sie zurückblicken?

Als ich nach der Grundausbildung von Roding nach Pfreimd versetzt wurde, wusste dort niemand über meine Verwendung in Pfreimd Bescheid und der Spieß musste erst einen Job für mich organisieren.

Aus heutiger Sicht, finden Sie es richtig, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde?

Ja, im Hinblick auf die Wehrgerechtigkeit war das sicher richtig. Wenn man die doch immer anspruchsvolleren Einsatzaufgaben und Technologien betrachtet, ist eine längere Ausbildung sicher besser.

Franz Schindler erkämpfte vor Gericht die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer

Der ehemalige Schwandorfer Landtagsabgeordnete Schindler Franz (SPD) arbeitete als Zivildienstleistender im Studentenwohnheim in Regensburg ,

Haben Sie Wehrdienst- oder Zivildienst geleistet?

Ich habe im zarten Alter von 29 Jahren Zivildienst geleistet, nachdem sich die Einberufung wegen der Ende der 1970er Jahre vorgenommenen Änderungen des Verfahrens zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer und der Notwendigkeit, die Berechtigung zur Kriegsdienstverweigerung vor dem Verwaltungsgericht in Regensburg zu erkämpfen, immer wieder verzögert hatte.

Von wann bis wann und wo?

Als ich im Mai 1985 den Zivildienst angetreten habe, hatte ich schon zwei Juristische Staatsexamen, einen Magisterabschluss und die Ausbildung als Rechtsreferendar absolviert. Meine Einsatzstelle war das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz, konkret war ich in einem Studentenwohnheim (Gessler-Heim) in Regensburg als Hilfs-Hausmeister eingesetzt. Ich bin schon Ende Januar 1986 ehrenvoll entlassen worden, weil ich damals als Kandidat für die Bundestagswahl im Wahlkreis Schwandorf/Cham aufgestellt worden bin.

Woran denken Sie noch heute mit Freude zurück?

Die Tätigkeit als Hausmeister war äußerst abwechslungsreich, weil ich mit den Anliegen von hunderten von Studentinnen und Studenten zu tun hatte. Mit Freude blicke ich auf die vielen Begegnungen mit den jungen Leuten zurück und auch darauf, dass ich durchaus handwerkliche Fähigkeiten erlernt habe.

Worüber schütteln Sie noch heute den Kopf, wenn Sie zurückblicken?

Zum Kopfschütteln habe ich auch im Nachhinein keinen Anlass. Es war eine sehr interessante und lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte.

Aus heutiger Sicht, finden Sie es richtig, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde?

Ich finde es aber nach wie vor für richtig, dass die Wehrpflicht ausgesetzt (nicht generell abgeschafft) worden ist und damit auch der Zivildienst (als Ersatzdienst) weggefallen ist.

Der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling diente als Fernmelder in Regensburg

Thomas Ebeling, Landrat im Kreis Schwandorf, leistete seinen Wehrdienst in Regensburg. Das waren in den 1990er Jahren nur mehr zehn Monate.

Haben Sie Wehrdienst- oder Zivildienst geleistet?

Wehrdienst

Von wann bis wann und wo?P

Für zehn Monate ab dem 1. Juli 1995. Ich war der allererste W10-Jahrgang. Meinen Wehrdienst habe ich in der Nibelungenkaserne in Regensburg in der 8. Kompanie des damaligen Stabs- und Fernmelderegiments 4 geleistet.

Woran denken Sie noch heute mit Freude zurück?

Es war eine unbeschwerte Zeit. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war eine militärische Auseinandersetzung in weite Ferne gerückt. Persönlich hatte ich das Abitur gerade abgeschlossen und damit auch privat wenig Druck.

Haben Sie etwas aus Ihrer Wehrdienstzeit gelernt? Wenn ja was?

Ich habe gelernt, dass man in einem Team mehr erreichen kann, als man das alleine könnte. Und auch die Einblicke in die Funktionsweise der Armee möchte ich nicht missen.

Worüber schütteln Sie noch heute den Kopf, wenn Sie zurückblicken?

