07.03.2021 - 14:24 Uhr
AuerbachOberpfalz

Nachwuchs bei den Auerochsen auf den Grubenfeldern Leonie bei Auerbach

Gerade ist Wolle noch einmal Papa geworden. Nach sieben Jahren kommt nun bald die Zeit für ihn, anderswo Anschluss zu suchen.

Ein vor wenigen Tagen geborenes Kalb, das noch keine Ohrmarke trägt, am Samstag zusammen mit der Herde am Fang- und Futterstand bei der früheren Pfannmühle. Das Jahr über finden die Tiere genügend zum Fressen, im Winter und jetzt im zeitigen Frühjahr werden sie zusätzlich mit Heu gefüttert. „Die Tiere sind ganz wild auf Brennnessel, die hier reichlich wachsen“, sagt Wolfgang Wiesent.
von Externer BeitragProfil

Bei den Heckrindern im Naturschutzgebiet Grubenfelder Leonie, die der Volksmund gemeinhin als Auerochsen bezeichnet, hat sich wieder einmal Nachwuchs eingestellt. Derzeit gehören rund 50 Tiere zur Herde - Kühe, Färsen (weibliche Tiere bis zur ersten Trächtigkeit), Jungbullen, Kälber und ein Stier. Letzterer heißt seit 2014 Wolle, und von ihm stammt seither aller Nachwuchs ab. Unter anderem um Inzucht zu vermeiden, wird Wolle in absehbarer Zeit die Herde verlassen müssen.

Nach dem Ende des Eisenerzbergbaus 1987 und den anschließenden Stilllegungsarbeiten hatte zunächst die Stadt Auerbach das Gelände gekauft. Im Sommer 1995 übernahm der Landesbund für Vogelschutz (LBV) den größten Teil davon. Im Mai 1996 wies die Regierung der Oberpfalz ein Naturschutzgebiet aus, in dem der LBV im Sommer 2000 erstmals 17 Heckrinder ansiedelte.

Nach etwa neun Monaten sondern sich die hochträchtigen Kühe von der Herde ab und bringen dann in Abgeschiedenheit und allein ihren Nachwuchs zur Welt. Wenige Tage später kehren sie dann zusammen mit ihrem Kalb in die Herde zurück. Im Februar und vor allem jetzt im März wird der Großteil der 10 und 15 Kälber eines Jahres geboren. Fast 200 Jungtiere wurden seit 2000 auf den Grubenfeldern Leonie gezählt.

Heckrinder sind gegenüber Hitze und Kälte sowie Krankheiten sehr widerstandsfähig. Sie können das ganze Jahr über im Freien leben. Voraussetzung für diese große Anpassungsfähigkeit ist, dass die Kälber im Freien geboren werden und dort von Anfang an den jahreszeitlichen Veränderungen und Unbilden ausgesetzt sind. Anfangs braun, färben sie sich in den ersten drei bis sechs Monaten ihres Lebens um. Die männlichen Tiere sind schwarz mit einem hellgelb-grauen Aalstrich auf dem Rücken; die weiblichen meistens schwarz mit rötlich-braunem Einschlag und einem rotbraunen Aalstrich.

Aufgabe der Heckrinder ist es, die über 80 Hektar des Naturschutzgebietes Grubenfelder Leonie nicht verbuschen zu lassen. „Die Rinder sind lebende Rasenmäher, die kein Benzin brauchen und die man später essen kann“, scherzte einmal der Auerbacher Peter Eckert, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe des LBV. Zusammen mit Wolfgang Wiesent (Degelsdorf) und Michael Scharl (Amberg) leistet Eckert die ehrenamtliche Hauptarbeit bei der aufwendigen Betreuung des Naturschutzgebietes Grubenfelder Leonie. Wolfgang Wiesent (09643/3792) gestaltet als Betreuer vor Ort Führungen, wenn die Bestimmungen in der Corona-Pandemie dies zulassen.

Besuch bei Tieren, die es gar nicht mehr gibt

Auerbach
Ein Teil der Herde, die von erfahrenen Leitkühen angeführt wird. Die Aufnahme entstand am 14. Februar 2021.
In der Mitte eine hochträchtige Kuh. Gut zu sehen sind auch die Ohrmarken mit den wichtigsten Daten, die jedes Tier möglichst bald nach der Geburt erhält.

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