11.06.2021 - 16:32 Uhr
AuerbachOberpfalz

2020 weniger Verkehrsunfälle in Auerbach und Vilseck

Das Jahr, in dem die Corona-Pandemie um die Welt ging, hat auf den Straßen im nördlichen Landkreis Amberg-Sulzbach für eine gewisse Beruhigung gesorgt.

Die Polizei Auerbach registriert in ihrer Unfallstatistik 2020 einen auffallend hohen Anteil von Zusammenstößen mit Wild.
von Autor SCKProfil

Für die Polizeiinspektion Auerbach und die Polizeistation Vilseck legten ihr Leiter, Polizeihauptkommissar Manfred Weiß, und sein Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Manfred Plößner, jetzt die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2020 vor. Erfreulich war dabei vor allem, dass es im gesamten Dienstbereich keine Verkehrstoten zu beklagen gab. Die Gesamtzahl der Unfälle sank gegenüber dem Vorjahr von 609 auf 518 und damit um rund 15 Prozent.

Um 17,4 Prozent nahmen die Kleinunfälle mit nur geringen Verkehrsverstößen ab. Von den 360 Einträgen in der Statistik entfallen 245 auf Wildunfälle. Das entspricht 68,1 Prozent, die höchste Quote in der Oberpfalz. "Jeder Wildunfall kann tödlich enden", warnt der Leiter der PI Auerbach und rät, nach dem Warnschild "Wildwechsel" 20 Kilometer pro Stunde unter der erlaubten Geschwindigkeit zu fahren.

Bei 57 Verkehrsunfällen kamen Personen zu Schaden, 2019 waren es fünf mehr gewesen. Auch die schwerwiegenden Unfälle mit Sachschaden sanken von 111 auf 101. Die Schulwege blieben weiter unfallfrei. Dies wertete Weiß als Erfolg der Verkehrserziehung, die Oberkommissar Stefan Schwarz von der PI Auerbach mit seinem Kollegen von der Polizeistation Vilseck leistet. Seit 2012 kamen keine Kinder mehr auf ihrem Schulweg zu Schaden.

Wildunfall: Wer sich meldet, muss nichts befürchten

Amberg

"Aufmerksame und couragierte Bürger" braucht die Polizei, um Unfallfluchten klären zu können. 77 solcher Delikte kamen zur Anzeige, fünf weniger als 2019. Nur in 25 Fällen gelang es, den Unfallverursacher zu ermitteln. Weiß äußerte den Eindruck, dass Parkplatz-Rempler als Kavaliersdelikt angesehen werden. Die Eigentümer des beschädigten Fahrzeugs bleiben dann auf den Reparaturkosten sitzen, gab er zu bedenken.

Erfolgreich verläuft das Projekt "Begleitetes Fahren ab 17 Jahren". Jugendliche mit einem Erwachsenen als Beifahrer spielten als Unfallbeteiligte in der Statistik keine Rolle. Anders die 18- bis 24-Jährigen: Sie bauten 26 Unfälle; genauso viele wie im Jahr zuvor. Ausgelöst wurden sie meist durch nicht angepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen und Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Auch bei einem von zwei Alkohol-Unfällen des vergangenen Jahres saß ein Fahranfänger am Steuer.

13 Promille-Sünder zog die Polizei aus dem Verkehr, ohne dass es zu einem Unfall gekommen war. 2019 waren es noch 45 gewesen. Das lag auch daran, dass die Ordnungshüter 14 potenzielle Trunkenheitsfahrten im Vorfeld verhinderten. Drei Ermittlungsverfahren liefen gegen Verkehrsteilnehmer, die unter Drogeneinfluss ein Kraftfahrzeug führten.

Als vorbeugende Maßnahmen stehen bei der PI Auerbach manchmal Geschwindigkeitsmessungen auf dem Dienstplan. Dabei kommt das Laser-Handmessgerät zum Einsatz. Unter dem Strich kamen 36 Stunden und 50 Minuten zusammen. Gegen neun schnelle Fahrer wurde bei diesen Aktionen ein Verwarnungsgeld verhängt, und 20 Raser handelten sich Bußgeldanzeigen mit Punkten in Flensburg und teilweise sogar Fahrverboten ein.

Entwicklung der Kriminalität in Auerbach und Vilseck

Auerbach
Hintergrund:

Schlagzeilen aus der Unfallstatistik

  • 2020 ein Jahr ohne Unfalltote
  • Seit 2012 kein Schulwegunfall mehr
  • Auerbach mit höchster Wildunfall-Quote in der Oberpfalz
  • Begleitetes Fahren ein Erfolgsprojekt

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.