Manche Dinge liefen damals bürokratischer ab, als man sich das hätte vorstellen können. Da man bei der Bundeswehr mit Waffen und schwerem Gerät umgeht, ist das auf der einen Seite verständlich. Auf der anderen Seite führt es bei den alltäglichen Dingen zu komischen Ergebnissen.

Aus heutiger Sicht, finden Sie es richtig, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde?

Ich würde es anders formulieren. Aus der jetzigen Perspektive sehe ich nicht die zwingende Notwendigkeit, den Wehrdienst wieder einzuführen.

Der Amberger Alt-Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer wurde zu Beginn des Bergfestes eingezogen

Der Amberger Alt-Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer diente als Wehrdienstleistender beim Panzerbataillon 124,

Haben Sie Wehrdienst- oder Zivildienst geleistet?

Ich habe Wehrdienst geleistet.

Von wann bis wann und wo?

Von Juli 1969 bis Dezember 1970. Ich erinnere mich genau, weil das Bergfest begann und ich eingezogen wurde. Meine Grundausbildung habe ich in der Kaiser-Wilhelm-Kaserne in Amberg gemacht. Dann war ich beim Panzerbataillon 124 in Gärmersdorf (Kümmersbruck, Kreis Amberg-Sulzbach). Ich war zum T-Offizier abgestellt und im Brigadegefechtsstand der Panzerbrigade 12.

Alle vier Wochen hatten wir am Wochenende Alarmbereitschaft in der Kaserne. Da wurde einmal durchgezählt ob wir alle da waren. Der Einmarsch der sowjetischen Truppen in die Tschechoslowakei im Jahr 1968 lag erst kurz zurück, die Angst vor einem Krieg war noch immer da.

Woran denken Sie noch heute mit Freude zurück?

Die Kameradschaft war eigentlich sehr, sehr gut. Auch die Vorgesetzten waren eher kameradschaftlich.

Haben Sie etwas aus Ihrer Wehrdienstzeit gelernt? Wenn ja was?

Bei der Bundeswehr hat man als Abiturient gelernt, dass die Welt nicht nur aus Abiturienten besteht. Bei mir auf der Stube war zum Beispiel ein Kamerad, der war Analphabet. Ich hätte vorher nie gedacht, dass es das gibt. Aufgefallen ist mir dass, weil ich ihn bei der Führerscheinprüfung abschreiben lassen wollte und ich mich gewundert habe, warum er nichts geschrieben hatte.

Worüber schütteln Sie noch heute den Kopf, wenn Sie zurückblicken?

Es gibt nichts, worüber ich mich ernsthaft beschweren kann.

Aus heutiger Sicht, finden Sie es richtig, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde?

Es ist sehr schade, dass es die Wehrpflicht nicht mehr gibt. Wir waren in der Grundausbildung 16 Mann auf der Stube. Freiwillig wären da vielleicht zwei zur Bundeswehr. So hat sich das halbe Zimmer als Soldaten auf Zeit verpflichtet.

Den Grafenwöhrer Bürgermeister Edgar Knobloch verschlug es als Soldat in die USA

Der Grafenwöhrer Bürgermeister Edgar Knobloch (links) als Luftwaffe-Soldat mit Nato-Kollegen in USA

Haben Sie Wehrdienst- oder Zivildienst geleistet? Von wann bis wann und wo?

Ich war Zeitsoldat SAZ 12 von 1985–1997 (10 Jahre aktiv, 2 Jahre Berufsförderung (Studium) bei der Luftwaffe – in Leipheim, in Landsberg am Lech, in El Paso in Texas, in Lechfeld und diverse Lehrgänge im gesamten Bundesgebiet und in den USA.

Woran denken Sie noch heute mit Freude zurück?

An sehr gute Kameraden auf die Verlass war, an die sehr vielfältigen Aufgaben, an interessante Begegnungen, an die Zusammenarbeit mit anderen Nato-angehörigen Soldaten und Zivilisten, an die Möglichkeit das eigene Land und die USA kennen zu lernen.

Haben Sie etwas aus Ihrer Wehrdienstzeit gelernt? Wenn ja was?

Den Umgang mit Menschen, Teams organisieren, Verantwortung für andere übernehmen, die eigenen Grenzen kennen lernen. Insgesamt habe ich sehr viel fürs Leben gelernt.

Worüber schütteln Sie noch heute den Kopf, wenn Sie zurückblicken?

Ich habe durchwegs gute Erinnerungen an meine Zeit bei der Bundeswehr. Den Kopf schütteln kann ich nur über das damals schon einsetzende Kaputtsparen der Bundeswehr, bei gleichzeitig wachsenden Aufgaben in Auslandseinsätzen.

Aus heutiger Sicht, finden Sie es richtig, dass der Wehrdienst abgeschafft wurde?

Ich halte die Abschaffung der Wehrpflicht nach wie vor für einen Fehler. Die Wahlmöglichkeit zwischen Wehrdienst und Zivildienst war eine gute Sache. Damit wurde das Bewusstsein junger Menschen für ihr Land und die Allgemeinheit Verantwortung zu übernehmen gestärkt. Wehrpflichtige haben als Bindeglied zwischen der Bevölkerung und den Streitkräften ein gesellschaftliches Eigenleben innerhalb der Bundeswehr verhindert und waren gleichzeitig Multiplikatoren für die Bundeswehr in der Öffentlichkeit.

Soldat aus dem Stiftland berichtet vom Einsatz am Hindukusch

Kümmersbruck
Lehrgang in Fort. Bliss in ElPaso im US-Bundesstaat Texas. Rechts der Luftwaffensoldat Edgar Knobloch, heute Bürgermeister von Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN).
Hintergrund:

Die Wehrpflicht und die Bundeswehr

  • Vor 65 Jahren, am 21. Juli 1956 trat das Gesetz in Kraft, das alle Männer in der Bundesrepublik Deutschland zum Dienst an der Waffe verpflichtet. Zuvor war im Bundestag und in der Bevölkerung heftig debattiert worden, ob es eine Wehrpflicht- oder Freiwilligen-Armee geben solle.
  • Im Laufe der Jahrzehnte schwankte die Dauer des Wehrdienstes. Anfangs waren es zwölf Monate, dann 18 Monate und schließlich bis zum Fall des Eisernen Vorhangs 15 Monate. Um die Truppenstärke zu erhöhen, wurde im Jahr 1989 die Wehrdienstzeit wieder auf 18 Monate ausgedehnt, was jedoch wegen des Ende des Kalten Krieges nie vollzogen wurde.
  • Von 1990 an, dem Jahr die Wiedervereinigung, wurde die Wehrdienstdauer auf zwölf, dann zehn und schließlich neun Monate verkürzt.
  • Im Jahr 1960, vier Jahre nach der Einführung der Wehrpflicht, gab es in der Bundeswehr rund 107.400 Wehrdienstleistende. Den Höchststand erreichte die Zahl der Wehrdienstleistende im Jahr 1977 mit rund 249.330 Mann. Im Jahr 2008 lag die Zahl der Wehrdienstleistenden bei nur noch rund 58.700 Mann.
  • Der Zivildienst dauerte nur zu Beginn genauso lang wie der Wehrdienst. Dann wurde die Dienstzeit schrittweise verlängert. Ab Mitte der 1980er Jahre war er rund ein Drittel länger als der Wehrdienst. Zur Begründung wurde auf die höher Belastung im Wehrdienst und die Wehrübungen verwiesen. Die längste Dauer hatte der Ersatzdienst mit 20 Monate. Insgesamt gab es rund 2,5 Millionen junge Männer, die im Lauf der Jahre den Wehrdienst in der Bundeswehr aus Gewissensgründen verweigert hatten.
  • Seit zehn Jahren ist die Bundeswehr eine Freiwilligenarmee. Am 24. März 2011, rund 55 Jahre nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, setzte der Bundestag, diese zum 1. Juli 2011 aus. Zudem der wurde eine Verkleinerung der damals rund 255.000 Soldaten umfassenden Bundeswehr beschlossen. Ergänzend war ein freiwilliger Wehrdienst von sechs bis 23 Monaten geschaffen worden, der seither Männern und Frauen gleichermaßen offensteht.

 

 

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